Zuwächse bei Prozessautomatisierung und Pharmatechnik

Jubiläums-Achema internationaler denn je

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Mit ihrer Kombination aus Ausstellung, einem Kongress mit rund 900 Vorträgen und zahlreichen Gast- und Partnerveranstaltungen ist die Achema alle drei Jahre weltweiter Gipfel für Wissenschaftler, Entwickler und Anwender aus allen Branchen der Prozesstechnik. Bestimmende Schwerpunkte der Achema 2012 sind die Themen Energie und Rohstoffe. Im Vorfeld dieses bedeutenden Events sprach dei mit Prof. Dr. Kurt Wagemann, dem Geschäftsführer der Dechema und Veranstalter der Achema.

dei: Vom 18. bis 22. Juni 2012 bringt die Achema auf dem Frankfurter Messegelände das „Who-is-Who“ der internationalen Prozessindustrie zusammen. Wie ist der Stand der Vorbereitungen kurz vor Beginn dieses weltweiten Technologiegipfels? Wie viele Aussteller erwarten Sie? Welche Fläche wird belegt sein?

Prof. Dr. Wagemann: Die Erwartungen an die Achema 2012 sind hoch – nicht nur bei uns als Veranstalter, auch die Schlüsselbranchen sehen der Achema voller Optimismus entgegen. Besonders in der Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik sowie in der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik sehen wir deutliche Zuwächse, aber auch die Pumpen, Kompressoren und Armaturen oder die Labor- und Analysentechnik, um nur die zwei größten Ausstellungsgruppen herauszugreifen, entwickeln sich nach wie vor positiv. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir leicht über den Zahlen von 2009 liegen werden.
dei: Konnten Sie zahlreiche neue Unternehmen für die Messe gewinnen? Wie hat sich die Auslandsbeteiligung entwickelt?
Prof. Dr. Wagemann: Ja, wir konnten eine ganze Reihe von Unternehmen neu gewinnen. Besonders die Beteiligung aus China und Indien steigt nach wie vor stark. Insgesamt wächst die Auslandsbeteiligung auf den beeindruckenden Stand von etwa 50 %.
dei: Gibt es bereits eine Prognose von Ihnen, was die Besucherentwicklung betrifft?
Prof. Dr. Wagemann: Die Besucherzahlen sind schwierig vorherzusagen, aber anhand der Entwicklung bei den Ausstellern und bei den Einreichungen zum Kongress wage ich mal eine Prognose: Wir gehen davon aus, dass wir auch bei den Besucherzahlen ein leichtes Wachstum sehen und auch hier eine deutliche Zunahme der Auslandsbeteiligung zu erwarten ist.
dei: Erwarten Sie große Verschiebungen bei den Ausstellungsgruppen?
Prof. Dr. Wagemann: Erfreulicherweise wachsen die Ausstellungsgruppen, oder sie bleiben stabil. Von daher sind dort keine großen Verschiebungen wahrnehmbar. Verschiebungen gibt es eher bei den Themen, mit denen sich die Aussteller befassen. Hier spielt die Energieeffizienz nach wie vor eine große Rolle, außerdem auch Fragen der Automatisierung und Systemintegration und die zunehmende Nutzung nachwachsender Rohstoffe.
dei: Die Achema-Sonderschau „Innovative Energieträger und -speicher“ stellt neueste Entwicklungen für die Energiespeicherung und den Energietransport vor. Was hat der Besucher hier konkret zu erwarten?
Prof. Dr. Wagemann: Chemie und Verfahrenstechnik spielen im Hinblick auf Energieträger und -speicher eine Doppelrolle. Zum einen ist die chemische Industrie als energieintensive Branche selbst Abnehmer für intelligente neue Lösungen – denken Sie nur an Technologien zur Speicherung von Prozesswärme. Zum anderen trägt sie selbst im großen Umfang zur Realisierung solcher Lösungen bei. Dementsprechend finden wir Aussteller in der Sonderschau, aber auch in anderen Ausstellungsgruppen, die von der Materialentwicklung und der Aufbereitungstechnik über Beschichtungstechnik für Solarzellen, Pumpen für Salzschmelzen oder Komponenten für Brennstoffzellen eine ganze Palette an Lösungen zeigen.
dei: Können Sie genauer das Konzept der Plattform „BiobasedWorld“ erläutern? Welche Möglichkeiten bieten sich hier dem Besucher, sich zu diesem Themenkomplex zu informieren?
