Auf diese fünf Faktoren sollten Sie achten. Worauf es beim konstruktiven Explosionsschutz in der Schüttgutindustrie ankommt - prozesstechnik online

Worauf es beim konstruktiven Explosionsschutz in der Schüttgutindustrie ankommt

Auf diese fünf Faktoren sollten Sie achten

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In der Schüttgutbranche gehört die Arbeit mit explosionsfähigen Stäuben zum Alltag. Allein im deutschsprachigen Raum arbeiten mehr als 60 000 Beschäftigte in diesem Bereich. Entsprechend wichtig sind konstruktive Explosionsschutzsysteme. IEP Technologies erläutert fünf Kriterien, die Sie bei der Konzeptionierung, Implementierung und Instandhaltung von Explosionsschutzsystemen beachten sollten.

Damit Safety-Konzepte in der Praxis halten, was sich Anwender von ihnen versprechen, sind sorgfältige Abstimmungsmaßnahmen unverzichtbar. Vor allem gilt es, die individuelle Sicherheitsphilosophie des jeweiligen Unternehmens auf die objektiven Anforderungen und Gegebenheiten im Praxiseinsatz vor Ort abzustimmen. Dabei sind folgende fünf Faktoren zu berücksichtigen:

1. Das Produkt, das verarbeitet wird

Für die Auswahl des richtigen Explosionsschutzkonzepts sind die produktspezifischen Eigenschaften des Schüttguts maßgebend. Bei explosionsfähigen Schüttgütern wie Holz und Getreide eignet sich beispielsweise sowohl ein Schutzkonzept aus aktiven Explosionsschutzsystemen, die über eine dynamische Druckdetektion verfügen und bei Bedarf die Ausschüttung eines Löschmittels im Inneren des Prozesses aktivieren, als auch ein passives System, bestehend aus Berstscheiben oder Ventilen für die flammenlosen Druckentlastung.

Bei chemischen Substanzen ist manchmal jedoch Vorsicht geboten: Enthalten sie toxische Stoffe, dürfen Explosionen nicht nach außen in die Umgebung abgeleitet werden, wie es bei passiven Lösungen der Fall ist. Für diesen Fall kommen ausschließlich aktive Explosionsschutzsysteme infrage.

2. Der Verwendungszweck des Produkts

Außer den produktspezifischen Eigenschaften ist der jeweilige Verwendungszweck des Schüttguts entscheidend. Ein Beispiel: Die Produktion von Milchpulver für Säuglinge und Kälber verläuft in vergleichbaren Prozessschritten. Die Nahrungsmittelproduktion für Säuglinge unterliegt jedoch viel strengeren hygienischen Auflagen, denen die verwendeten Explosionsschutztechnologien gerecht werden müssen. Hier eignen sich spezielle Ventile zur flammenlosen Druckentlastung, die aufgrund ihrer eigens dafür konzipierten Sitzkonstruktion nicht mehr mit dem Produkt im Prozess in Berührung kommen. Auf diese Weise erfüllen sie die hohen Anforderungen an hygienische Prozesse in der Lebensmittelindustrie.

3. Die Produktionsumgebung

Auch die Gegebenheiten vor Ort sind bei der Implementierung eines Explosionsschutzkonzepts unbedingt zu beachten: Wenn beispielsweise Berstscheiben zur Druckentlastung eingesetzt werden, muss die Explosion außerhalb von Gebäuden an einer gefahrlosen Stelle abgeleitet werden. Befindet sich der zu schützende Behälter innerhalb eines Gebäudes, erfolgt die Entlastung über Kanäle, die nach draußen führen. Falls die räumlichen Gegebenheiten eine Entlastung ins Freie jedoch nicht zulassen, müssen Ventile zur flammenlosen Druckentlastung verwendet werden, denn Berstscheiben stellen in Innenräumen eine Gefahr für Mitarbeiter und Anlagen dar.

4. Änderungen an Bestandsanlagen

Jeder Betreiber einer explosionsgefährdeten Anlage ist vor der Inbetriebnahme gemäß den ATEX-Richtlinien dazu verpflichtet, ein Explosionsschutzdokument zu erstellen. Werden Modifizierungen an der Anlage sowie Änderungen an Arbeitsmitteln und -abläufen vorgenommen, betrifft dies auch das Explosionsschutzdokument – es muss entsprechend angepasst werden. Das Dokument erfasst unter anderem die Beurteilung der Explosionsrisiken sowie die getroffenen Schutzmaßnahmen, durch die das Risiko minimiert wird. Doch aufgepasst: Sobald eine neue Anlage gebaut, eine existierende Anlage außer Betrieb genommen oder zwei Anlagen miteinander verbunden werden, muss eine erneute Risikobeurteilung erfolgen. Dies hat zur Folge, dass das Explosionsschutzdokument aktualisiert und somit auch das Explosionsschutzkonzept angepasst werden muss, um weiterhin das Maximum an Sicherheit zu gewährleisten.

5. Eine Klare und vertrauensvolle Kommunikation

Neben den produktspezifischen Eigenschaften – allen voran den Explosionskenndaten und den technischen Faktoren – spielt im Explosionsschutz die Kommunikation zwischen dem Anlagenbetreiber, dem Anlagenbauer sowie dem Explosionsschutzanbieter eine zentrale Rolle. Es muss klar sein, welche Produkte in den einzelnen Anlagenabschnitten verarbeitet werden und welche Produktcharakteristika wie beispielsweise Korngröße und Feuchtigkeitsgrad jeweils vorliegen. Bei gegebenen verfahrenstechnischen Abläufen gilt es, die Detailkonfiguration der Anlage optimal mit dem angedachten Schutzkonzept abzustimmen und somit ein maßgeschneidertes Konzept umzusetzen, das optimale Sicherheit gewährleistet.

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