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Vollautomatische Abfüllanlage bei LBC Tank Terminals in Betrieb genommen

Neubau im laufenden Betrieb
Vollautomatische Abfüllanlage für LBC Tank Terminals

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Ein wichtiger Schritt im Rahmen der Neuinstallierung einer komplexen Industrieanlage ist die Inbetriebnahme. Häufig werden die einzelnen Maschinen erst dann miteinander verbunden und alle Prozessschritte können erstmals gemeinsam durchgeführt werden. Ein solches Projekt hat SMB International für LBC Tank Terminals, einen unabhängigen Betreiber von Midstream- und Downstream-Lagerstätten, für flüssige Massengüter, beispielsweise Öle, realisiert.

Am Standort Antwerpen lagert LBC Tank Terminals vor allem Basisöl, das für die Herstellung von Mineralölprodukten verwendet wird. Ende 2019 nahm dort eine neue Abfüllanlage ihren Betrieb auf. Der Auftrag für SMB International lautete, im neuen Lagergebäude eine voll automatisierte Anlage von der Zuführung der Fässer über die Abfüllung und Palettierung bis hin zur LKW-Beladung zu installieren und das Projekt von der Planung bis zur Inbetriebnahme vor Ort zu betreuen.

Ein perfektes Zusammenspiel

Bei einer umfangreichen Konstruktion dieser Größe werden Anlagentechniken kombiniert und die einzelnen Abläufe exakt aufeinander abgestimmt. Nur so funktioniert die Abfüllung am Ende voll automatisiert. Eine gute Voraussetzung für das Projekt war, dass die bestehende Halle bei LBC Tank Terminals in Antwerpen mitsamt der vorherigen Abfüllanlage abgerissen werden sollte, um an selber Stelle einen Neubau zu errichten. So konnte dort eine komplett neue und automatisierte Anlage aus zwei Linienfüllautomaten für Fässer mit zugehörigen Palettierern und Stretchwicklern und eine IBC-Abfüllanlage mit zugehöriger Fördertechnik entstehen. Um während des Bauprozesses trotzdem weiter Flüssiggüter abfüllen zu können, wurden die alten Anlagen temporär in einem anderen Gebäude untergebracht. Insgesamt standen SMB für den Aufbau und die Inbetriebnahme acht Wochen zur Verfügung. Bei einem derart umfangreichen Anlagenneu- oder -umbau ist eine effiziente
Implementierung oberstes Ziel. Daher baut man bei SMB die Anlagen bereits im Werk so weit wie möglich auf und führt zentrale Tests durch. Die Inbetriebnahme beim Kunden vor Ort ist dann dennoch vor allem bei voll automatisierten Anlagen ein entscheidender Schritt. Alle Schnittstellen zwischen den einzelnen Komponenten müssen reibungslos funktionieren.

Die Abfüllanlage im Detail

SMB-Linienabfüllanlagen kommen dann zum Einsatz, wenn eine vollautomatische und kontinuierliche Abfüllung größerer Mengen erforderlich ist. Mit einer Gesamtlagerkapazität von fast 300 000 m3 war diese Anlagenart die richtige Wahl für LBC. Verschiedene Bauformen der Linienabfüllanlage ermöglichen die Abfüllung in Fässer, Kannen, Kanister oder Eimer über eine oder mehrere Befüllstellen. In dem 1150 m2 großen Neubau des belgischen Standorts werden Fässer und IBC voll automatisiert befüllt. Die erste Schnittstelle, die im Rahmen der Inbetriebnahme eingerichtet werden musste, ist die Zuführung der beiden Behältertypen. Die leeren Fässer werden von drei Wechselbrückenpositionen von einem automatischen Fassentlader vollautomatisch entladen und dann mithilfe von Fördertechnik der Abfüllanlage zugeführt. Leere IBC werden hingegen außen am Gebäude per Gabelstapler auf eine Rollenbahn aufgestellt. Ist die Zuführung erfolgt, werden die Behälter im nächsten Schritt automatisch etikettiert und befüllt. Die beiden Vakuum-Palettierer von SMB International sind die passende Ergänzung für die Abfüllanlage. Mithilfe von Unterdruck werden die Fässer nach der Befüllung angehoben, auf Paletten platziert und mit Folie gesichert.

Präzise Abstimmung ist das A und O

Die präzise Abstimmung, dass Abfüllanlage, Palettierer und Stretchwickler reibungslos ineinandergreifen, hatte SMB bereits für andere Kunden realisiert. Die Besonderheit bei diesem Projekt war jedoch, dass ein vorhandener SMB-Palettierer der alten Anlage in das neue Abfüllzentrum integriert werden sollte. Die Integration der Altanlage in das neue Abfüllzentrum erfolgte nach der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlagen und des neuen Palettierers. Für die Abstimmung der einzelnen Prozesse stand nur wenig Zeit zur Verfügung, da ohne den bereits vorhandenen Palettierer auch die temporäre Anlage nicht mehr arbeiten konnte.

Die Konstruktion der neuen Anlage mit zwei Palettierern und zwei Wicklern hat mehrere Vorteile: zum einen die Geschwindigkeit bzw. größere Menge, die beide verarbeiten können, zum anderen übernimmt bei Ausfall eines Palettierers bzw. Wicklers der zweite die Palettierung von beiden Fasslinien. So können 45 Paletten pro Stunde mit jeweils vier Fässern der LKW-Beladung zugeführt oder bis zu 15 x 1000 l IBC pro Stunde umgesetzt und ebenfalls automatisch verladen werden. In der gesamten Halle ist kein Gabelstapler mehr im Einsatz.

Der magische Moment

Nachdem die einzelnen Maschinen aufgebaut und an ihren Schnittstellen aufeinander abgestimmt waren, konnte der erste Testlauf der gesamten Anlage starten. „Eine so komplexe und voll automatisierte Anlage das erste Mal tatsächlich arbeiten zu sehen, ist immer wieder beeindruckend“, beschreibt Jan-Hendrik Woldt, Vertriebsleiter bei SMB, die Inbetriebnahme. „In diesem Moment zahlt sich jede investierte Stunde für Planung, Konstruktion und Programmierung voll aus.“ Nachdem die ersten Paletten mit gefüllten Fässern versehen und in einen LKW verladen waren, erfolgten noch letzte Feinjustierungen, bevor die komplette Anlage ihren Routinebetrieb aufnehmen konnte. Was die Handhabung von Flüssiggütern angeht, war die aktuelle Herausforderung bei LBC Tank Terminals für die Ingenieure von SMB International ein Heimspiel. Tatsächlich gehört die industrielle Beförderung von Öl, hauptsächlich leichten Mineralölen, zu den langjährigen Einsatz- und Expertisegebieten des Unternehmens.

SMB International GmbH, Quickborn


Autor: Andreas Heckel

Geschäftsführender
Gesellschafter,
SMB International

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