Bestes Jahr zum Abschied. Turck knackt 600-Millionen-Euro-Marke - prozesstechnik online

Turck knackt 600-Millionen-Euro-Marke

Bestes Jahr zum Abschied

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Nach Vollendung seines 67sten Lebensjahres zieht sich Ulrich Turck zum 1. März 2018 aus der Geschäftsführung bei Turck zurück. Zum Abschluss seiner 30-jährigen Karriere schenkt ihm das Unternehmen das bisher beste Umsatzjahr. Geschäftsführer Christian Wolf erwartet für 2017 einen Umsatz von über 600 Mio. Euro.

Ulrich Turck geht im nächsten Jahr in den Ruhestand. Der Elektrotechniker begann seine berufliche Laufbahn beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) und stieg 1985 bei Turck ein. Seit 1998 ist der Sohn des Unternehmensgründers Hans Turck geschäftsführender Gesellschafter der Hans Turck GmbH & Co. KG und der Turck Holding. Zum 1. März 2018 wird Christian Pauli, bislang Mitglied der Geschäftsleitung Finanzen, vom Beirat der Turck Holding GmbH als weiterer Geschäftsführer neben Christian Wolf berufen. Gemeinsam mit Guido Frohnhaus, Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG, bilden Wolf und Pauli auch die Geschäftsführung der Turck Holding. Im Zuge der Nachfolgeregelung werden die Verantwortlichkeiten in der Holding auf die drei Geschäftsführer umgelegt: Frohnhaus ist für die Bereiche Fertigung und Entwicklung zuständig, Wolf verantwortet Vertrieb und Marketing und Pauli Finanzen, Personal und IT.

15 % Umsatzzuwachs

Zum Abschied schenkte das Unternehmen seinem scheidenden Geschäftsführer ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr. „2017 wird für Turck das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte“, sagte Turck-Geschäftsführer Christian Wolf anlässlich der Jahrespressekonferenz in der Unternehmenszentrale in Mülheim an der Ruhr. Der Automatisierungsspezialist prognostiziert für das Geschäftsjahr 2017 eine Umsatzsteigerung von rund 15 %. Der konsolidierte Gruppenumsatz dürfte den Erwartungen zufolge zum Jahresende die Marke von 600 Mio. Euro übertreffen. Und das trotz SAP-Einführung im Jahr 2017. Wolf: „Vor allem die Belegschaft hat dazu beigetragen, dieses tolle Ergebnis trotz der Doppelbelastung zu erzielen.“ Die Zahl der Mitarbeiter an allen Turck-Standorten weltweit ist von 4200 auf 4500 gestiegen. An den vier deutschen Standorten in Mülheim an der Ruhr, Halver, Beierfeld und Detmold beschäftigt Turck in etwa 2050 Mitarbeiter. Doch Wolf sieht auch Probleme bei der Mitarbeiterentwicklung: „Viele Stellen können wir einfach nicht besetzen, weil uns dazu die nötigen Fachkräfte fehlen.“

„In fast allen Regionen werden wir zweistellig wachsen“, sagt Wolf weiter. „Einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg hat in diesem Jahr unsere US-amerikanische Landesgesellschaft, die – von einem hohen Umsatzniveau ausgehend – ein Wachstum von 22 % auf ca. 275 Mio. US-Dollar erzielen wird.“ Damit erzielt Turck rund 40 % des Gesamtumsatzes in den USA.

„Ein vergleichbares Ergebnis werden wir auch in Südostasien und Australien erzielen. Besonders hervorzuheben ist China, denn in dieser Region können wir ein Rekordwachstum von derzeit 33 % vermelden.“

Auch für 2018 erwartet Wolf wieder ein gutes Turck-Ergebnis: „Es ist keine Abschwächung der Wirtschaft in Sicht. Unsere Landesgesellschaften prognostizieren für nächstes Jahr alle ein solides Wachstum. Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen in vielen Ländern peilen wir für 2018 ein Umsatzwachstum größer 7 % an und damit rund 640 Mio. Euro Umsatz.“

Weltweite Investitionen

„Mit der Unternehmensstrategie 2020 baut Turck auf regionale Nähe und weltweite Lösungskompetenz“, sagt Wolf und kündigte für 2018 unter anderem große Investitionsprojekte an den Produktionsstandorten in Mexiko und China an. Trotz Mauerbaus und möglichen Einfuhrzöllen in den USA ist Wolf für den Standort Mexiko zuversichtlich. Rund 10 Mio. Euro investiert das Unternehmen am Standort Saltillo, um die Kapazitäten dort zu verdoppeln. Mittelfristig will das Unternehmen dort auf 2000 Mitarbeiter wachsen. Auch die Produktionsstätte in Tianjin, China, soll mit rund 3 Mio. Euro erweitert werden. Ein durch die Regierung verhängter Baustopp wegen zu hoher Emissionswerte in der Region verhindert allerdings gerade den Weiterbau des halbfertigen Gebäudes.

