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Strom: Deutschland verschenkt jährlich 18 Mrd. kWh

40 % des baden-württembergischen Strombedarfs einsparbar
Strom: Deutschland verschenkt 18 Mrd. kWh jährlich

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Viele Unternehmen bezahlen für Strom, den sie gar nicht benutzen, da er in den Leitungen vernichtet wird Bild: vchalup – stock.adobe.com
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Die Klimaziele der EU sind eng mit der Thematik einer verbesserten Energieeffizienz verknüpft. Knappe Ressourcen sollen so geschont und der CO2-Ausstoß vermindert werden. Viele Industrieunternehmen haben bereits damit begonnen, ihren Energieeinsatz zu optimieren. Teilweise mittels großer Investitionen. Dabei wird eine kleine Stellschraube bisher häufig übersehen: Die Einsparung von Energieverlusten – und damit von Strom, der bereits abgerufen und bezahlt wurde, aber nicht genutzt wird bzw. ins Leere fließt.

Livarsa aus dem Schwarzwald hat es sich vor rund zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, diese Energieverluste auf ein Minimum zu reduzieren und dazu eine Energieeffizienzlösung entwickelt, die als eine Mess-, Steuer- und Regelungseinheit (MSR) zentral an der Stromversorgung des Anwenders eingebunden wird – überall da, wo viel Strom verbraucht wird. Allen voran Maschinenparks egal welcher Branche. Vom Hotel über Lebensmittelindustrie bis hin zur Druckerei. Geschäftsführer Salvi Donato erklärt, wie das funktioniert.

Herr Donato, wie kommt es, dass in Deutschland so viel Strom verschenkt wird?

Donato: Verschenken bedeutet, dass man sich der Tatsache bewusst ist, etwas herzugeben. Das ist aber nicht der Fall. Tatsächlich ist es Verschwendung, die hier stattfindet. Bezahlter Strom geht unwiderruflich verloren, ohne genutzt zu werden. Verloren geht er deshalb, weil sich in vielen Gebäuden und Fertigungsstätten die Qualität der Stromübertragung in den letzten Jahren verschlechtert hat. Das liegt an der Bauart neuer moderner elektrischer Geräte und Maschinen. Diese verursachen Verzerrungen im elektrischen Netz und wirken sich negativ auf die Effizienz der Übertragung aus. Je nachdem, wie Geräte und Infrastruktur miteinander vernetzt sind – wie also die gesamte elektrische Installation aufgebaut wurde – ist die Qualität der Stromversorgung unterschiedlich gut. Als Faustregel gilt: je besser die ist, desto weniger Energieverluste gibt es.

An welchen Stellen genau geht der Strom verloren?

Donato: Bei der Energieübertragung, sprich: vom Transformator des Energieversorgers über die Verteilung, den Kabelübergängen bis hin zu den eingesetzten Komponenten. Leider ist es so, dass technische Geräte – egal ob Fernseher oder Motor – zwar in den letzten zwanzig Jahren in sich immer weiter optimiert wurden, zum Beispiel im Hinblick auf ihre Größe, ihr Gewicht oder ihren Energieverbrauch. Doch wurde dafür in Kauf genommen, dass sie zunehmend mehr Verzerrungen in das Stromnetz bringen: der Widerstand bei der Stromübertragung wird erhöht und wirkt sich negativ auf die Effizienz der Leistungsübertragung aus. Das muss man sich vorstellen wie ein aufgewühltes Meer, in dem ein Schwimmer unterwegs ist. Will dieser schneller bzw. effizienter vorankommen, muss die Wasseroberfläche möglichst glatt sein.

Was tut Ihre Energiesparlösung dann konkret, um diese Verzerrungen zu mindern?

Donato: Unsere Lösung wird da installiert, wo der Strom zentral eingespeist wird, und damit direkt an der Quelle. Die angesprochenen Wellenberge – technisch Oberwellen genannt – glätten wir dadurch, dass wir ein Magnetfeld aufbauen, das seinerseits Induktionsstrom herstellt und dieser dann quasi als Gegenstrom fungiert. So minimieren wir Energieverluste – der Schwimmer braucht weniger Kraft, um voranzukommen. Diese Verluste werden heute von der Fachwelt in einem gesamten Niederspannungsnetz mit drei bis acht Prozent beziffert. Das klingt vielleicht auf Anhieb nach wenig, ist aber viel, wenn man im Jahr 1 Mio. kWh Strom verbraucht. Dann sind das jährlich gesparte 30 000 bis 80 000 kWh.

Ihre Lösung gibt es bereits seit gut 10 Jahren – warum ist sie nicht längst zum Standard geworden?

Donato: Ich denke, das könnte zum einen an der Komplexität der Thematik liegen, aber auch daran, dass lange Zeit der Einspareffekt nicht nachgewiesen werden konnte. Er war schlichtweg nicht messbar. Deshalb haben wir mit der Hochschule Offenburg einen Messwert und ein Messverfahren entwickelt, dass die Wirksamkeit belegt. Seitdem ist unsere Lösung auch Bafa gefördert und wir verzeichnen einen großes Nachfragewachstum. Wir hoffen natürlich, dass sie in energieintensiven Branchen künftig zu den Standardmaßnahmen in puncto Energieeffizienz gehört. Immerhin gehen in Deutschland derzeit jedes Jahr 18 Mrd. kWh Strom ins Leere – das möchten wir gerne ändern.

Lesen Sie mehr im Fachbeitrag „Energieverluste im Niederspannungsnetz reduzieren

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