Hygienischer Bierverschluss dank Fraunhofer-Technologie

Desinfektion durch UV-Licht mit UVC-LEDs

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Probeaufbau zum Test von UVC-LEDs Bild: Fraunhofer IOSB-AST/Martin Käßler
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UV-Licht macht Keime im Trinkwasser unschädlich. Bislang erfolgt die Desinfektion mit Quecksilberlampen, die UV-Strahlen erzeugen. Doch Quecksilber ist ein gesundheitsschädliches Schwermetall und belastet die Umwelt. Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher setzen auf eine umweltfreundliche und effizientere Alternative: Sie zerstören die DNA der Bakterien mit UV-LEDs. Die Technologie eignet sich auch zur Desinfektion von Brauwasser und im Abfüllprozess von Deckeln für Bier, Erfrischungsgetränke und Mineralwasser.

Sommerzeit ist Biergartenzeit. Um sauberes Wasser für hochwertiges Bier zu garantieren, schalten Braubetriebe ihren Brau-Anlagen oftmals UV-Anlagen vor, mit denen sich das Trinkwasser keimfrei halten lässt. Forscherinnen und Forscher des Institutsteils Angewandte Systemtechnik AST des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Ilmenau wollen gemeinsam mit dem Projektpartner Purion GmbH die konventionellen quecksilberhaltigen Strahler durch ultraviolette Leuchtdioden (UVC-LEDs) ersetzen.

„Konventionelle Quecksilberleuchten senden Licht bei 254 nm aus und liegen damit unterhalb der optimalen Wellenlänge von 265 nm, die Desinfektionsleistung ist nicht optimal“, sagt Thomas Westerhoff, Wissenschaftler am Fraunhofer IOSB-AST. Weitere Nachteile der klassischen Strahler: Sie benötigen lange Aufwärmphasen, haben eine kurze Lebensdauer und sind aufgrund ihres sperrigen Designs nicht flexibel einsetzbar.

„Wir bevorzugen daher UV-LEDs, die mit einem Maximum von 265 nm emittieren. Besonders interessant sind diese UVC-LEDs, da deren Strahlung die DNA der Erreger deutlich besser zerstört. Die UV-Strahlen erzeugen in den Nukleinsäuren der DNA Resonanzen und brechen die Bindungen der Moleküle auf. Der Zellkern der Mikroorganismen wird so verändert, dass eine Zellteilung unmöglich wird. In der Folge können sich die Erreger nicht mehr vermehren.“

Quecksilberfreie UV-Strahlungsquellen

Im Gegensatz zu den problematischen Quecksilberlampen benötigen UV-LEDs keine Aufheizphase, sie erreichen sofort die volle Leistung. Zudem sind sie mechanisch hochstabil, nicht giftig und lassen sich im Niedrigspannungsbereich betreiben. Ein weiteres Plus: LEDs sind Punktstrahler. Aufgrund ihrer Abstrahlcharakteristik bieten sie ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten. Westerhoff und sein Team am Fraunhofer IOSB-AST kümmern sich um das Design der LED-Module und beantworten Fragestellungen wie „Wie müssen die Geometrien konstruiert sein“, „wie sieht der optimale Aufbau der Arrays je nach Anwendungsfall aus“, „wieviele LEDs sind erforderlich“, „wie sind Punktstrahler mit unterschiedlichen Wellenlängen auf dem Modul anzuordnen“.

Nach zahlreichen Praxistests sind die Forscherinnen und Forschern in der Lage, die UV-LEDs direkt im Wasser ohne aufwändiges Hüllrohr zu betreiben. Durch den Wegfall von Reflexionen konnten sie somit die Leistungsausbeute der Strahlungsquellen nochmals steigern. Für den Industriepartner Purion GmbH haben die Experten vom Fraunhofer IOSB-AST ein spezielles Modul entwickelt, mit dem sich die Innenseiten von Bierdeckeln im Produktionsprozess vor dem Befüllen der Bierflaschen desinfizieren lassen. Somit ist sichergestellt, dass während des Produktionsprozesses keine Keime in die Flaschen gelangen „Wir können die Deckel mit einer UV-Leistung von vier Watt von innen bestrahlen. Das ist mit Quecksilberlampen auf so einer kleinen Fläche kaum machbar“, so der Ingenieur.

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