Perspektiven in der schweizerischen Nahrungsmittelindustrie

Uneinheitliches Bild

Absatz in der Nahrungsmittelindustrie in Tonnen 1997 und 1998
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Für die schweizerische Nahrungsmittelindustrie verlief das Jahr 1998 uneinheitlich. Einige Subbranchen vermochten die mengen- und wertmäßigen Verkäufe kräftig zu steigern, andere mußten sowohl im Inland als auch im Export Einbußen hinnehmen.

In den 152 Unternehmen der schweizerischen Nahrungsmittelindustrie sind rund 32 000 Personen beschäftigt. Die wichtigsten Sektoren sind die Biskuitherstellung sowie die Produktion von Konserven, Gefrierprodukten, Schokolade, Trockenprodukten, Speisefetten, Süßwaren und Schmelzkäse. 1998 erzielte die Branche einen Umsatz von 9 Mrd. Franken, von denen 7,6 Mrd. auf dem schweizerischen Markt und 1,4 Mrd. mit Exporten erwirtschaftet wurden. Der Exportanteil ist je nach Sektor unterschiedlich. So sind beispielsweise 48% der Schokolade, 48% des löslichen Kaffees, 54% der Süßwaren und 29% der Suppen, Saucen und Gewürze für die ausländischen, vor allem europäischen Märkte bestimmt.

Inländischer Markt gesättigt
Die Verkaufsentwicklung in der Schweiz 1998 spiegelt die Sättigung des inländischen Marktes, an der weder ein günstigeres Konsumklima noch die steigenden Frequenzen im Tourismus viel zu ändern vermochten, deutlich wider (siehe Abbildung). Entgegen dem generellen Trend nahmen 1998 die Verkäufe von Dauerbackwaren deutlich, die von Teigwaren und Kaffee etwas weniger ausgeprägt zu. Der weiter gestiegene Importanteil in allen Segmenten ist Ausdruck des auch im Nahrungsmittelsektor stetig zunehmenden grenzüberschreitenden Warenverkehrs. Der Export entwickelte sich 1998 ebenfalls uneinheitlich. Die Schokolade- und Kindernährmittelindustrie, beides Branchen mit traditionell hohem Exportanteil, mußten nach Jahren mit kontinuierlichem Wachstum als Folge der schwachen Nachfrage in den osteuropäischen und asiatischen Ländern, Rückschläge hinnehmen. Die übrigen Branchen konnten ihre Ausfuhren steigern, allen voran die Speiseeis- und Dauerbackwarenindustrie. Positiv entwickelte sich der Absatz von Schweizer Produkten vor allem in den EU-Ländern sowie in Nord- und Südamerika.
Hohe Rohstoffpreise
Die schweizerische Nahrungsmittelindustrie verarbeitet hauptsächlich schweizerische Rohstoffe und setzt den größten Teil ihrer Produktion auf dem heimischen Markt ab. 1998 nahm sie den Produzenten 10% des einheimischen Weizenmehls, 30% der Kartoffelernte, 65% der Zuckerproduktion, über 70% der Produktion von Erbsen, Bohnen und Spinat sowie die gesamte Rapsproduktion und über 50% der in der Schweiz verarbeiteten Milch ab. Da der Binnenmarkt gesättigt ist, sind die Schweizer Unternehmen auf das Exportgeschäft angewiesen. In diesem Zusammenhang spielt der Preis der Rohstoffe eine entscheidende Rolle. Die Agrarpolitik die seit dem zweiten Weltkrieg verfolgt wurde äußert sich jedoch in hohen Rohstoffpreisen (siehe Tabelle) und Schutzzöllen gegen die wettbewerbsfähigere europäische Konkurrenz. Zudem unterliegt die schweizerische Nahrungsmittelindustrie hohen Einfuhrsteuern beim Export ihrer Produkte in die Europäische Union.
Kompensationen abbauen
Um den Export von verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten zu erleichtern, kompensierte der Bund bisher den Preisunterschied zwischen den landwirtschaftlichen Rohstoffen schweizerischer und ausländischer Herkunft. Im „Schoggigesetz“ sind die Produkte – im wesentlichen Milch- und Eierprodukte, Mehl, Zucker und Melassen – festgelegt, an die der Bund einen Beitrag leistet. Durch das WTO-Übereinkommen müssen jedoch innerhalb von sechs Jahren die Beiträge um 36% abgebaut werden. Der Abbau der Exportbeiträge gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Nahrungsmittelunternehmen. Aus diesem Grund müssen schnellstens Lösungsansätze gefunden werden, um zumindest für Exportprodukte Rohstoffe zu konkurrenzfähigen Preisen beziehen zu können. Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie befürwortet daher die bilateralen Abkommen Schweiz-EU und hofft auf deren Annahme in einer Referendumsabstimmung. Der Abschluß dieser Verträge sollte es nun auch erlauben, die schwebenden Fragen im Bereich des Außenhandels mit der EU zu bereinigen. Ziel wäre eine Harmonisierung und Vereinfachung der beidseitigen Rohstoffpreisausgleichssysteme zur Ausschaltung der verbleibenden Wettbewerbsverzerrungen. Gleichzeitig würde damit die Umsetzung der WTO-Verpflichtungen erleichtert.
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