Dosieranlagen

Auslegung von Dosierstationen

Chemiekaliendosieranlagen für den US-Markt

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In der Chemieindustrie müssen Kühl- und Kesselwasser der hauseigenen Kraftwerke, ähnlich wie bei Großkraftwerken, konditioniert werden, damit die Energieversorgung als wichtige Grundlage auch bei der Herstellung von Düngemittel fungieren kann. Zur Wasseraufbereitung werden verschiedenste Chemikalien eingesetzt, die aus Dosierstationen zugegeben werden. Die Auslegung solcher Dosierstationen speziell für den US-Markt steckt jedoch voller Herausforderungen.

MPT aus Rodgau hat im Auftrag von Thyssen Krupp Industrial Solutions 27 Dosieranlagen in zwei amerikanischen Chemiefabriken des Betreibers CF Industries verbaut. In Donaldsonville, Louisiana, wurde jeweils eine Dosierstation für Sauerstoffbinder, Amin, Phosphat und Beizmittel errichtet. Darüber hinaus wurden dort jeweils zwei Dosierstationen für Tensid, Dispergiermittel, Korrosionsinhibitor, Natriumbromid, Natriumhypochlorit, Schwefelsäure und Natriumhydroxid aufgebaut. In Port Neal im US-Bundesstaat Iowa wurde jeweils eine Dosieranlage für Sauerstoffbinder, Ammoniak, Natriumhypochlorit, Korrosionsinhibitor, Dispergiermittel, Natriumbromid, nicht oxidierendes Biozid, Schwefelsäure und Natriumhydroxid installiert.

Prinzipiell besteht jede Station aus einem mittels Druckluft oder Schwerkraft zu befüllenden Lagertank und zwei oder mehr Dosierpumpen. Für die Möglichkeit eines Ausfalls wurden die Dosierpumpen für jeden Dosierstrang redundant ausgeführt.

Besonderheiten des Projekts

Beispielsweise wurden als Dosierpumpen amerikanische Fabrikate verbaut, da deren Motoren bei einem Defekt in den USA instand zu setzen sein sollten. Die gesamte elektrische Ausrüstung, wie beispielsweise Motoren, Transmitter, Schalter, musste eine entsprechende US-amerikanische Zulassung haben, entweder vom amerikanischen Industriesachversicherer FM Global oder von Underwriters Laboratories, einer Organisation, die Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit untersucht und zertifiziert. Auch Anzeigegeräte für Druck und Durchfluss mussten entsprechend ausgeführt sein. Da allein nach Donaldsonville 18 Dosieranlagen geliefert wurden, sollte das Design einheitlich sein, um eine dem Betreiber besonders wichtige Montage-, Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit zu gewährleisten. Und weil die Anlagen auf lange Lebensdauer ausgelegt sind, musste die Bauweise der Dosierstationen robust ausgeführt sein.

Da die USA nicht das metrische, sondern das angelsächsische System verwenden, mussten u. a. Schrauben der Behälter- und Flanschanschlüsse in Zoll ausgeführt sowie die Abmessungen der einzelnen Dosierstationen auf den Zeichnungen in Zoll bzw. Fuß und die Gewichtsangaben in Pfund angegeben werden. Maße und Gewichte waren zudem Grundlage für die Windlastbetrachtung des Kunden. Die Komponenten wurden entsprechend einer Lackierspezifikation geliefert, die jedoch lediglich auf die Pumpen und Motoren anzuwenden war. Obwohl es keine Kundenvorgabe war, hat MPT die Verrohrung aus Polyvinylchlorid und Polypropylen für die Anlagen in Donaldsonville mit einem UV-Schutzlack versehen, da diese im Außenbereich aufgestellt werden sollten.

Normen und Richtlinien sind in den USA ein besonderes Thema: So waren u. a. die API-Richtlinien für Verdrängerpumpen und die NEMA-Norm für Motoren einzuhalten. Die NEMA (National Electrical Manufacturers Association) ist auch die amerikanische Organisation, die Normen für Informationen zur Produktsicherheit herausgibt. Dazu gehören sowohl Warnhinweise in Anleitungen als auch Warnschilder. In Amerika müssen derartige Sicherheitsinformationen besonderen Anforderungen hinsichtlich Verständlichkeit genügen. Im Gegensatz zu ISO-Symbolen, deren Bedeutung erlernt werden muss, werden bei US-amerikanischen Warnsymbolen Verletzungsrisiken bewusst drastisch dargestellt, um zur Gefahrenabwehr möglichst abschreckend zu wirken. Zudem ist durch die Schwarzweißdarstellung der Kontrast höher. Auch die Größe unterscheidet sich gegenüber den ISO-Warnsymbolen, da US-Piktogramme im Gegensatz zu ISO nicht in einem Warndreieck bzw. blauen Kreis dargestellt werden.

Probleme gemeistert

Die Größe einiger Tanks stellte MPT bei Transport und Verpackung vor einige Herausforderungen. Für möglichst geringe Logistikkosten wurden besonders große Behälter direkt in den USA bestellt, angeliefert und aufgebaut. Wegen der getrennten Lieferung musste allerdings eine Lösung her, die den Aufbau so einfach wie möglich gestaltet. So wurde die Pumpenanordnung mit flexiblen Schläuchen an den jeweiligen Tank angeschlossen. Dadurch konnten Maßabweichungen, wie sie bei der Montage auftreten können, mühelos ausgeglichen werden.

Die Tatsache, dass gewährleistet wurde, dass instandhaltungsrelevante Komponenten – das sind neben den bereits erwähnten Dosierpumpen auch Sicherheitsventile – von ortsansässigen Unternehmen gewartet werden können, bedeutet im Bedarfsfall für den Betreiber eine große Arbeitserleichterung.

Eine sorgfältig ausgearbeitete, vollumfängliche und detaillierte Dokumentation mit Fließschemata, Zeichnungen, Anleitungen usw. erleichtert dem Betreiber die Orientierung im Umgang mit den recht komplexen verfahrenstechnischen Anlagen.

Während des gesamten Projektablaufs hat sich die große Flexibilität des Anlagenbauers für den Kunden als besonders hilfreich erwiesen: Eine flache Hierarchie durch das gesamte Unternehmen hinweg und kurze Entscheidungswege waren die Voraussetzung für eine umfassende Kundenbetreuung mit zeitnahen Antworten auf Rückfragen, wie sie sich bei Bau und Inbetriebnahme solcher Anlagen immer ergeben.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0817mpt


Autor : Sven Briol

Projektmanager,
MPT

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