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Für Ex-Bereiche ideal

Pulverpumpen vereinfachen das Produkthandling
Für Ex-Bereiche ideal

Die Pump Division der Alfa Laval Flow GmbH, Düsseldorf, hat mit den Typen Depa DP 50, 80 und 125 eine Baureihe von Druckluftmembranpumpen zum zuverlässigen Fördern der meisten Pulverarten entwickelt. Die Aggregate eignen sich zum Transport voluminöser, leicht fluidisierbarer Schüttgüter. cav sprach mit dem Geschäftsführer Hans Dieter Ptak und demVerkaufsleiter Detlev Ammon über diese Baureihe und aktuelle Entwicklungen auf dem Pumpensektor.

Herr Ptak, von der Fachgemeinschaft Pumpen innerhalb des VDMA sind eher verhaltene Einschätzungen zum deutschen Markt zu hören. Wie beurteilen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten von Alfa Laval Pumps?

Ptak: Wir müssen da etwas differenzieren: In unserem klassischen Bereich der Depa-Druckluft-Membranpumpen, in dem wir als Marktführer schon lange eine starke Position haben, sind die Zuwächse naturgemäß begrenzt. Im Bereich unserer Alfa Laval Depa/Elro-Schlauchpumpen, mit den SSP-Drehkolbenpumpen und auch bei den Scheiben-Pumpen haben wir dagegen noch viele Möglichkeiten, neue Branchen oder auch neue Applikationen zu erschließen – es steht ein reichliches Wachstumspotential zur Verfügung. Hier zahlt es sich aus, daß wir Universalanbieter bei Verdrängerpumpen sind: Wo die eine Bauart an ihre Grenzen stößt, ist eine andere Pumpe geeignet. Technisch können wir mit unserer breiten Palette so gut wie jedes Förderproblem lösen. Wir haben es bislang allerdings noch nicht geschafft, allen Anwendern zu zeigen, daß wir eben mehr als nur unsere seit Jahren etablierten Depa-Druckluft-Membranpumpen anbieten. Beispielsweise sind wir bei Drehkolbenpumpen europaweit Marktführer. Aber in Deutschland kennt kaum jemand unsere SSP-Aggregate; das müssen wir ändern. Ich spreche hier also von Versäumnissen der Vergangenheit.
Der Hinweis auf den globalen Wettbewerb fehlt bei Einschätzung der aktuellen Marktlage fast nie – wie sehen Sie das?
Ptak: Der Wettbewerb ist in der Tat global geworden. Und die internationalen Wettbewerber, die auf den deutschen Markt drängen, bewegen sich bezüglich der Qualität ihrer Produkte durchaus auf einem vergleichbaren Niveau wie die deutschen Hersteller – und das meist verbunden mit dem Vorteil niedrigerer Produktionskosten. Der Wettbewerb wird härter, weil die ausländischen Hersteller diesen Kostenvorteil natürlich am Markt ausspielen.
Aber die ausländischen Hersteller haben doch zumindest am Anfang keine vergleichbare Service- und Ersatzteil-Infrastruktur. Herr Ammon, legen die Anwender denn darauf keinen Wert mehr?
Ammon: Doch, darauf bauen wir ja unter anderem. Unser Konzept ist, daß wir dem Kunden in Deutschland einen flächendeckenden, schnellen Service anbieten. Wir haben eine gut funktionierende Ersatzteilversorgung und garantieren, innerhalb von 24 bzw. 48 Stunden Ersatzteile zur Verfügung zu stellen. Aber letztlich spielt das Preisargument bei den Kunden doch eine sehr große Rolle.
Ptak: Zu ergänzen wäre, daß der „Vor-Ort-Service“ einer der wichtigsten Aspekte für den Anwender ist, mit einem internationalen Unternehmen wie Alfa Laval zu arbeiten. Ein weltweit aktiver Konzern bietet hier naturgemäß mehr als ein rein nationaler Anbieter. In praktisch allen wichtigen Ländern gibt es eine Niederlassung von Alfa Laval, dort wird nach und nach auch die Pumpen-Division stützpunktmäßig Lager einrichten und vor Ort Pumpenfachleute bereithalten. Ein wichtiger Gesichtspunkt kommt noch hinzu. Weil wir durch die weltweite Präsenz internationale Marktveränderungen sehr viel schneller wahrnehmen, können wir auch dem nationalen Anwender rasch entsprechende Lösungen anbieten. Wir können so die im Konzern vorhandenen Erfahrungen und das Know-how um Verfahrensabläufe transferieren. Für den Kunden bedeutet es zudem auch ein hohes Maß an Sicherheit, mit einem großen Konzern zusammenzuarbeiten.
Könnten Sie das erläutern?
Ptak: Der Kunde erhält sozusagen Zukunftssicherheit. Mit uns kann er eine langfristige Zusammenarbeit eingehen, weil ein Unternehmen wie Alfa Laval langfristig am Markt bestehen wird. Diese Gewißheit kann ein kleinerer Anbieter nicht bieten.
Herr Ammon, warum legen Sie so großen Wert darauf, Universalanbieter bei Verdrängerpumpen zu sein?
Ammon: Wie Sie wissen, gibt es bei Verdrängerpumpen Bauarten unterschiedlicher Technologien, die oft anwendungsbedingt miteinander konkurrieren. Aus unserer umfangreichen Produktpalette heraus können wir die für den Anwender optimale Pumpenkonzeption wählen bzw. zur Verfügung stellen und sind nicht darauf angewiesen, unbedingt eine Bauart verkaufen zu müssen. Das macht uns allein schon von der Argumentation her glaubwürdig, denn: Nur wer viele Bauarten im Programm hat, ist nicht auf den Verkauf einer bestimmten Pumpe angewiesen und kann objektiv beraten.
