JRS mit erweitertem Ballaststoffsortiment

Gesundheit aus der Natur

Abb. 1 Hartmut Bollinger, Geschäftsführer Bereich Food bei J. Rettenmaier & Söhne
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Nachdem die Firma J. Rettenmaier & Söhne 1938 von der Getreidemüllerei zur Herstellung von cellulosehaltigen Fasern wechselte, entwickelte sich das damals kleine Unternehmen bis zum heutigen Tag zum weltweit bedeutendsten Hersteller von funktionellen Pflanzenfasern und Ballaststoffen. Durch die Konstruktion spezieller Anlagen und Entwicklung neuartiger Mahlverfahren konnten Produkte hergestellt werden, die es in dieser Art bislang noch nicht gab. Über aktuelle Unternehmens- und Produktentwicklungen sprachen wir mit Hartmut Bollinger, Geschäftsführer für den Bereich Food.

dei: J. Rettenmaier & Söhne (JRS) ist seit mittlerweile über 120 Jahren in zahlreichen Ländern aktiv. Können Sie kurz die wichtigsten Stationen der Unternehmensentwicklung in den letzten Jahren schildern?

Bollinger: Wesentliche Meilensteine der Unternehmensentwicklung in der jüngeren Vergangenheit waren die Erweiterung der Produktionskapazitäten in derzeit acht deutschen Standorten, Gründung einer Niederlassung mit Produktionsstätte in USA und Unterstützung der weltweiten Präsenz durch Verkaufsbüros, u. a. in Buenos Aires, Hongkong, Moskau, Warschau, Benelux, etc.
dei: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert?
Bollinger: Der Firmensitz des Familienunternehmens – es handelt sich um eine GmbH & Co. – ist in Rosenberg bei Ellwangen, Geschäftsführer sind die Herren J. Rettenmaier (Verwaltung und Finanzen), J. O. Rettenmaier (Produktion und Technik) und R. Salzer (Vertrieb und Marketing). Die Zweigwerke und Verkaufsbüros werden von Geschäftsführern/General Managern eigenverantwortlich in Form von Profit Centern geleitet. Produziert werden funktionelle Faser- und Ballaststoffe für Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel, Pharma, Petfood und Futtermittel, Filtration, Tierhygiene und technischen Anwendungen.
dei: Bitte erläutern Sie die wichtigsten wirtschaftlichen Eckdaten des Unternehmens !
Bollinger: Bei einer Produktionskapazität von insgesamt ca. 400 000 t wird von ca. 1000 Mitarbeitern ein Jahresumsatz von ca. 190 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Entwicklung des Unternehmens ist durch ein kontinuierliches Wachstum und Erweiterung der Kapazitäten gekennzeichnet.
Kreativ-Partner in Entwicklung und Anwendungsoptimierung
dei: Wie begründen Sie den Markterfolg von JRS im In- und Ausland vor allem im Lebensmittelbereich?
Bollinger: Seit Beginn der Intensivierung unserer Aktivitäten im Lebensmittelbereich vor ca. 10 Jahren haben wir immer zuerst geschaut, was der Markt benötigt und danach unsere Produktentwicklung ausgerichtet. JRS hat den Markt für Ballaststoffe der sogenannten zweiten Generation aufgebaut. Neben marktkonformen und anwendungsspezifischen Produkten bieten wir unseren Kunden kompetente fachliche Beratung und Service. Zweifellos war und ist die Basis des Erfolges, mit dem richtigen Produkt zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Markt zu sein. Unsere Kunden erkennen den Nutzen, den ihnen JRS als Kreativ-Partner in Entwicklung und Anwendungsoptimierung dank langjähriger Erfahrung und umfassendem Know-how im harten Wettbewerb bieten kann.
dei: JRS ist seit vielen Jahren als führender Anbieter von unlöslichen Ballaststoffen bekannt. Welche Produkte haben Sie derzeit in diesem Bereich in Ihrem Sortiment?
Bollinger: Neben den isolierten und extrahierten Getreidefasern aus Weizen und Hafer, Fruchtfasern aus Apfel (Bioqualität) und Orange und Tomatenfaser, bieten wir auch Pulvercellulose, mikrokristalline Cellulose (MCC) sowie gelbildende, colloidale Cellulosen und Weizenfasern für vielfältige Lebensmittelanwendungen an. Ergänzt wurde dieses Ballaststoffsortiment vor einiger Zeit durch Lupinenprotein und mikrofeines Sojapulver.
