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BVL stellt aktuelle Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung vor

Krankmachende Keime in Keksteig, Wildprodukte mit Blei
BVL stellt aktuelle Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung vor

Weihnachtsplätzchen
Angesichts von nachgewiesenen STEC-Bakterien in Weizenmeh rät das BVL Plätzchenteig möglichst nicht roh zu essen Bild: photocrew – stock.adobe.com
Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest warnt das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) davor, Keks- und Plätzchenteig roh zu verzehren. Der Grund: In Weizenmehlproben wurden krankmachende Shiga-Toxin bildende E. coli nachgewiesen. Wildprodukte, die ebenfalls häufig in der Weihnachtszeit verzehrt werden, sind dagegen häufig mit Blei belastet. Weitere aktuelle Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung sind Hygienemängel in vorgeschnittenem Obst und potenziell gesundheitsgefährdende Substanzen in Sportlernahrung.

Im vergangenen Jahr kontrollierten die Überwachungsbehörden der Bundesländer 368.888 Betriebe und 596.993 Erzeugnisse. Die wichtigsten Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung stellten das BVL und die Bundesländer auf ihrer Jahrespressekonferenz am 2. Dezember in Berlin vor.

Für das Zoonosen-Monitoring wurden 242 Weizenmehlproben aus Mühlenbetrieben auf Shiga-Toxin bildende E. coli (STEC) untersucht. Rund 9 % dieser Proben enthielten diese Bakterien, die akute Darmentzündungen mit zum Teil schwerem Verlauf hervorrufen können. Insbesondere bei Kindern kann eine Infektion mit STEC zur Ausbildung eines hämolytisch-urämischen Syndroms führen, das oftmals mit einem akuten Nierenversagen einhergeht. Der Rat von BVL-Präsident Friedel Cramer lautet daher: „Essen Sie Keks- oder Plätzchenteig möglichst nicht roh. Erst bei vollständiger Erhitzung im Backofen werden mögliche STEC-Bakterien im Mehl abgetötet; vorher sollten Sie Ihre Kinder nicht naschen lassen.“ Zudem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf eine angemessene Küchenhygiene achten, um die Übertragung von STEC-Bakterien vom Mehl auf andere Lebensmittel zu verhindern. Zwar kommen STEC besonders häufig im Darm von Wiederkäuern vor und werden daher traditionell eher mit tierischen Lebensmitteln in Verbindung gebracht. Doch die aktuellen Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings zeigen, dass auch pflanzliche Lebensmittel wie Mehl eine mögliche Quelle für STEC-Infektionen sein können.

Wildprodukte häufig mit Blei belastet

In einem weiteren Projekt der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurden 75 Wildprodukte auf Blei untersucht. Dieses Schwermetall kann durch bleihaltige Munition ins Fleisch von Wildtieren gelangen. In fast drei Viertel aller Proben (72 %), konnte Blei nachgewiesen werden. Insgesamt gab es bei sieben Proben Beanstandungen, sechs davon wurden sogar als „nicht zum Verzehr geeignet“ und eine Probe sogar als gesundheitsschädlich eingestuft. Erzeugnisse mit Wildschwein waren tendenziell stärker mit Blei belastet als Erzeugnisse mit Reh oder Hirsch. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen. „Blei ist schon in geringen Mengen schädlich,“ sagte der derzeitige Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) Prof. Dr. Dr. Jan Backmann auf der BVL-Pressekonferenz. „Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher kein Wild essen, das mit Bleimunition erlegt wurde.“

Hygienemängel bei Obstsalat to go

Um Hygienemängel bei vorgeschnittenem Obst und verzehrsfertigem Obstsalat ging es im dritten Themenblock der Pressekonferenz. Diese Produkte werden in Geschäften, in Frischhaltefolie oder Plastikdosen verpackt, häufig über längere Zeit gelagert und sind damit anfällig für mikrobielle Verunreinigungen. Für den Bundesweiten Überwachungsplan (BÜp) wurde in 1.135 Betrieben bei 1.172 Produktüberprüfungen die hygienische Herstellung, Lagerung und Abgabe von selbst aufgeschnittenem Obst und Obstsalat überprüft. Nach Angaben des BVL wurden in jedem vierten Produkt (25,2 %) Abweichungen festgestellt. Häufige Gründe für diese Abweichungen waren Mängel bei den vorgeschriebenen Eigenkontrolluntersuchungen der Anbieter. Auch bei der Herstellung und der Lagerung wurden Fehler aufgedeckt, zum Beispiel mangelnde Hygiene und fehlerhafte Kühlung.

Sportlernahrung birgt oft Gesundheitsrisiken

Auch so genannte Pre-Workout-Booster standen im Fokus der amtlichen Lebensmittelüberwachung Dabei handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel, die helfen sollen, die Ausdauer zu steigern, das Muskelgewebe zu vermehren und die Muskelermüdung zu verzögern, wenn sie vor dem Training eingenommen werden. Im Rahmen des BÜp wurden 87 Pre-Workout-Booster untersucht. Davon enthielt fast die Hälfte der Proben (44,8 %) potentiell gesundheitsgefährdende Stoffe. Mehr als jede fünfte Probe (21,8 %) wies sogar gleich mehrere dieser Stoffe auf. Am häufigsten wurden die Substanzen Dimethylaminoethanol (DMAE) und Synephrin nachgewiesen. DMAE kann Muskelverspannungen und -zuckungen sowie Schlaflosigkeit und Magenschäden verursachen. Synephrin wird häufig in Kombination mit Koffein angeboten und kann zu schweren Herzschäden führen. „Wieder einmal zeigt sich, dass sogenannte Sportlernahrung in der Regel nicht nur unnötig ist, sondern auch die Gesundheit ernsthaft gefährden kann“, fasste Prof. Backmann die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen.

Auch Kinderspielzeug und Kosmetik im Visier der Kontrolleure

Bei den untersuchten Non-Food-Produkten gab es zumindest im Bereich Kinderspielzeug positive Ergebnisse zu vermelden: Neueste Untersuchungen zeigen, dass das Verbot von gesundheitsschädigenden Phthalaten, die zur Gruppe der Weichmacher gehören und häufig in Lacken eingesetzt werden, bei fast allen untersuchten Holzspielzeugprodukten eingehalten wurde. Im Rahmen des Monitorings kosmetischer Mittel überschritt dagegen über die Hälfte (53,3 %) der untersuchten Gesichtsmasken mindestens einen Orientierungswert für Schwermetalle. Besonders deutliche Überschreitungen traten bei Arsen, Blei und Cadmium auf, wie das BVL mitteilte.

Berichte online verfügbar

Weitere aktuelle Informationen zur amtlichen Lebensmittelüberwachung erhalten Interessierte in folgenden Berichten des BVL:

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