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Weltweit lokal vor Ort

Das Stammhaus von Phoenix Contact in Blomberg. 2005 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 800 Mio. Euro.
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Mittelstand und Global Player, diese beiden scheinbaren Gegenpole bilden das Spannungsfeld, in dem sich Familienunternehmen auf den Weltmärkten bewegen. Mittelstand und Global Player, schließt sich dies aus? Phoenix Contact hat einen Weg gefunden, das eine zu werden, ohne das andere aufzugeben.
Der ostwestfälische Mittelständler Phoenix Contact setzt schon lange auf eine Strategie des nachhaltigen, internationalen Wachstums, um im zunehmend globalisierten Wettbewerbsumfeld bestehen zu können. Der weltweite konsolidierte Umsatz ist von 720 Mio. Euro im Jahr 2004 um rund zehn Prozent auf einen Wert knapp unter 800 Mio. Euro in 2005 angestiegen. Dabei gingen die wesentlichen Wachstumsimpulse von den internationalen Märkten aus. Ein jeweils gutes zweistelliges Wachstum in den wichtigsten Auslandsmärkten USA und China macht dies deutlich. „Der Erfolg in 2005 ist ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem weltweit agierenden Global Player mit einem Umsatzvolumen von mehr als 1 Mrd. Euro“, resümiert Roland Bent, Geschäftsführer von Phoenix Contact, das abgelaufene Geschäftsjahr.
Was ist Mittelstand
Folgt man der Definition der EU – Mitarbeiterzahl bis 250, Umsatz weniger als 50 Mio. Euro – dann würden viele deutsche Unternehmen, die sich eindeutig dem Mittelstand zugehörig fühlen, aus dieser Begriffsdefinition herausfallen. Der Begriff des mittelständischen Unternehmens, das man durchaus als eine typisch deutsche Form des Unternehmens ansehen darf, lässt sich statt an der Größe viel mehr an den Unternehmensstrukturen und an seiner Kultur festmachen. Mittelständische Unternehmen sind oder entspringen meistens Familienunternehmen. Sie sind oft eigentümergeführt und in der Regel gibt es eine enge emotionale Bindung zwischen Eigentümern und Unternehmen sowie den Produkten. Daraus resultiert eine Unternehmenskultur, die auf flache Entscheidungshierarchien setzt, die bewusst das unternehmerische Risiko als Voraussetzung zur Geschäftschance betrachtet und die eine langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung vor dem kurzfristigen Shareholder Value sieht. „In diesem Sinne zählt sich Phoenix Contact zu den mittelständischen Unternehmen“, sagt Bent.
Drei-Säulen-Strategie
Die Basis für den Erfolg von Phoenix Contact ist die konsequente Umsetzung einer Markt- und Wachstumsstrategie, die auf drei wesentlichen Säulen aufbaut: Innovation, Marktabdeckung und Kompetenz in allen wesentlichen Kernprozessen. Gingen die Impulse hierfür bisher im Wesentlichen von der Unternehmenszentrale aus, so hat Phoenix Contact seit Mitte 2004 durch entsprechende Projekte mit der Umsetzung der so genannten TNC-(Trans National Company)-Strategie begonnen, diese Erfolgsfaktoren konsequent zu internationalisieren. Der Begriff TNC steht für eine Unternehmensstruktur, in der wesentliche Kern- und Supportprozesse nicht nur in der Zentrale, sondern auch an dezentralen Standorten weltweit etabliert sind. Dazu entstehen derzeit in den USA und in China zwei Kompetenzzentren, in denen die Kern- und Supportprozesse wie Logistik und interne Dienstleistungen, aber auch Produktmanagement und Produktentwicklung aufgebaut werden.
Aus diesen Center of Competence werden zukünftig die Entwicklung der Weltmarktregionen Amerika und Südost-Asien wesentlich unterstützt und forciert. Dabei werden nicht, wie in diesen Tagen oft üblich, Prozesse aus Deutschland heraus in andere Regionen verlagert, sondern parallel in den Marktregionen entwickelt und aufgebaut. Der Standort Deutschland wird nicht geschwächt, sondern durch diese flankierenden Aktivitäten gestärkt.
Die regionale Center-of-Competence-Struktur ist in den USA am Standort Harrisburg weitestgehend etabliert. Derzeit sind in den regionalen Business Units 50 Mitarbeiter im Entwicklungs- und Marketingprozess für die Phoenix-Contact-Gruppe eingebunden. Die lokale Produktion in den USA deckt ungefähr 20 % des USA-Marktvolumens ab. Zum weiteren Ausbau dieser Aktivität ist der Bau eines Logistikcenters, der im Jahr 2007 abgeschlossen sein soll, mit rund 4200 m2 Fläche und einem Investitionsvolumen von 6 Mio. US $ geplant. Der Aufbau des Center of Competence in China ist gestartet. Den Kern bildet hier bereits eine Gruppe von Entwicklungsingenieuren, die sich im Wesentlichen um markt- und kundenspezifische Entwicklungen für den chinesischen und asiatischen Markt kümmern.