dei: Welche ernährungsphysiologischen Vorteile haben das Lupinenprotein Vitaprot und Sojapulver Vivasoy – welche Anwendungsmöglichkeiten sehen Sie?
Bollinger: Wie bei unseren Vitacel-Ballaststoffen handelt es sich auch hierbei um innovative Produkte, die den Bedürfnissen des Marktes in idealer Weise entsprechen. Das Lupinenprotein – hier arbeitet JRS sehr eng mit den Firmen Vegafood und Kerry Ingr. zusammen – zeichnet sich u. a. durch ein ernährungsphysiologisch hochwertiges Aminosäurenspektrum, hohen Gehalt an löslichen Ballaststoffen (Oligofructose), geringes allergenes Potential, Verwendung von GMO-freiem Rohstoff und Verzicht von Extraktionsmitteln (ausschließlich wässrige Extraktion) aus. Somit eignet sich das Lupinenprotein sehr gut zur Verwendung in gesundheitsbetonten Produkten, aber auch für den Ersatz von anderen Proteinen, u. a. Sojaprotein (GMO-Problem) und Casein/Caseinat (Preisproblem) in vielen Anwendungen.
Das vollfette, mikronisierte Sojapulver beinhaltet alle wichtigen Bestandteile der Sojabohne in nahezu unveränderter und somit hochwertiger Form. Nach dem Vermahlen in einer Spezialanlage (Partikelgröße 5 µm) schließt sich eine thermische Behandlung an, mit dem Zweck der Deaktivierung der Enzyme und Geschmacksverbesserung. Der Hauptanwendungsbereich des Sojapulvers sind Getränke. Hierbei ist der wesentliche Vorteil eine erhebliche Vereinfachung des Produktionsprozesses.
dei: Welche Erwartungen und Zielsetzungen verknüpfen Sie mit diesen neuen Produkten?
Bollinger: Zunächst können wir über unser Kerngeschäft – die Herstellung und Vermarktung von Ballaststoffen – hinausgehend der globalen Lebensmittelindustrie Produkte anbieten, die dringend benötigt werden. Des Weiteren aber gibt es zwischen Ballaststoffen und Proteinen gute Kombinationsmöglichkeiten auf Basis synergistischer Effekte, die wir mit den neuen Produkten oder Produktmischungen nutzen werden.
Produktentwicklungen imBereich Functional Food
dei: Welche Trends beeinflussen die aktuelle Produktentwicklung ?
Bollinger: Zweifellos ist hier der weltweit wachsende Markt für gesundheitsorientierte Lebensmittel – sogenannte Functional Food – an erster Stelle zu nennen. Seit Jahren wird durch klinische Studien belegt, wie wichtig und wertvoll Nahrungmittelzutaten mit gesundheitlichem Nutzen – z. B. Ballaststoffe – im Rahmen unserer Ernährung sind. Der Verbraucher ist darüber sehr gut informiert und nutzt dieses Wissen in Form von präventiven Vorsorgemaßnahmen, d. h. der Stellenwert von Ballaststoffen nimmt weiter zu.
Weiteren Einfluss auf unsere aktuelle Produktentwicklung haben auch der Bedarf der Lebensmittelindustrie an multifunktionalen Lebensmittelzutaten – dadurch wird der Wunsch nach Zusatznutzen/added value abgedeckt – und dem clean labeling.
dei: Wo liegen die Unternehmensziele für das Jahr 2002 und welche Produktneuvorstellungen planen Sie?
Bollinger: Summe aller Einzelziele ist das Gesamtziel der Ausweitung der Marktaktivitäten in bestehenden und neuen Märkten. Die Position des Marktführers ist vor allem mit neuartigen Produkten und einer gewissen Pionierrolle verbunden, d. h. der Markt muss informiert, aufgebaut und überzeugt, lebensmittelrechtliche Fragen geklärt und somit die Voraussetzungen für den Einsatz erklärungsbedürftiger und neuartiger Produkte geschaffen werden.
Die neuen Produktentwicklungen sind vor allem im Bereich Functional Food angesiedelt. Hier sind wir derzeit auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern dabei, Produkte zu entwickeln, die für den Anwender einen hohen Stellenwert und Nutzen darstellen werden.
dei: Herr Bollinger, vielen Dank für das Gespräch.
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