Sichere Probeentnahme für flüssige Medien. Schranksysteme schützen Mensch und Umwelt - prozesstechnik online

Schranksysteme schützen Mensch und Umwelt

Sichere Probeentnahme für flüssige Medien

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Eine sichere Probeentnahme ist Grundvoraussetzung zur Überwachung chemischer Reaktionen und damit zur Sicherstellung der angestrebten Qualität der Prozesse. Um eine Gefährdung des Mitarbeiters und eine Kontamination der Umwelt auszuschließen, müssen Probenahmesysteme entsprechend ausgelegt sein. Schutz-schränke an den Entnahmestellen bieten hier die nötige Sicherheit.

Der rechtliche Rahmen für den Arbeitsschutz wird durch die Unfallverhütungsvorschriften geregelt. Sie verpflichten den Betreiber, eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung für seine Probeentnahmestellen durchzuführen und technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter festzulegen. Dies schließt auch den Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung mit ein.

Um geeignete technische Maßnahmen zu definieren, stellt sich zunächst die Frage nach dem zu entnehmenden Medium. So vielfältig wie die chemischen Prozesse sind auch die dabei verwendeten Medien. Das Spektrum reicht hier von reinem Wasser, über Säuren und Laugen bis hin zu hoch entzündlichen oder gesundheitsschädlichen Stoffen. Die jeweiligen Gefahrstoffdatenblätter sind hier zwingend zu beachten und für die sicherheitstechnische Betrachtung bei der Auswahl der geeigneten Probenahmesysteme unbedingt heranzuziehen.

Bei den geplanten Dichtungssystemen sind die Anforderungen der TA-Luft zu berücksichtigen und entsprechend zertifizierte Produkte zu verwenden.

Die Kombination von Medium und Betriebsparameter wie z. B. Druck, Temperatur und Viskosität sind weiterhin ausschlaggebend für die abschließende Auslegung der Probenahmestelle. Hier können in der Praxis auch Heizsysteme erforderlich werden, um die Viskosität des Mediums zu erhalten.

Der Einbauort, z. B. in einer Rohrleitung oder an einem Behälter, bestimmt darüber hinaus die geeignete Anschlussform. An dieser Stelle ist auch festzulegen, welche Armaturenwerkstoffe – gegebenenfalls mit einer chemisch beständigen Auskleidung – für das zu beprobende Medium geeignet sind.

In vielen Anlagen ist auch die EU-Richtline zum Explosionsschutz (Atex) zu berücksichtigen. Nun verfügen Probenahmesysteme in der Regel über keine potenziellen Zündquellen, jedoch muss eine mögliche elektrostatische Aufladung entsprechend bewertet und berücksichtigt werden.

Ein weiteres Kriterium für die Konzeption eines Probenahmesystems ist die geplante Probenmenge sowie die vom Betreiber projektierten Entnahmezyklen. Wird an eine automatisierte Probenentnahme gedacht, ist ein entsprechender Antrieb für das Entnahmeventil vorzusehen.

Prozess und Sicherheit im Einklang

Um nun die prozessseitigen Aspekte sowie die betrieblichen Gegebenheiten in Einklang mit den Sicherheitsanforderungen zu bekommen, stehen eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Probenahmeventile mit einfacher Handbetätigung (ohne Sicherheitsfunktion)
  • Probenahmeventile mit selbstschließendem Handrad (die sogenannte Totmannschaltung)
  • Probenahmesysteme mit zusätzlichen Absperrarmaturen im Auslauf (Schleusensystem)
  • Probenahmesysteme mit Verschlussmöglichkeit zur Verhinderung unbefugter Betätigung
  • Probenahmesysteme mit Schutzschränken

Schranksysteme von Ritag sind ein wirkungsvoller Schutz gegen eine ungewollte Beschädigung des Probenahmegefäßes. Ein unkontrolliertes Entweichen des Mediums in die Umgebung wird hierdurch verhindert. Werden die Schränke um eine Verschlussmechanik erweitert, kann der Betreiber den Probenahmebehälter von außen verschließen. Dies bedeutet einen enormen Zugewinn an Sicherheit. Mit entsprechenden Absaugmöglichkeiten kann das Gefährdungspotenzial nochmals deutlich reduziert werden. Auch die Möglichkeit einer Inertisierung ist hier gegeben. Als Gehäusematerial stehen Edelstahl und Edelstahl mit PFA-Auskleidung zur Verfügung. Die Ventile eignen sich für Rohrleitungsdurchmesser von DN 15 bis DN 100 und für die Druckstufen PN 10 bis PN 40. Die Dichtheitsklasse entspricht der Leckrate A nach DIN EN 12266-1.

Fazit

Für die Auslegung eines optimalen Probeentnahmesystems ist der Informationsaustausch zwischen Betreiber und Hersteller ein unverzichtbarer Aspekt. Nur die Kombination aus den tiefen Kenntnissen der Gegebenheiten vor Ort und die daraus resultierenden Anforderungen sowie den langjährigen Erfahrungen des Systemherstellers in der Konzeption dieser Systeme legen die Basis für eine sichere und effiziente Probeentnahme. Eine abschließende, umfassende Unterweisung des Bedienpersonals durch den Betreiber und der Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung bringen das Projekt „Sichere Probeentnahme“ zu einem erfolgreichen Abschluss.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0818ritag


Autor: Jürgen Niemeyer

Vertriebsleiter Inland,

Ritag



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