Jahrestagung der Verfahrenstechniker und Biotechnologen in Aachen

Nachhaltige Produktion in einer globalisierten Welt

Prof. Martin Strohrmann, der Vorsitzende von ProcessNet, eröffnete die Jahrestagung
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Verfahrenstechniker und Biotechnologen forschen nicht nur immer häufiger gemeinsam, sie trafen sich auch vom 21. bis 23. September 2010 bei der ProcessNet-Jahrestagung und der 28. Dechema-Jahrestagung der Biotechnologen in Aachen. In fast 300 Vorträgen und 320 Postern präsentierten Wissenschaftler und Anwender Fragestellungen und Ergebnisse aus beiden Disziplinen. Mit einem Festvortrag über Desertec eröffnete Prof. H. Müller-Steinhagen vom DLR in Stuttgart das Vortragsprogramm, das sich vor allem mit der Sicherung des Rohstoff- und Energiebedarfs beschäftigte.

In Zeiten knapper werdender Ressourcen und steigendem Energiebedarfs sind nachhaltige und innovative Alternativen gefragt. „Nachhaltige Produktion: Rohstoffsicherung und Energieeffizienz“ lautet daher das gemeinsame Thema der diesjährigen ProcessNet-Jahrestagung und der 28. Dechema-Jahrestagung der Biotechnologen, die am 21. September 2010 in Aachen eröffnet wurde. Gemeinsam mit Biologen, Bioverfahrenstechnikern und anderen Fachleuten diskutierten die Verfahrenstechniker und Chemieingenieure von ProcessNet über nachwachsende Rohstoffe und Bioraffinerien, Downstream Processing und Partikel in biologischen Systemen. Daneben fanden sich auch Vortragsstränge zu anderen aktuellen Themen. Das Spektrum reichte von der Systembiologie über Zellkulturen und Modellierung bis hin zu Nanopartikeln und Online-Analytik. Eine gesonderte Session war Wärmespeichern, thermischer Wasserstofferzeugung und der Wasserstoffspeicherung gewidmet.

„Rohstoffsicherung und Energieeffizienz sind Herausforderungen, die nicht auf Ebene eines Landes oder auch nur der EU zu lösen sind. Rohstoffströme und ein großer Teil der Ressourcen, die zur Energieerzeugung genutzt werden, sind global. Auch die Konkurrenz um die Ressourcen ist global; in letzter Zeit geht es dabei nicht mehr nur um Erdöl und Erdgas, sondern zunehmend auch um andere dringend benötigte Rohstoffe wie einige Selten-Erd-Metalle oder Lithium“, umschrieb Prof. Dr.-Ing. Martin Strohrmann, Vorsitzender von ProcessNet und Senior Vice President Polymer Physics and Analytic, BASF SE, die Herausforderungen der Industrie.
Energie aus der Wüste
Dass besonders im Hinblick auf die Energieerzeugung regionenübergreifende Konzepte notwendig sind, zeigt auch das Projekt Desertec, auf das Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der TU Dresden im Festvortrag der Eröffnungssitzung zum Thema machte.„Wir haben eigentlich gar kein Energieproblem, wir haben ein Energieverteilungsproblem.“ erläuterte er. „Überall dort, wo man gut und viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen kann, brauchen wir ihn nicht.“ Sowohl dem Problem der Energieverteilung als auch der Herausforderung, sicheren und kostengünstigen Strom nachhaltig zu produzieren, will sich die von Prof. Müller-Steinhagen vorgestellte Desertec Industrial Initiative (Dii) stellen. Ziel dieser Initiative aus 41 Mitgliedsfirmen ist es, bis 2050 15 % des in Europa benötigten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen in Nordafrika zu beziehen. Die größte Rolle spielt dabei die Stromerzeugung aus Sonnenenergie durch solarthermische Kraftwerke. Der Strom soll dann mittels Hochspannungsgleichstromtechnik (HGÜ) verlustarm nach Europa transportiert werden. „Wir reden hier nicht über Technologien, die noch einen Nobelpreis bekommen müssen, sondern über Technologien, die tatsächlich vorhanden sind“, stellte Prof. Müller-Steinhagen klar. In Kalifornien und Spanien sind bereits vergleichbare solarthermische Kraftwerke in Betrieb. Obwohl Sonnenenergie das größte Potenzial für die Stromerzeugung bietet, betonte der Vorsitzende des Beirats der Dii, dass die Stromversorgung der Zukunft aus einem Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energien und fossilen Energieträgern bestehen wird.
Gesicherte Rohstoffversorgung
Ein anderes weitreichendes Thema ist die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen, wie Dr. Henrike Sievers von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) darstellte. Gerade für den Einsatz in Zukunftstechnologien wie Energie-, Umwelt- oder Medizintechnik wird ein steigender Bedarf an metallischen Rohstoffen erwartet. Sowohl Frau Dr. Sievers als auch Dr. Hans-Jürgen Wernicke, Vorsitzender der Dechema e.V. waren sich jedoch einig, dass aus wirtschaftlichen Abhängigkeiten innovative Technologien erwachsen, um diese Rohstoffe entweder zu recyceln, zu ersetzen oder ihre Materialeffizienz zu erhöhen. Hintergrundinformationen über die Rohstoffversorgung liefert auch die Studie „Rohstoffbasis im Wandel“ der Dechema und anderen wissenschaftlich-technischen Organisationen zu diesem Thema.
Mit Japan, einem wie Deutschland rohstoffarmen, aber innovationsstarken Land war eine weitere asiatische Nation Gegenstand der Debatte: Dr. Ulrich Behrendt, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU) nutzte das Podium, um den 1520 Tagungsteilnehmern die neue Studie „Biotechnologie in Japan“ vorzustellen. Viele gemeinsame Themen, darunter auch ähnliche Probleme wie eine zunehmende Überalterung beider Gesellschaften, schaffen eine starke Basis für Kooperationen beider Länder. Die Studie ist bei der Dechema erhältlich und will deutsche Biotech-Firmen über wichtige Aspekte für den Markteinstieg in Japan informieren.
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