Standort Deutschland
Über 75 % der Wertschöpfung der Phoenix-Contact-Gruppe findet in Deutschland statt. „Es ist erklärtes Ziel des Unternehmens, dies auch zu erhalten“, so Bent. Dazu wurde am 9. September 2005 ein zweites Produktionswerk der Phoenix Contact Electronics GmbH am Standort Bad Pyrmont mit einer Fläche von 12 000 m2 eingeweiht. Die Philosophie von Phoenix Contact, dass Innovation und Produktion Hand in Hand gehen und dass man nur dann innovative Produkte entwickeln kann, wenn man auch die Marktbearbeitung und die Produktion für diese Produkte in der Hand hat, wird hier deutlich.
Diese Integration aller am Innovationsprozess beteiligten Bereiche des Marketings, der Entwicklung und der Produktion wird am Standort Bad Pyrmont in Zukunft noch weiter fortgesetzt. Im März dieses Jahres wird mit dem Bau eines fünfgeschossigen Innovationscenters Elektronik begonnen, der bis Mitte 2007 abgeschlossen sein wird und dann die Marketing- und Entwicklungsabteilungen der beiden Geschäftsbereiche Interface und Automation Systems der Phoenix-Contact-Gruppe beheimaten wird. Dann werden in Bad Pyrmont über 800 Mitarbeiter die Elektronikkompetenz der Unternehmensgruppe repräsentieren. Durch diese hohe Integration der Prozesse ist die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes weiter nachhaltig gestärkt und dauerhaft abgesichert.
Partnerschaften schließen
Die Stärke des Mittelstandes liegt in einer Spezialisierung auf ein Technologiefeld, aus der heraus eine hohe Kompetenzentwicklung fruchtet. Diese nutzen dann andere Unternehmen für ihren eigenen Erfolg. Ein Beispiel dafür ist die im August letzten Jahres geschlossene Partnerschaft zwischen dem Geschäftsgebiet A&D ET (Electrical Installation Technology) der Siemens AG und Phoenix Contact. Kern dieser Partnerschaft ist die Übernahme der Produktion und Weiterentwicklung des Siemens-Reihenklemmen-Produktprogramms durch Phoenix Contact. Alle unter der Marke Siemens am Markt angebotenen Reihenklemmen werden zukünftig durch Phoenix Contact produziert und weiter entwickelt. Ergänzt wird diese OEM-Partnerschaft noch um Überspannungsschutzprodukte für Siemens. Auch hier werden zukünftig alle unter der Marke Siemens vertriebenen Überspannungsschutzkomponenten von Phoenix Contact geliefert. Bestandteil des Abkommens ist ebenfalls ein 25%iger Anteilserwerb an der griechischen Siemens-Firma Evio Tempo, die das Reihenklemmenprogramm für Siemens durch Phoenix Contact produziert.
Ein weiteres Beispiel für eine solche Win-Win-Situation ist die Anfang 2005 geschlossene OEM-Partnerschaft mit den Unternehmen Endress & Hauser. Hierbei geht es um extra schmale, analoge Signalkonverter von Phoenix Contact, die Endress & Hauser zur Ergänzung der eigenen Prozess- und Analysetechnik unter eigener Marke mit ins Programm aufgenommen hat.
Mittelstand und Global Player – geht das?
Für Phoenix Contact stellt sich diese Frage nicht. Ein mittelständisches Unternehmen, das nicht in der Nische des lokalen Spezialisten für ein eng umrissenes Technologiefeld verharren will, muss seine Strukturen und sein Produktportfolio globalisieren. Sonst ist es auf die Dauer nicht möglich, dem internationalen Wettbewerbsdruck standzuhalten. Dabei gilt es, durch die entsprechenden, dezentralen Strukturen, die flachen Hierarchien, das unternehmerische Denken in allen Funktionsbereichen, die Flexibilität und trotz der notwendigen Breite des Produktportfolios die hohe Spezialisierung in der jeweiligen Sparte zu erhalten. Einfacher ausgedrückt: Die mittelständische Leistungsfähigkeit, aus der sich trotz eines globalisierten Umfelds die Wettbewerbsfähigkeit mit Weltkonzernen ergibt. Roland Bent: „Diesen Weg werden wir konsequent weiter gehen.“
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