Hygienisches Fassentleersystem für hochviskose Produkte. Macht Fassentleerung zum Kinderspiel - prozesstechnik online

Macht Fassentleerung zum Kinderspiel

Hygienisches Fassentleersystem für hochviskose Produkte

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Die Entleerung von Fässern mit Nuss-Nougat-Creme, konzentriertem Tomatenmark, Erdnussbutter, Fetten oder Karamell kann zu einer echten Herausforderung werden. Das Fassentleersystem Viscoflux mobile S meistert diese hochviskosen Lebensmittel problemlos – und dies bei Restmengen von bis unter 1 %. Tobias Ahrens, Leiter Entwicklung und Konstruktion bei der Flux Geräte GmbH, stellt Ihnen das flexible und zugleich hygienische System vor.

Herr Ahrens, welche Anforderungen müssen Fassentleersysteme erfüllen?

Tobias Ahrens: Viele Produkte werden in Fässern angeliefert oder gelagert und müssen später für die weitere Verarbeitung entnommen werden. Das kann manuell, und damit wenig effizient, mit Schöpfkellen erfolgen, oder mithilfe von Fassentleersystemen. Wichtig ist, dass diese Systeme auch hochviskose Medien zuverlässig und sicher fördern. Sie müssen speziell für den Einsatz in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie hygienisch ausgeführt sein und eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten. Außerdem ist sicherzustellen, dass am Ende nur geringe Restmengen im Fass verbleiben.

Flux-Geräte bietet für hochviskose Produkte die Fassentleersysteme der Viscoflux-Baureihe an. Bitte beschreiben Sie deren Aufbau.

Ahrens: Das ist eigentlich eine Produktfamilie. Sie umfasst neben dem klassischen Viscoflux-System die Ausführungen Viscoflux lite, Viscoflux lite Ex und ganz neu Viscoflux mobile S, den Nachfolger von Viscoflux mobile. Doch zurück zu Ihrer Frage. Das klassische Viscoflux-System besteht aus einem Motor, einer Exzenterschneckenpumpe sowie einer Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung. Je nach Wunsch des Anwenders kann der Motor elektrisch oder mit Druckluft betrieben werden. Die genannten Komponenten sind fest miteinander verbunden und in einer Hub-Senkeinheit untergebracht, die es erlaubt, das Fassentleersystem mithilfe eines Krans oder einer Hebeeinrichtung auf das Fass zu setzen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, bewirkt der Unterdruck, der
bei der Entleerung des Fasses entsteht, dass Motor, Exzenterschneckenpumpe und Nachfolgeplatte ins Fass gezogen werden?

Ahrens: Richtig. Hinzu kommt natürlich noch das Eigengewicht des Pumpsystems.

Warum arbeiten Sie ausgerechnet mit Exzenterschneckenpumpen?

Ahrens: Weil diese Pumpen – sie sind übrigens das Herzstück aller Viscoflux-Ausführungen – die Medien sehr schonend fördern. Außerdem arbeiten sie äußerst pulsationsarm und erreichen einen hohen Wirkungsgrad.

Wie unterscheiden sich Viscoflux und Viscoflux lite voneinander?

Ahrens: Viscoflux lite eignet sich für Medien, die gerade noch fließfähig sind. Im Unterschied zu den anderen Ausführungen reicht das Rohr der Pumpe hier bis zum Fassboden. Es dient zugleich als Führung für die Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung. Sie wird auf das zu fördernde Medium aufgelegt und durch das bei der Förderung entstehende Vakuum entlang des Pumpenrohres nach unten gezogen. Viscoflux lite Ex ist für den Ex-Bereich ausgelegt.

Und wie unterscheidet sich Viscoflux mobile von den anderen, bereits beschriebenen Ausführungen?

Ahrens: Motor, Pumpe und Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung sind fest miteinander verbunden und an das sogenannten Prozessgerät montiert. Es ist mit einer externen Linearführung ausgestattet, die den Freilauf der Pumpeneinheit ermöglicht. Wichtig ist, dass das Prozessgerät Räder hat und das Fassentleersystem damit mobil macht. Es kann also ohne Kran, Hebezeug oder andere Hilfsmittel bequem von A nach B gebracht werden. Aufgrund seiner kompakten Bauweise passt es sogar in einen Fahrstuhl. Viscoflux mobile gab es ursprünglich in einer Industrie- und einer Hygienevariante. Letztere haben wir unter Berücksichtigung der ganz speziellen Hygieneanforderungen der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie weiter optimiert. Entstanden ist das Fassentleersystem Viscoflux mobile S.

Was ist bei Viscoflux mobile S neu?

Ahrens: Im Wesentlichen das hygienisch optimierte Prozessgerät. Ursprünglich bestand es aus Edelstahl- und Aluminiumteilen. Jetzt ist es komplett aus Edelstahl gefertigt. Des Weiteren haben unsere Ingenieure Toträume, in denen sich Produkte ablagern und später Mikroorganismen einnisten können auf ein Minimum reduziert. Ferner sind jetzt alle elektronischen Bauteile und der Akku gekapselt. Wir erreichen nun Schutzart IP 66, sodass die Prozesseinheit heute mit Strahlwasser gereinigt werden kann. Früher konnte man sie nur abwischen. Und last but not least wurde die externe Linearführung in die Prozesseinheit integriert.

Wie sieht es mit der Reinigung der Pumpeneinheit aus?

Ahrens: Auch die ist denkbar einfach, denn Pumpe und Nachfolgeplatte lassen sich durch den Einsatz von Clamp-Verbindungen schnell montieren und demontieren. Zudem sind auch die Einzelkomponenten selbst reinigungsfreundlich gestaltet.

Welche Normen erfüllt dieses Fassentleersystem?