Prof. Dr. Wagemann: Angesichts der endlichen Vorräte an fossilen Ressourcen sehen wir in vielen Bereichen einen Wandel hin zu nachwachsenden Rohstoffen. Das gilt für die Energieversorgung, wobei sich dort allerdings auch zeigt, dass man den Beitrag nicht überschätzen darf. Es gilt aber auch für die Prozessindustrien. Die Lebensmittelindustrie war, wenn Sie so wollen, immer schon „biobased“. Die chemische Industrie und Branchen wie Faser- oder Dämmstoffproduzenten setzen für die Zukunft verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe.
„Die Achema nimmt in der Ausstellungs- und Kongresslandschaft eine Sonderstellung ein.“
Biotechnologie spielt bei der Verarbeitung von Biomasse eine unverzichtbare Rolle. Unsere Idee war deshalb, dieser „BiobasedWorld“ von den Herstellern biobasierter Produkte über die Biotechnologie-Spezialisten bis hin zu den Ausrüstern eine Plattform zu geben. Da sich diese Aussteller über alle Ausstellungsgruppen verteilen, kann es keine geographische Welt sein, sondern eine virtuelle. Im Kongress nimmt die BiobasedWorld auch einen breiten Raum ein.
dei: Viele sehen die Achema als Innovationsmotor für die gesamte Branche. Teilen Sie diese Auffassung? Erwarten Sie wegweisende Weiterentwicklungen?
Prof. Dr. Wagemann: Die Achema nimmt definitiv in der Ausstellungs- und Kongresslandschaft eine Sonderstellung ein. Das sagen übrigens nicht nur wir, sondern auch wichtige Partner wie der VCI, der ZVEI oder der VDMA und weitere uns nahestehende Fachverbände aus dem In- und Ausland. Mit ihrem Dreijahreszyklus ist sie ein echter Höhepunkt, dem die Community entgegenfiebert. Viele Aussteller planen damit, dass sie ihre Innovationen auf der Achema vorstellen und dieses besondere Umfeld für sich nutzen. Deshalb werden wir auch in diesem Jahr wieder viele interessante Entwicklungen sehen. Das zieht sich durch alle Ausstellungsgruppen, wobei man sicher sagen kann, dass zum Beispiel in der Prozessautomation ein besonderer Schwerpunkt liegen wird.
dei: Zeichnen sich aus heutiger Sicht bereits bedeutende Trends ab?
Prof. Dr. Wagemann: Wie schon erwähnt, ist die Energieeffizienz kein ganz neues, aber ein bestimmendes Thema, das uns sicher auch zukünftig begleiten wird. Dabei geht es jetzt weniger um die einzelne Komponente als um die Frage, wie ich ein ganzes komplexes System auf Effizienz trimme. Rohstoffe sind natürlich ebenfalls im Fokus, sowohl die schon erwähnten nachwachsenden Ressourcen als auch die anorganischen Rohstoffe inklusive der Rückgewinnung – Stichwort Urban Mining. Und bedingt durch die zunehmende Integration und Automation gewinnt das Thema IT-Security an Bedeutung.
dei: Was macht aus Ihrer Sicht die Faszination Achema aus, die in diesem Jahr zum 30. Mal stattfindet? Wie unterscheidet sich diese Leitmesse für die Prozessindustrie von anderen wichtigen Fachmessen?
Prof. Dr. Wagemann: Die Achema ist etwas Besonderes – das bestätigen uns Partner, Aussteller und Besucher. Sehr wichtig ist die enorme Bandbreite an Angeboten, die sich dennoch auf einen gemeinsamen Nenner – Prozessindustrie – bringen lässt. Der Austausch findet damit über Branchengrenzen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette statt. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die die Kommunikation erleichtern und die Diskussion konstruktiv machen. Ein weiterer Punkt ist die enge Verknüpfung von Wissenschaftlern, Entwicklern und Anwendern, durch die eine direkte Zusammenarbeit an Fragen aus der Praxis möglich wird. Und am Ende bleibt etwas, das sich schlecht in Worte fassen lässt – es ist die Atmosphäre, die Internationalität, die Vielfalt, das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein – das muss man einfach erleben.
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