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Endress+Hauser behauptet sich trotz Pandemie

Guter Start ins Jahr 2021
Endress+Hauser behauptet sich trotz Pandemie

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v.l.n.r.: Matthias Altendorf, CEO, Dr. Luc Schultheiss Finanzchef, und Dr. h.c. Klaus Endress Verwaltungsratspräsident, Endress+Hauser Bild: Endress+Hauser
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Endress+Hauser-CEO Matthias Altendorf sieht das Unternehmen gut ausgerichtet, für unsichere Zeiten ebenso wie für eine wirtschaftliche Erholung. „Wir haben niemanden pandemiebedingt entlassen und weitestgehend auf Kurzarbeit verzichtet“, erklärte er auf der Bilanzpressekonferenz in Basel. Zudem sei es gelungen, die Gesundheit der Menschen zu schützen und die Kunden weiter gut zu unterstützen. Eine wichtige Rolle spielte laut Altendorf auch die Digitalisierung, die in der Pandemie Fahrt aufnahm – in den Produkten, in der Zusammenarbeit und in internen Abläufen. Längst können Kunden alltägliche Transaktionen über die Endress+Hauser-Webseite abwickeln. Die Zahl der registrierten Nutzer der Plattform verdoppelte sich, das Online-Geschäft wuchs um 39 %. Und die Visual Support App bringt bei Bedarf den Servicetechniker virtuell auf die Anlagen der Kunden – im letzen Jahr rund 750 mal. Selbst Werksabnahmen fanden videounterstützt aus der Ferne statt.

2021 möchte Endress+Hauser im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Das Unternehmen startete mit Schwung ins laufende Jahr. In den ersten drei Monaten lag der Auftragseingang über den eigenen Zielen wie auch über dem noch starken ersten Quartal des Vorjahres.

Währungseinflüsse belasten Umsatz

Der Finanzchef Dr. Luc Schultheiss gab einen Einblick in die Zahlen für das Jahr 2020. Im großen und ganzen hat Endress +Hauser demnach das Pandemiejahr gut bewältigt. Trotz rückläufiger Umsätze hielt der Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik die Profitabilität auf hohem Niveau und stärkte seine Finanzkraft. Die Firmengruppe schuf neue Arbeitsplätze und baute das weltweite Vertriebs- und Produktionsnetzwerk aus.

Dennoch sank der Umsatz der Gruppe 2020 um 2,8 % auf 2,577 Mrd. Euro. Diese Zahl ist allerdings stark durch die Entwicklung der Wechselkurse beeinflusst. Außer dem Schweizer Franken werteten alle maßgeblichen Währungen gegenüber dem Euro ab. Ohne diese Einflüsse, so Finanzchef Dr. Luc Schultheiss, hätte Endress+Hauser fast den Vorjahresumsatz erreicht. „In lokalen Währungen liegen wir über dem Durchschnitt der Branche und haben uns im Markt gut behauptet.“

Einzelne Regionen, Branchen und Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Von den drei umsatzstärksten Ländern erzielte nur China Wachstum, für Endress+Hauser nun der größte Einzelmarkt. In Deutschland und den USA dagegen gingen die Verkäufe zurück. Im Gegensatz zur Prozessmesstechnik verzeichnete die Laborinstrumentierung ein kräftiges Plus. Zyklische Branchen litten in der Krise, azyklische blieben stabil.

Die Ertragskraft von Endress+Hauser litt nicht im vergangenen Jahr. Auf der Kostenseite wirkten sich 2020 die Wechselkurse positiv aus, etwa beim Materialaufwand. Weil viele geschäftliche Reisen und Aktivitäten ausfielen, sank der betriebliche Aufwand. Die Lohnkosten wuchsen unterdurchschnittlich. Insgesamt verringerte sich das Betriebsergebnis (EBIT) nur um 1,9 % auf 337,1 Mio. Euro.

Weil sich das Finanzergebnis etwas verschlechterte, ging das Ergebnis vor Steuern (EBT) 2020 um 2,7 % auf 337,6 Mio. Euro zurück. Die Umsatzrendite (ROS) blieb unverändert bei 13,1 %. Das Ergebnis nach Steuern sank aufgrund höherer Abgaben um 4,1 % auf 254,9 Mio. Euro. Die Firmengruppe ist praktisch frei von Bankschulden. Die Eigenkapitalquote stieg um 1,4 Punkte auf jetzt 77,0 Prozent. Finanzchef Luc Schultheiss sprach von einer „gesunden finanziellen Situation“.

Guter Zusammenhalt in der Krise

„Die Gesellschafterfamilie ist froh und stolz, dass Endress+Hauser so gut durch dieses schwierige Jahr gekommen ist“, sagte Verwaltungsratspräsident Dr. h.c. Klaus Endress. Das Unternehmen hatte zu Beginn der Pandemie angekündigt, Kurzarbeit möglichst zu vermeiden und keine Mitarbeitenden aufgrund der Krise zu entlassen. Für den Verwaltungsratspräsidenten war dies ein wichtiges Zeichen. „Es war viel Solidarität im Unternehmen spürbar“, betonte Klaus Endress. „Das hat uns in der Krise geholfen.“

Die Zahl der Mitarbeitenden wuchs 2020 um 126 auf weltweit 14 454. Praktisch alle Auszubildenden wurden übernommen. Den Anteil der Frauen in Führungspositionen will Endress+Hauser bis 2030 auf rund 30 % steigern – eine Verdoppelung gegenüber heute.

Große Investitionen und viel Innovation

Endress+Hauser trieb 2020 große Investitionsvorhaben voran. 205,9 Mio. Euro (10,9 % weniger als im Vorjahr) flossen vor allem in die Produktion. Die beiden größten Projekte betreffen den Ausbau der Werke im deutschen Maulburg und im schweizerischen Reinach. Erweitert werden auch die Standorte Gerlingen und Waldheim/Sachsen in Deutschland sowie Aurangabad in Indien. Die Vertriebsgesellschaften in Kanada und Mexiko errichten ebenfalls neue Gebäude.

195,1 Mio. Euro gab das Unternehmen für Forschung und Entwicklung aus, 7,6 % des Umsatzes. 276 Erfindungen meldete Endress+Hauser erstmals zum Patent an, 42 weniger als 2019. Die Innovationskraft der Gruppe ist jedoch intakt: 40 Produkte kamen 2020 neu auf den Markt; im laufenden Jahr sollen es 74 sein.

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