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Die Zeit der Vernetzung ist gekommen

Sicherheit 4.0 für Werksmitarbeiter
Die Zeit der Vernetzung ist gekommen

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Auf der letzten A+A in Düsseldorf hat Honeywell Industrial Safety seine vernetzte Vision zum Thema Arbeitsschutz vorgestellt. Sean Clay, Vice President und General Manager von Honeywell Industrial Safety EMEA, ist überzeugt, dass dies einen Paradigmenwechsel dafür darstellen wird, wie Unternehmen sich den Fragen von Gesundheit und Sicherheit in der Zukunft annähern werden. Im Gespräch mit cav chemie anlagen verfahren erläutert er die Hintergründe des Connected-Safety- Solutions-Ansatzes.

Auf der A+A hat Honeywell seine Vision von vernetzten Sicherheitslösungen der Zukunft präsentiert. Fassen Sie diese Vision bitte einmal in einem Satz zusammen.

Clay: Es ist nicht einfach, eine große und vielschichtige Vision wie die vernetzten Sicherheitslösungen von Honeywell Industrial Safety in einem Satz zu beschreiben. Zusammenfassend schaffen diese Lösungen für Arbeitnehmer ein Arbeitsumfeld, das nicht nur ihre Sicherheit gewährleistet, sondern über Sensoren und Internettechnologien auch eine große Palette von Daten zur Verfügung stellt und verwaltet und somit auch zu einem verbesserten Management beiträgt.
Wie kam es zu diesem Ansatz?
Clay: Unsere neue Vision und ihre aktuelle Einbindung in der Honeywell Safety Suite ist eine Reaktion auf den sich laufend verändernden Markt, in dem die Betriebsabläufe weltweit immer komplexer und gefährlicher werden sowie geografisch immer weiter verteilt sind. Umgekehrt ist es auch eine Reaktion auf die Tatsache, dass Unternehmen heute mehr Daten als je zuvor verwalten. Als Beispiel sei hier die nächste Generation von Ölbohrplattformen genannt, auf denen es vor Ort keine Sicherheitszentrale und keine Sicherheitsfachkraft, sondern anstelle dessen einen Manager gibt, der in einer Zentrale arbeitet, die sich Tausende von Kilometern entfernt befinden kann. Von dort aus werden dann zwei oder drei solcher Anlagen aus der Ferne beaufsichtigt.
In diesem sich entwickelnden Umfeld, in dem sich die Geschäftsbedingungen von einem Moment auf den anderen ändern können und in dem ein einziger Fehler fatale Folgen haben kann, benötigen Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen, damit sie bessere geschäftliche Entscheidungen treffen, die Produktivität steigern und ihre Wettbewerbsvorteile erhalten können. Außerdem hat sich, abgesehen von den praktischen Herausforderungen, der Charakter der Sicherheitsvorfälle durch die Medien und den Anstieg der sozialen Medien grundlegend verändert. Störfälle, die in der Vergangenheit unterhalb des Radars der Öffentlichkeit blieben, werden heute in sehr kurzer Zeit zu einer weltweiten Nachricht. Zum Schutz der Reputation einer Marke sowie aus rein praktischen Produktivitätsgründen haben Investitionen in Prävention deshalb zu Recht oberste Priorität.
Was sind die Herausforderungen bei Ihrem neuen Sicherheitsansatz?
Clay: Wir stellten uns zunächst die Frage, wie Unternehmen rechtzeitigen Zugang zu den Informationen erhalten, die sie benötigen, um effizienter arbeiten zu können. Eine der großen Herausforderungen besteht in der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen darin, dass derzeit alle Gesundheits- und Sicherheitskomponenten isoliert arbeiten und die entsprechenden Daten abgeschottet werden. Wie können Unternehmen ihre unzähligen Systeme – PSA, Software-Anwendungen und Datenbanken – so integrieren, dass in Echtzeit ein richtiges Bild entsteht? Wie können z. B. Unternehmen ihre Daten so integrieren, dass sie Geräteausfälle, durch die die Sicherheit gefährdet und der profitable Betrieb des Unternehmens unterbrochen wird, „vorhersehen“ und verhindern können?
Das sind große und anspruchsvolle Fragen, mit denen die Sicherheitsbranche schon seit einiger Zeit zu kämpfen hat. Wir von Honeywell sind überzeugt, dass die Lösung in Sensoren zu finden ist. Ob sie nun von den Arbeitnehmern getragen werden oder an den Wänden befestigt sind, es geht darum, die zur Verfügung gestellten Daten so zu integrieren, dass sie in Echtzeit Einblicke in die Prozesse ermöglichen. Damit können die Mitarbeiter genau in der Sekunde erkennen, was passiert, wenn es passiert. Darauf aufbauend treffen sie dann bessere Entscheidungen, sei es, dass sie das richtige Notfallteam losschicken, ein kleines Problem mit einem Gerät beheben oder das Leben eines Mitarbeiters retten.
Wie weit sind Sie derzeit mit Ihrer Vision von der Realität entfernt?
