Startseite » Aufmacher »

Sind Biokunststoffe die Lösung?

Abfallreduzierung durch Einsatz nachwachender Rohstoffe
Sind Biokunststoffe die Lösung?

Kompostierbares Einweggeschirr, Mulchfolien, die auf dem Acker verrotten oder Fischernetze, die sich mit der Zeit einfach auflösen: Sind Biokunststoffe die Lösung der Abfallprobleme? Auf Kunststoffe aus Zuckerrohr, Kartoffelstärke oder anderen nachwachsenden Rohstoffen werden große Hoffnungen gesetzt.

Biopolymere erobern immer mehr Anwendungsgebiete und erzielen deutlich höhere Wachstumsraten als herkömmliche Standardkunststoffe. Ceresana hat bereits zum sechsten Mal den dynamisch wachsenden Weltmarkt für „grüne“ Polymere unter-sucht: Die Analysten erwarten, dass der Biokunststoff-Umsatz bis zum Jahr 2030 auf rund 8,1 Mrd. US-Dollar wachsen wird.

Schlüsselrolle für die EU-Kreislaufwirtschaft

Kunststoffe und Verpackungen sind zentrale Produktgruppen für den „Aktionsplan Kreislaufwirtschaft“, den die EU-Kommission im Rahmen des „Green Deal“ im Frühjahr 2020 veröffentlicht hat. Um die Wegwerf-Gesellschaft zu überwinden und die Abfallmengen zu reduzieren, plant die EU-Kommission unter anderem eine Kunststoffsteuer, Beschränkungen für Mikroplastik und die Förderung von Kunststoffrecycling. Ende 2021 soll eine neue „Rahmengesetzgebung für biobasierte, biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe“ klar regeln und definieren, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist und wie Biokunststoffe entsorgt werden sollen. Mit einer Lebenszyklusanalyse soll Greenwashing vermieden werden: Biobasierte Kunststoffe sollen nur dann eingesetzt werden, wenn sie gegenüber fossilen Kunststoffen echte ökologische Vorteile bieten und nicht zum Beispiel der Lebensmittelproduktion Konkurrenz machen.

Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe

Als „Biokunststoffe“ werden derzeit zwei Materialgruppen bezeichnet, die sich überlappen können, aber nicht immer identisch sein müssen:

  • biologisch abbaubare Kunststoffe, die sich in der freien Natur zersetzen oder zumindest in industriellen Anlagen kompostiert werden können,
  • biobasierte Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Manche Biokunststoffe erfüllen beide Bedingungen: PLA aus Polymilchsäure, PHA aus Zucker und TPS aus Stärke zum Beispiel sind biobasiert und biologisch abbaubar. Es gibt aber auch Kunststoffe aus biogenen Rohstoffen, die nicht kompostierbar sind (z.B. PEF aus Fructose oder Bio-PE auf Basis von Zuckerrohr). Dagegen können manche petrochemisch, also aus Erdöl oder Erdgas erzeugte Kunststoffe durchaus biologisch abbaubar sein (z.B. PCL, PBAT, PBS). Biobasierte Kunststoffe mit der gleichen chemischen Struktur wie ihre fossilen Pendants können recycelt werden.

Größtes Wachstum bei Polymilchsäuren und Stärke

Biologisch abbaubare Kunststoffe, zum Beispiel Polymilchsäuren (PLA) und Stärke-Polymere, erreichten 2020 einen Marktanteil von 65 % am gesamten Biokunststoffmarkt. Für diese Produktgruppe erwartet Ceresana bis 2030 ein weiteres Mengenwachstum von 10,2 % pro Jahr. Bei biobasierten Kunststoffen, etwa Bio-Polyethylen, Bio-PET oder Bio-PA, die nicht biologisch abbaubar sind, wird der Zuwachs mit 7,5 % pro Jahr voraussichtlich niedriger sein. Der aktuelle Marktreport von Ceresana analysiert, wie sich der Einsatz von Biokunststoffen in den unterschiedlichen Absatzmärkten entwickelt. Die wichtigste Absatzbranche für Biokunststoffe war im Jahr 2020 die Verpackungsindustrie – mehr als 58 % aller Biokunststoffe wurden hier verarbeitet. Die höchsten Zuwächse erwartet Ceresana mit 11,1 % pro Jahr im Bereich „Beutel, Säcke und Tüten“.

Die Studie im Überblick

Kapitel 1 der Studie bietet eine umfassende Darstellung und Analyse des globalen Marktes für Biokunststoffe – einschließlich Prognosen bis 2030: Für jede Region wird die Entwicklung von Verbrauch, Umsatz sowie Produktion dargestellt. Zudem werden die Anwendungsgebiete von Biokunststoffen einzeln untersucht: starre Verpackungen, flexible Verpackungen (Beutel, Säcke, Tüten und sonstige Verpackungen), Konsumgüter, Automobil und Elektronik, sonstige Anwendungen.

Für die Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik und „Rest der Welt“ wird die Produktion von Biokunststoffen aufgeteilt in die Produktgruppen: Polymilchsäure (PLA), Stärke, sonstige biologisch abbaubare sowie nicht biologisch abbaubare Kunststoffe. Der Verbrauch von Biokunststoffen je Region wird aufgliedert in: PLA, Stärke, Polyhydroxyalkanoate (PHA), Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT), sonstige biologisch abbaubare Kunststoffe, Bio-Polyethylen (PE) und sonstige nicht biologisch abbaubare Kunststoffe.

In Kapitel 2 werden die 8 bedeutendsten Absatzländer einzeln betrachtet: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, USA, China, und Japan. Dargestellt werden dabei jeweils: Verbrauch und Umsatz, der Verbrauch für die einzelnen Anwendungsgebiete und der Verbrauch je Produkttyp.

Kapitel 3 bietet nützliche Unternehmensprofile der bedeutendsten Hersteller von Biokunststoffen, übersichtlich gegliedert nach Kontaktdaten, Umsatz, Gewinn, Produktpalette, Produktionsstätten und Kurzprofil. Ausführliche Profile werden von 91 Herstellern geliefert, z.B. BASF SE, Braskem S.A., Far Eastern New Century Corporation (FENC), NatureWorks LLC, Novamont S.p.A., Rodenburg Biopolymers B.V., Solvay SA, Teijin Limited und Vegeplast S.A.S.

Weitere Informationen zur Marktstudie Biokunststoffe (6. Auflage): https://www.ceresana.com/de/marktstudien/kunststoffe/biokunststoffe/

Unsere Webinar-Empfehlung
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

cav-Produktreport

Für Sie zusammengestellt

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Top-Thema: Instandhaltung 4.0

Lösungen für Chemie, Pharma und Food

Pharma-Lexikon

Online Lexikon für Pharma-Technologie

phpro-Expertenmeinung

Pharma-Experten geben Auskunft

Prozesstechnik-Kalender

Alle Termine auf einen Blick


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de