Ahrens: Viscoflux mobile S ist gemäß Verordnung
(EG) Nr. 1935/20014 ausgeführt. Das heißt, sämtliche produktberührten Teile sind für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen. Außerdem sind die eingesetzten Werkstoffe FDA-konform. So ist die Nachfolgeplatte standardmäßig aus dem Edelstahl 1.4571 gefertigt. Für die Prozessdichtung verwenden wir NBR und FKM. Andere Werkstoffe sind auf Anfrage möglich.

Und aus welchen Werkstoffen besteht die Exzenterschneckenpumpe?

Ahrens: Statorgehäuse und Rotor sind ebenfalls in Edelstahl 1.4571 ausgeführt. Der Stator selbst ist in der Regel mit NBR, FKM oder PTFE.

Gibt es neben der hygienischen Gestaltung noch andere Punkte, in denen sich Viscoflux mobile und Viscoflux mobile S unterscheiden?

Ahrens: Ja, die gibt es. Wir haben auch den Aufbau des Prozessgeräts optimiert. Das Ergebnis ist eine noch bessere Bedienbarkeit. Lassen Sie mich das an zwei Beispielen erläutern: Das Prozessgerät hat jetzt einen automatischen Freilauf, der die externe Linearführung und das Nachführen des Hubschlittens ersetzt. Außerdem verfügt es nur noch über einen 400-V-Anschluss. Über diesen wird zum einen der Motor für die Pumpe und zum anderen das Ladegerät für den 24-V-Akku mit Strom versorgt. Letzterer liefert die Energie für das Absenken und Hochfahren der Pumpeneinheit innerhalb des Prozessgeräts. Früher musste dieser Akku separat geladen werden. Heute muss der Anwender nur noch einen Stecker in die Steckdose stecken und eine Druckluftleitung anschließen – dann ist das Entleersystem betriebsbereit.

Wie läuft in der Praxis eine Fassentleerung mit Viscoflux mobile S ab?

Ahrens: Ganz wichtig: Nicht das Fass wird zum Entleersystem transportiert, sondern der Anlagenfahrer fährt das Fassentleersystem zum Fass. Er öffnet es, positioniert die Pumpeneinheit – also Motor, Pumpe und Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung – genau über dem Fass und senkt anschließend die komplette Einheit bis auf die Höhe des Mediumspiegels ins Fass ab.

Entsteht beim Absenken der Pumpeneinheit kein Überdruck?

Ahrens: Der bildet sich natürlich, weil die Prozessdichtung sehr dicht schließt. Über ein Entlüftungsventil, das der Bediener beim Absenken öffnen muss, kann die Luft aus dem Fass entweichen. Ruht die Pumpeneinheit auf dem Mediumsspiegel, wird das Ventil geschlossen und das System ist betriebsbereit. Jetzt kann das Fass in einem Zug oder auch portionsweise entleert werden.

Muss im Falle einer portionsweisen Entleerung das Fass zusammen mit dem Entleersystem zwischengelagert werden?

Ahrens: Nein. Nachfolgeplatte und Pumpe werden getrennt. Lediglich die Nachfolgeplatte, deren Pumpenstutzen verschlossen wird, verbleibt im Fass. Auf diese Weise entsteht ein dicht verschlossenes Gebinde und Viscoflux mobile S kann an anderer Stelle verwendet werden.

Wenn das Fass komplett entleert ist, hat sich die Nachfolgeplatte auf dem Fassboden festgesaugt. Wie bekomme ich die Pumpeneinheit wieder aus dem Fass?

Ahrens: Ganz einfach, mithilfe von Druckluft. Sie drückt die Pumpeneinheit aus dem Fass heraus.

Welche Restmengen verbleiben im Fass?

Ahrens: In der Regel liegen sie unter 1 %. Bei Fässern mit Inlinern kann dieser Wert etwas höher sein.

Und damit sind wir beim nächsten wichtigen Punkt: Für welche Fasstypen eignet sich Viscoflux mobile S?

Ahrens: Da sind wir breit aufgestellt. Das Spektrum reicht vom klassischen 200-l-Fass über konische Fässer bis hin zu Seecontainer- und Kartonfässern. Gebinde mit Aseptic Bags bereiten Viscoflux mobile S keine Probleme. Die Fässer können auf dem Boden, auf Paletten oder auf einem Fassroller stehen.

Was passiert, wenn Fässer typisch transportbedingte Beulen und Dellen aufweisen?

Ahrens: Gar nichts. Die verkraftet das Fassentleersystem störungsfrei.

Für welche Anwendungen eignet sich das Fassentleersystem Viscoflux mobile S?

Ahrens: Nun, wie bereits erwähnt, können mit dem System Fässer in einem Zug oder portionsweise entleert werden. Auch ein Batchbetrieb, beispielsweise die Befüllung von kleineren Gebinden wie Dosen und Flaschen, ist möglich. In diesem Fall wird das Füllvolumen berührungslos über einen Impulsgeber an der Exzenterschneckenpumpe kontrolliert. Für die direkte Anbindung des Fassentleersystems an einen Prozessbehälter stehen eine entsprechende Steuereinheit sowie Equipment zur Drucküberwachung zur Verfügung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: dei0618flux

Halle 8.0, Stand E10


Das Interview führte für Sie: Lukas Lehmann

stellv. Chefredakteur


„Bei der Entwicklung von Viscoflux mobile S hatten wir die speziellen Hygieneanforderungen der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie im Blick“


Viscoflux mobile S:   Vorteile

Welche Vorteile bietet Viscoflux mobile S dem Anwender? Und welche konstruktiven Besonderheiten weist das hygienisch gestaltete Fassentleersystem auf? Diese Fragen beantwortet Tobias Ahrens im Videointerview auf prozesstechnik-online.de.



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