In Osteuropa will Turck zudem eine neue Fertigung für die Anschlusstechniklösungen etablieren, um damit den europäischen Markt zu bedienen. Als Standort ist hier Polen oder Rumänien vorgesehen. Auch in der Asean-Region und in Südafrika expandiert Turck, zusammen mit dem Joint-Venture-Partner Banner Engineering.

In Kanada hat Turck die restlichen 50 % der Anteile an der Turck Chartwell Canada Inc. erworben und ist somit 100-%-Eigentümer der neuen Tochtergesellschaft, die ab Januar 2018 unter Turck Canada Inc. firmieren wird. Der Mülheimer Automatisierungsspezialist erwarb die ersten 50% der Anteile an seinem langfristigen kanadischen Vertriebspartner Chartwell Automation im Jahr 2014. „Mit der 100-%-Tochter können wir unser Engagement in Kanada nun weiter intensivieren“, so Wolf.

Vom Sensor in die Cloud

Das Thema Industrie 4.0 beschäftigt auch Turck intensiv. Für das Internet der Dinge sind allerdings Softwarelösungen gefragt, die dem Anwender einen Mehrwert bieten. Hier hat der Sensorhersteller in den letzten Jahren zwar zahlreiche Lösungen entwickelt, „es ist jedoch schwierig für uns als Sensorhersteller die Softwareentwicklung selbst schnell genug voranzutreiben.“ Daher hat Turck die Mehrheit der Anteile seines bisherigen RFID-Turnkey-Lösungspartners Vilant Systems mit Sitz in Finnland übernommen. Wolf: „Die Vilant-Übernahme ist die erste echte Aquisition von Turck und für uns von extremer Bedeutung auf dem Weg zu Industrie 4.0. Unsere Kunden benötigen nicht nur exzellente Hardwareprodukte, sondern immer mehr komplette Systemlösungen wie Software, Integration und Wartung, vor allem im RFID-Geschäft.“ Nach Abschluss des Übergangsprozesses im Januar 2018 wird der neue Firmenname Turck Vilant Systems sein.

Die Gründungspartner Ville Kauppinen und Antti Virkkunen (daher Vil-Ant) bleiben Aktionäre und Geschäftsführer der neuen Firma Turck Vilant Systems. Vilant hat mit seinen vier Tochtergesellschaften in den 15 Jahren seines Bestehens über 1000 RFID-Systeminstallationen in 35 Ländern realisiert. „Wir waren schon immer auf internationales Wachstum ausgerichtet“, sagt Ville Kauppinen. „In der Turck-Gruppe können wir unser RFID-System-Implementierungsgeschäft wie gewohnt fortsetzen und die weltweite Vertriebsorganisation von Turck sowie das Hardware-Produktportfolio für weiteres internationales Wachstum nutzen.“ Eine typische Anwendungen ist die Mehrwegbehälterverfolgung mit RFID in der Logistik oder Intralogistik.

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Halle 7, Stand 250


Dr. Bernd Rademacher

Redakteur


Industrie 4.0:   Smarte Sensorlösungen

Im Bereich Industrie 4.0 setzt Turck auf smarte Sensorlösungen. Als Schlüsseltechnologien hat das Unternehmen IO-Link, Ethernet, OPC-UA und RFID definiert. Ziel ist es, Sensordaten aus dem Feld direkt ins ERP und in die Cloud zu bringen. Engineering Services, Predictive Analytics und IoT-Gateways sind nur einige der aktuellen Zukunftsthemen.

Auf der Pressekonferenz präsentierte Turck bereits einige Lösungen, zum Beispiel beim Thema vorausschauende Wartung an Schwenkantrieben. Beim Retrofit von Prozessanlagen kann beispielsweise durch Einsatz von smarten Sensoren die Stellung einer Ventilklappe über den Schwenkantrieb überwacht werden. Dabei wird die Zeit zwischen Trigger und Signal aufgenommen. Aus der Kombination der Zeitdaten und der Ventilposition im TBEN-Modul lassen sich dann Informationen über die Applikation erhalten, z. B. ob die Klappe verdreckt ist oder blockiert.

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