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„Nachhaltige Produkte sind stark gefragt“

Interview mit GF Piping Systems
„Nachhaltige Produkte sind stark gefragt“

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Jens Frisenborg und Sandra Schiller (links) zeigen Achema-Daily-Redakteurin Sabine Koll die Absperrklappe 565 aus Kunststoff Bild: GF Piping Systems

Wie sich Rohrleitungssysteme nachhaltig und dennoch sicher gestalten lassen, erläutern Jens Frisenborg, Leiter des Geschäftszweigs Industrie/Versorgung, und Sandra Schiller, Leiterin der Sub Business Unit Prozess Automation bei GF Piping Systems.

Welches sind aus Ihrer Sicht derzeit die großen Themen für die verschiedenen Kunden in der Prozessindustrie?

Jens Frisenborg: Es gibt natürlich derzeit sehr viele Themen rund um die Lieferketten, also Verfügbarkeit und Preisentwicklung. Doch das Thema Nachhaltigkeit ist das, was alle am meisten bewegt. Daneben sehen wir, dass gut ausgebildete Arbeitskräfte wie zum Beispiel Installateure an allen Ecken fehlen. Aus diesem Grund zeigen wir hier in Frankfurt auch, wie Virtual Reality bei Instandhaltungsaufgaben Unterstützung leisten kann.

In den vergangenen Jahren hat der Ruf von Kunststoff im Zuge der Umweltdiskussionen deutlich gelitten. GF Piping Systems ist ein klassischer Kunststoffverarbeiter. Wie sehen Sie den Rohstoff Kunststoff im Hinblick auf Umwelt und Nachhaltigkeit?

Frisenborg: Das stimmt, Kunststoff hatte und hat in den vergangenen Jahren nicht das positivste Image. Aber in erster Linie sind davon Verpackungen und vor allem Einwegverpackungen betroffen. Bei unseren Produkten liegen die Dinge anders: Unsere Rohrleitungssysteme für den Transport von Wasser und Gasen sind schließlich über Jahrzehnte im Einsatz. Aber ja, auch wir wollen künftig verstärkt nachhaltige Kunststoffe einsetzen. So wollen wir in Zukunft zum Beispiel Rezyklate verarbeiten. Außerdem produzieren wir bereits heute PVC-Rohre basierend aus einem Nebenprodukt aus der Papierherstellung. Aber damit sind wir auch erst in den Anfängen. Ich bin mir sicher, dass wir in fünf Jahren deutlich mehr nachhaltige Kunststoffe verarbeiten werden. Unsere Kunden in der Prozessindustrie sind an solch nachhaltigen Lösungen sehr interessiert, da sie – genauso wie wir – ihre Lieferketten im Hinblick auf den CO2-Ausstoß genau unter die Lupe nehmen.

Sandra Schiller: Wie nachhaltig der Werkstoff Kunststoff ist, zeigt auch unsere Absperrklappe 565 aus Kunststoff. Im Vergleich zu Metall-Absperrklappen hält sie bis zu dreimal länger, weil sie nicht korrodiert. Wir haben für die 565 von einem unabhängigen Institut eine Ökobilanz erstellen lassen. Es kam zu dem Ergebnis, dass die 565 in vielerlei Hinsicht die ökologisch bessere Variante ist. Von der Rohstoffbeschaffung bis hin zur End-of-Life Phase entstehen zum Beispiel rund 75 % weniger Treibhausgase.

Frisenborg: Hinzu kommt, dass die Kunststoff-Absperrklappe deutlich wartungsärmer ist. Sie lässt sich einfach 1:1 mit einer zum Beispiel korrodierten Metall-Absperrklappe austauschen. Und dabei ist sie nur unwesentlich teurer. Insofern ist die 565 ein wirklich cooles Produkt.

Sie gaben vorhin das Stichwort PVC-Rohre. Eine Neuentwicklung bei Ihnen ist das weltweit erste infrarot-geschweißte Rohrleitungssystem, bestehend aus weichmacherfreiem Hart-PVC (PVC-U). Welche Vorteile hat das Infrarot-Schweißen im Hinblick auf Sicherheit und Nachhaltigkeit?

Frisenborg: Bislang konnten PVC-U-Rohre nur mit Klebstoff miteinander verbunden werden. Mit unseren Infrarot-Schweißsystemen lassen sich nun Verbindungen ohne Lösemittel schaffen. Das ist ein Vorteil im Hinblick auf Nachhaltigkeit, aber gibt unseren Kunden etwa in der Wasserwirtschaft gleichzeitig auch eine größere Sicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Qualität und Wirtschaftlichkeit beim Fügen: Unser System arbeitet vollautomatisch, sodass menschliche Fehler beim Fügeprozess ausgeschlossen sind.

Eine Neuvorstellung hier auf der Achema ist der Kugelhahn 543 Pro. Welche Vorteile hat er für die Prozessindustrie?

Frisenborg: Ich sagte ja schon vorhin, dass Arbeitskräfte für Wartung und Instandhaltung rar sind. Der Kugelhahn 543 Pro lässt sich unter anderem remote überwachen, sodass der Service-Einsatz vor Ort auf ein Minimum beschränkt werden kann.

Schiller: Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir beim 543 Pro darauf geachtet, dass er viele Gleichteile des etablierten Kugelhahns 546 Pro enthält. Wir nutzen somit einen modularen Baukasten. Das gilt übrigens auch für die Ventile sowie für die Schnittstellen zu den Antrieben. Bei den Schnittstellen hat dies für die Kunden den Vorteil, dass sie später noch ein manuelles Ventil automatisieren können. Diese Plattform-Strategie ist gewissermaßen „Lego für Fortgeschrittene“. sk

GF Piping Systems

Halle 8, Stand E64

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