Industrial Security

Produktionsausfälle durch Sabotage oder Schadsoftware nehmen zu

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VDMA-Studie: Produktionsausfälle durch Sabotage oder Schadsoftware nehmen zu Bild: thodonal – Fotolia
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Zum zweiten Mal hat der VDMA eine Studie zur „Industrial Security“ durchgeführt, deren Ergebnisse auf der SPS IPC Drives veröffentlicht wurden. „Rund 60 % der Unternehmen erwarten in den nächsten Jahren eine steigende Anzahl von Security-Vorfällen. Bedrohlich sind diese heute schon, wie betroffene Unternehmen bestätigen. In den meisten Fällen sind Kapitalschäden (bei 50 %) und Produktionsausfälle (bei 31 %) die Folge“, berichtete Steffen Zimmermann, Leiter VDMA Competence Center Industrial Security. „Safety-relevante Vorfälle, bei denen Menschen oder die Umwelt gefährdet werden und die auf einen Security-Vorfall zurückzuführen sind, gab es in den vergangenen beiden Jahren erfreulicherweise jedoch nicht.“

Ausbaufähig ist in diesem Zusammenhang die breite Anwendung von anerkannten Standards zur Industrial Security. Vier von fünf der befragten Unternehmen kennen zwar mindestens einen der vier relevanten Standards, aber weniger als die Hälfte wendet diese auch an. Gegenüber der Studie aus dem Jahr 2013 zeigt sich damit gleichwohl eine deutliche Steigerung bei der Anwendung von Standards um 24 % auf dieses Mal 41 %.

Top-10-Bedrohungen für die Produktion

Auf Basis der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichten Top-10-Bedrohungen für Industrial Control Systems (ICS), bewerteten die Studienteilnehmer das Risiko für Ihr eigenes Unternehmen. Im Produktionsumfeld fühlen sich die Teilnehmer vor allem bedroht durch(Rang in Klammern: 2013):

  • 1 (1) menschliches Fehlverhalten und Sabotage
  • 2 (2) Einschleusen von Schadsoftware auf Maschinen- und Anlagen
  • 3 (neu) Social Engineering und Phishing
  • 4 (4,9) Infektion mit Schadsoftware über Internet/Intranet
  • 5 (3) technisches Fehlverhalten und höhere Gewalt
  • 6 (10) (D)DoS Angriffe
  • 7 (neu) Kompromittierung von Extranet und Cloud-Komponenten
  • 8 (7) Einbruch über Fernwartungszugänge
  • 9 (neu) Internet-verbundene Steuerungskomponenten
  • 10 (neu) Kompromittierung von Smartphones im Produktionsumfeld

 „Da die größte Sorge dem menschlichen Fehlverhalten und der Sabotage gilt, sind organisatorische Schritte wie klar definierte Regelungen und Schulungen als wichtigstes Vorsorgepaket zu nennen, bevor großflächig in Techniklösungen investiert wird“, betonte Zimmermann. Bei vielen Teilnehmern basiert die Einschätzung der Bedrohungslage noch nicht auf einer fundierten Risikoanalyse. Erst knapp 50 % der Umfrageteilnehmer haben dies getan und somit ein deutlicheres Bild über die Bedrohungslage für den Maschinen- und Anlagenpark erhalten.

Immer häufiger Standards im Einsatz

Standards haben im Maschinen- und Anlagenbau eine hohe Bedeutung. Auch die Verwendung von einschlägigen Security-Standards wie dem BSI-Grundschutz oder der IEC 62443 hat zugenommen. Durchschnittlich bereits zwei von fünf Unternehmen wenden einen solchen Standard bei ihren Security-Aktivitäten an. Insbesondere die mangelnde Bekanntheit ist ein Hindernis für die Nutzung von standardisierten Vorgaben, vornehmlich bei kleineren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern.

Nach derzeitiger Definition des IT-Sicherheitsgesetzes ist keines der teilnehmenden Unternehmen unmittelbar von den Anforderungen dieses Gesetzes betroffen. Allerdings wird nahezu ein Fünftel der Teilnehmer aufgrund der Tätigkeit als Servicedienstleister, Komponentenlieferant oder Integrator indirekt davon berührt. Bei 29 % der Befragten herrscht zu diesem Aspekt noch Unkenntnis.

Gütesiegel für Industrial Security – nein danke

Ein Gütesiegel für die geprüfte Security-Qualität von industriellen IT-Systemen, vernetzten Komponenten und Maschinen steht für die Betreiber und Einkäufer aktuell nicht zur Debatte. Nur 3 % der befragten Unternehmen können es sich bisher als „generell verpflichtendes Entscheidungskriterium“ für den Produkteinkauf vorstellen.

Die meisten Teilnehmer erwarten zukünftig weitere Anforderungen an die Industrial Security. Besonders die nationale und internationale Gesetzgebung (66 %), Kunden (64 %) und Standardisierungsorganisationen wie DIN oder ISO werden hierbei als Treiber gesehen. Unterstützung suchen die produzierenden Unternehmen vorrangig bei den Branchenverbänden der Hersteller, Lieferanten und Betreiber von Maschinen und Anlagen (85 %) gefolgt von Zulieferern sowie Industriekonsortien.

Der VDMA handelt

Das Competence Center Industrial Security hat im Frühjahr 2017 seine Arbeit aufgenommen. „Nun ist es wichtig, dass die Betreiber vernetzter Maschinen und Anlagen sich in Zukunft nachhaltig mit der Security in der Produktion beschäftigen und Security als einen Nutzen für Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität statt Kostenfaktor sehen“, betonte Zimmermann. Nächste Schritte des VDMA sind ein Projekt zu „Security by Design“ und die Steigerung des Bekanntheitsgrades einschlägiger Standards.

Weitere Informationen zum Thema Industrial-Security finden Sie unter: http://industrialsecurity.vdma.org

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