Clay: Wir sind der Realität ein gutes Stück näher als vielleicht gedacht. In den letzten Jahren haben wir begonnen, die Grundlagen für diese Vision zu legen und es laufen einige Projekte und Systeme, die unsere Vision zwar vielleicht noch nicht zu 100 Prozent erfüllen, aber bereits vieles erreicht haben. Bei unserer Sicherheitslösung Connext handelt es sich zum Beispiel um ein drahtloses Gasdetektorsystem, in dem tragbare Gasdetektoren und Standortüberwachung mit einer Software kombiniert werden, die die Darstellung des Gasstatus einer Einrichtung in Echtzeit ermöglicht. So verwenden beispielsweise Betriebsleiter in der Öl- und Gasindustrie Connext, um sofort den Ort und die Schwere eines Gasalarms festzustellen. Zudem können sie direkt erfahren, wenn ein Mitarbeiter das Bewusstsein verliert, sie können bessere Entscheidungen über Rettung und Evakuierung treffen und die Messwerte jedes Gasdetektors proaktiv überwachen. Letztlich führt Connext die Daten vieler Detektoren in einem einzigen kartenbasierten Display zusammen, auf dem die Gefahrenüberwachung in Echtzeit erfolgt. Aber es geht nicht nur um giftige Gase. Die Lösung ist auch für tragbare Überwachungsgeräte für Wetterdaten, die Vitaldaten von Mitarbeitern, Staub und andere Faktoren geeignet. Diese werden zusammengeführt und stellen so eine Zentrale für die Überwachung von Sicherheitsrisiken in Echtzeit dar.
Das ist doch aber bestimmt noch nicht alles, oder?
Clay: Nein, wir sind tatsächlich schon einen Schritt weiter. Mit der Honeywell Safety Suite, unserem neuen Service, den wir in Europa erstmals auf der A+A vorgestellt haben, sind wir noch näher an der Verwirklichung unserer vernetzten Vision. In einer Welt, in der Sicherheit immer komplexer wird, müssen Unternehmen eine verwirrende Vielzahl von Dokumentationen führen, um den Überblick über Schulungen und Akkreditierungen, den Instandhaltungsverlauf von Ausrüstungen sowie ihr Ressourcenverzeichnis zu behalten. Sie müssen wissen, welche Vertragspartner auf einer Baustelle sind und welche Genehmigungen sie haben, wo sie arbeiten und was sie tun dürfen. Was diese Situation noch komplexer und praktisch nicht mehr beherrschbar macht, ist die Tatsache, dass all diese Informationen an verschiedenen Stellen und auf verschiedenen Plattformen gespeichert werden, die nicht miteinander verbunden oder integriert sind.
Und welche Aufgabe übernimmt die Honeywell Safety Suite dabei?
Clay: Die Aufgabe der Honeywell Safety Suite ist es nun, all diese Informationen von allen Ausrüstungen, Standorten, Schulungsregistern, Auftragnehmern und Berichten auf einer einzigen Plattform in der Cloud zusammenzubringen. Das ist eine sehr moderne, aber auch ebenso einfache Lösung.
Und wie machen Sie das?
Clay: Die Honeywell Safety Suite nutzt das Internet, um eine zentralisierte Kommandozentrale für die Verwaltung von Sicherheitsdaten zu schaffen. Dieser Cloud-basierte Dienst verbindet vielfältige Geräte, Systeme und Datenquellen – von RFID-Tags an der PSA bis zu den Informationen in den Personaldatenbanken –, um die Datenerfassung zu optimieren und den Sicherheitsfachkräften eine integrierte Sicht auf Sicherheit und Compliance zu ermöglichen – und das alles an einer Stelle, die von einem Webbrowser aus erreichbar ist.
Für wen eignet sich die Honeywell Safety Suite?
Clay: Interessanterweise ist die Honeywell Safety Suite nicht nur ein neuer Name für ein weiteres Warenwirtschaftssystem und steht auch nicht nur für große, global tätige Unternehmen zur Verfügung. Es eignet sich für Unternehmen jeder Größe und tatsächlich ist die gerade gestartete Version 1.0 stark darauf ausgerichtet, die Probleme gerade solcher kleineren Unternehmen zu lösen, die nicht über eine eigene Sicherheitsfachkraft verfügen, sondern eher eine Person, die sich unter anderem auch um Sicherheitsfragen kümmert.
Ab wann steht die Honeywell Safety Suite zur Verfügung?
Clay: Der vielleicht interessanteste Aspekt unserer Vision einer vernetzten Sicherheitslösung ist, wie kurz sie vor der Realisierung steht. Die Honeywell Safety Suite wird bereits in anspruchsvollen Umgebungen verwendet und die Vorteile für die Unternehmen, die sie einsetzen, sind deutlich greifbar. Die standortübergreifende Version des Systems wird im Laufe des Jahres verfügbar sein und sich dann weiterentwickeln.
Wie fällt Ihr Fazit aus?
Clay: Es sieht so aus, als ob die Zeit der Vernetzung gekommen ist.

Dr. Bernd Rademacher
Redakteur,
cav chemie anlagen verfahren
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