Achema 2012 mit über 3800 Ausstellern gestartet

Viel Evolutionen, aber keine Revolutionen

Für Dr. Hans Jürgen Wernicke, Vorsitzender der Dechema e. V., ist die Achema nicht nur die internationale Leitveranstaltung für chemische Technik, Verfahrenstechnik, Biotechnologie und Umweltschutz, sondern auch eine wichtige Kommunikationsplattform
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Am Sonntagmittag lud die Dechema zur Achema-Eröffnungspressekonferenz ein. Trotz Eurokrise, etwas schwächeren Wachstumsraten in der Chemie und der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende ist mit einer erfolgreichen Achema zu rechnen, so die Einschätzung der Referenten. Doch wird es die verfahrenstechnische Revolutionen in den Frankfurter Messehallen zu sehen geben?

Nein. Das wird nicht der Fall sein, sagt Dr. Michael Thiemann, Vorsitzender des Achema-Ausschusses und Geschäftsführer der ThyssenKrupp Uhde GmbH. „Die eine revolutionäre Innovation für die Branche gibt es nicht. Allein schon deshalb, weil die Prozesstechnik derart komplex ist, dass sie auf dem möglichst effizienten Zusammenspiel zahlreicher Komponenten beruht. Insofern erwarten die Besucher der Achema keine Revolutionen, sondern eher Evolutionen. Aber davon eine ganze Menge!“

Fast wie im Party-Jahr 2006
Auf dem Frankfurter Messegelände haben rund 3800 Aussteller ihre Stände aufgeschlagen, wobei die Ausstellungsfläche im Vergleich zur Vorveranstaltung im Jahr 2009 um zwei Prozent leicht gewachsen ist. „Damit überflügelt die Achema 2012 nicht nur die vorangegangene Veranstaltung, sondern liegt gleichzeitig auch noch knapp über der Achema 2006, dem Party-Jahr der Branche“, sagt Dr. Thiemann. „Mit anderen Worten: Der Optimismus der Prozessindustrie ist mit Händen zu greifen.“
Die Achema 2012 ist auch wieder ein Treffpunkt für die Fachleute aus aller Herren Länder. So kommt die Hälfte der Aussteller aus dem Ausland. Die Besucher – 175 000 werden erwartet – reisen aus über 100 Ländern an. Sie sind vor allem in der chemische Industrie sowie in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie tätig.
Weltgrößte Pumpenausstellung
Besonders stark gewachsen sind die Ausstellungsgruppen Mess-, Regel- und Prozessleittechnik sowie Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik. Einen kleinen Rekord kann der Bereich Pumpen, Kompressoren und Armaturen feiern. Hier konnte erstmals in der Geschichte der Traditionsveranstaltung die Marke von 1000 Ausstellern geknackt werden. „Das heißt, die Achema ist gleichzeitig auch die größte Pumpenausstellung der Welt“, freut sich Dr. Thiemann.
Megatrends sorgen für Wachstum
Die chemische Industrie ist eine Wachstumsbranche. Getragen wird dieses Wachstum vor allem von den aufstrebenden Volkswirtschaften in Südamerika und Asien. „Aktuell hat sich das Wachstum etwas abgeschwächt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf eine restriktivere Geldpolitik in China, die zu einem deutlichen Rückgang des dortigen Wirtschaftswachstums geführt hat, sowie auf die Schuldenkrise in Südeuropa“, erläutert Prof. Dr. Rainer Dierks, Vorstandsmitglied der Dechema e. V.
Dennoch wird es nach seinen Worten in den kommenden Jahren ein robustes Wachstum in der chemischen Industrie geben. „Getrieben wird es durch Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, steigende Mobilität und stark wachsender Energiebedarf. Diese sorgen für eine steigende Nachfrage nach Konsumgütern und damit nach Chemieprodukten, die zu ihrer Herstellung notwendig sind. Gleichzeitig verstärken diese Megatrends die Schlüsselrolle der chemischen Industrie als wichtigen Innovationstreiber.“
Von Energieeffizienz bis IT-Security
Doch zurück ins Hier und Jetzt. Welche aktuellen Entwicklungen wird es auf der Achema 2012 zu sehen geben?
„Auf der einen Seite werden die Anlagen zur Herstellung von Basischemikalien immer größer. Wir sprechen von Megaplants und World Scale“, erläutert Dr. Thiemann. „Auf der anderen Seite liegen Mikroverfahrenstechnik und Single-Use-Technologien nach wie vor im Trend. Modulare Konzepte, die einen flexiblen Einsatz der Anlagen für unterschiedliche Prozesse ermöglichen sind auf dem Vormarsch. Gleiches gilt für den wachsenden Automationsgrad der Prozesse.“
Pumpen, Kompressoren und Armaturen verbrauchen nach Einschätzung von Dr. Thiemann etwa 20 % des weltweit erzeugten Stroms. Deshalb ist auf der diesjährigen Achema die intelligente und zugleich energieeffiziente Arbeitsweise dieser Komponenten ein sehr wichtiges Thema.
Nicht erst nach Stuxnet und anderen Cyber-Attacken auf die IT-Infrastruktur von großen Unternehmen, ist die IT-Sicherheit ein Top-Thema, mit dem sich auch die Prozessindustrie auseinander setzen muss. Aktuelle Lösungen wird es auch in den Messehallen in Frankfurt zu sehen geben.
Energiewende als Herausforderung
Das Thema Energie spielt eine zentrale Rolle auf der Achema. So beschäftigt sich eine Sonderschau mit dem Thema „Innovative Energieträger und -speicher“. Letzteres gewinnt vor dem Hintergrund der Energiewende nochmals an Aktualität. Auf der Sonderschau werden Lösungen für eine effiziente Speicherung und den möglichst verlustarmen Transport von Energie gezeigt.
Ein weiterer Schwerpunkt wird die Bioökonomie sein, der sich viele Aktivitäten unter dem Titel „Biobased World at Achema“ widmen werden. Denn immer mehr Grundstoffe der chemischen Industrie werden nicht mehr aus fossilen Materialien wie Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. In der Schau werden dazu u. a. Verfahren zur Herstellung biobasierter Chemikalien und zur Produktion von Biotreibstoffen gezeigt.
Neben Sonderschauen rundet ein umfangreiches Kongressprogramm mit 900 Vorträgen und zahlreichen Gast- und Sonderveranstaltungen das Angebot der Achema ab. Es bietet Raum für die Darstellung und Diskussion von neusten Forschungsergebnissen.
Startschuss gefallen
Mit der Eröffnungssitzung, die am Sonntagnachmittag im Congresscenter der Messe Frankfurt stattfand, fiel gleichzeitig der Startschuss zur Achema 2012. Neben Reden von Günter Oettinger, EU-Kommissar für Energie, und von der scheidenden Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth gab es eine Podiumsdiskussion, in deren Mittelpunkt die Frage stand, ob die Energiewende Fluch oder Segen für die chemische Industrie ist.
Ins Gespräch kommen
Für Dr. Hans Jürgen Wernicke, Vorsitzender der Dechema e. V., ist die Achema nicht nur die internationale Leitveranstaltung für chemische Technik, Verfahrenstechnik, Biotechnologie und Umweltschutz, sondern auch eine wichtige Kommunikationsplattform. „Die Achema ist ein guter Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sei es zwischen Ausstellern und Kongressteilnehmern, zwischen unterschiedlichen Disziplinen, über Ländergrenzen hinweg und zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Ich wünsche uns allen, dass in den nächsten fünf Tagen davon rege Gebrauch gemacht wird.“
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