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Kurzarbeit in der chemischen Industrie steigt weiter an

90 000 Beschäftigte in Kurzarbeit
Kurzarbeit in der chemischen Industrie steigt weiter an

Kai_Beckmann,_Merck
BAVC-Präsident Kai Beckmann Bild: Merck
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Eine Umfrage des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) hat eine erneute Zunahme der Kurzarbeit in der chemischen Industrie ergeben. Von Anfang April bis Anfang Mai ist die Zahl der Kurzarbeiter von 80 000 auf fast 90 000 gestiegen. Damit befinden sich gut 15% der Beschäftigten der Branche in Kurzarbeit. Der durchschnittliche Arbeitsausfall bei den betroffenen Beschäftigten liegt mit 62% auf dem Niveau des Vormonats. Insgesamt setzen im Mai gut 40% der Unternehmen weiterhin auf Kurzarbeit, um Beschäftigung zu sichern. Meist kommt Kurzarbeit nur für einen Teil ihrer Belegschaft zum Einsatz. Das sind die zentralen Ergebnisse einer weiteren BAVC-Umfrage unter 1900 Mitgliedsunternehmen mit 580 000 Beschäftigten. Hauptgrund für den Einsatz von Kurzarbeit ist mit 90% nach wie vor mangelnde Nachfrage. Betroffen sind vor allem Betriebe im Bereich der Automobilzulieferer, z.B. Lacke, Gummi- und Kunststoff, Fasern.

Die eigentliche Wirtschaftskrise kommt noch

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die eigentliche Wirtschaftskrise noch vor uns liegt. Die weltweiten Nachfrageausfälle infolge der Pandemie werden uns in den kommenden Monaten hart treffen“, sagte BAVC-Präsident Kai Beckmann. „Die gute Nachricht ist, dass über 80 % der Beschäftigten ihrer Arbeit im gewohnten Umfang nachgehen – wenn auch unter erschwerten Bedingungen. So kann unsere Industrie die Produktion bisher weitgehend aufrechterhalten und einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten.“

Mit Blick auf die politischen Diskussionen um die Lastenverteilung bei der Kurzarbeit sagte Beckmann: „Ich appelliere an Politik und Gewerkschaften, die Debatte vom Kopf auf die Füße zu stellen. Mit der Unterstellung, die Unternehmen würden Profit aus der Kurzarbeit schlagen, wird der Einsatz der Arbeitgeber für Millionen von Beschäftigten diskreditiert.“

Jedem, der sich zur Kurzarbeit und zur Verteilung der Kosten äußere, müsse klar sein: „Kurzarbeit ist ein Instrument der Beschäftigungssicherung. Die Alternative ist nicht Weiterbeschäftigung wie zuvor, sondern betriebsbedingte Kündigung. Kurzarbeit ist aber kein Mittel, um ohne Einkommensverlust durch eine Krise zu kommen. Kurzarbeit ist auch keine Staatshilfe, sondern die Leistung aus einer Versicherung. In diese Versicherung zahlt allein unsere Branche jährlich 800 Millionen Euro ein.“

In der chemischen Industrie erhalten die Beschäftigten per Tarifvertrag ab dem ersten Tag der Kurzarbeit eine Aufstockung auf 90 % des Nettoentgelts. „Dazu stehen wir in der Krise,“so Beckmann.

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