Das Schlagwort Globalisierung haben wir bereits angesprochen. Man kann neue Märkte mit einer Niedrigpreis-Politik erobern oder mit intelligenten Produkten. Wie gehen Sie vor?
Ptak: Die wirksamste Methode zur Verteidigung und auch zur Eroberung eines Marktes ist noch immer die Innovation. Dazu gehört zum einen, vorhandene Produkte kundengerecht zu modifizieren, zum anderen heißt das auch, neue Produkte für neue Applikationen auf den Markt zu bringen. Ich möchte hier beispielsweise unsere Depa-Pulverpumpe anführen, die wir für eine ganz spezielle Anwendung eines Chemiekunden in Süddeutschland konzipiert haben. Ein anderes Beispiel ist die neue Depa-Hochdruckpumpe für Anwendungen in der Filtrationstechnik. Neben der Fähigkeit zur Innovation muß man auch sehen, daß man für bestimmte Volumenmärkte seine Fertigungskosten und damit seine Produktpreise entsprechend anpaßt.
Und wie bekommen Sie am Standort Deutschland die Kosten in den Griff?
Ptak: Am Standort Deutschland ist das natürlich schwierig durchzusetzen. Wir haben deshalb viele Fertigungsschritte an Standorte außerhalb Deutschlands verlegt. Wichtig ist uns aber, daß die Montage bei uns verbleibt. Unsere Qualitätssicherung sorgt natürlich dafür, daß das Niveau erhalten bleibt und die DIN ISO 9001-Auflagen nicht nur erfüllt, sondern teilweise sogar überboten werden.
Die personalintensive Montage verbleibt also in Deutschland?
Ptak: Schauen wir uns doch einmal die Kostenstruktur einer Pumpe an. Das Material, die Herstellung und Bearbeitung der einzelnen Komponenten verursachen zwischen 75 und 80% der Kosten. Die restlichen 20 bis 25% der Kosten fallen für Montage und Tests an. Weil die Qualität eines Produktes aber sehr von der sauberen Montage abhängt, lassen wir diesen Teil der Fertigung bewußt in Deutschland. Zwei Dinge wollen wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen, zum einen die Auswahl unserer Lieferanten, die nach DIN ISO 9000-Vorschriften arbeiten müssen, zum anderen die Flexibilität gegenüber Kundenwünschen. Und gerade der letzte Punkt gelingt nur, wenn wir selbst Komponenten lagern und diese dann entsprechend den Kundenwünschen zusammenbauen. Nur so können wir schnell am Markt reagieren.
Herr Ammon, auf der Powtech steht Ihre neue Pulverpumpe im Mittelpunkt. Können Sie bitte in wenigen Worten das Wesentliche an dieser Neuentwicklung vorstellen?
Ammon: Zunächst wird es wahrscheinlich für viele Anwender überhaupt überraschend sein, daß man mit einer Druckluftmembranpumpe Pulver fördern kann. Das geht in der Tat – bis zu einem bestimmten Schüttgewicht – sehr gut, wenn diese Pulver ausreichend fluidisierbar sind. Ausgangspunkt der Entwicklung war die Basisausführung der Depa-Pumpe. Die Verbesserungen betreffen insbesondere die Strömungsführung innerhalb der Pumpe – die Kammern sind so modifiziert worden, daß das Fördergut schon innerhalb der Pumpe fluidisiert vorliegt. Glatte Oberflächen und die optimierte Hydraulik vermeiden jegliche Pulver-Anbackungen. Aufgrund der verbesserten Strömungsführung verringern sich insgesamt die energetischen Verluste, der Wirkungsgrad ist höher als bei herkömmlichen Druckluftmembranpumpen. Man muß an solche Förderaufgaben jedoch mit viel Empirie herangehen:
Die Trial-and-error-Methode ist durchaus üblich. Aber wir haben mittlerweile viel Erfahrung sammeln können und optimieren die einzelnen Komponenten der Pulverpumpe kontinuierlich weiter. Eines ist jedoch klar: Wenn ein Pulver mit unserer Pumpe gefördert werden kann, hat der Kunde einen enormen Preisvorteil, die herkömmlichen pneumatischen Fördersysteme sind deutlich teurer!
Können Sie das quantifizieren?
Ammon: Gegenüber der herkömmlichen pneumatischen Flugförderung ist die Förderung mit einer Pulverpumpe um den Faktor 10 bis 20 preiswerter. Immer wenn die erforderlichen Stoffeigenschaften erfüllt sind, sollte der Anwender diese kostengünstige Alternative also prüfen. Denn nicht nur das Aggregat ist vergleichsweise preiswert, auch die Peripherie gestaltet sich deutlich günstiger. Während die Dickstromförderung einer Pulverpumpe mit einem Luftanteil von 1:3 bis 1:5 fährt, arbeitet eine pneumatische Flugförderung mit einem Luftanteil von 1:10 bis 1:50. Das Pulverpumpen-System muß erheblich weniger Luft abscheiden, die zu installierende Filterkapazität fällt entsprechend kleiner und kostengünstiger aus.
Wenn soviel Empirie dahintersteckt – haben Sie denn ein Anwendungslabor, in dem Sie die Eignung der Pulver erproben können?
Ptak: In Düsseldorf haben wir ein Versuchslabor, in dem wir die vom Anwender zur Verfügung gestellten Pulver mit unserer Pumpe austesten können. Falls das Pulver diesen Weg nicht zuläßt – beispielsweise toxische Pulver – installieren wir auch zu sehr günstigen Konditionen eine Testpumpe vor Ort. Wenn der Kunde dann die Pumpe erwirbt, ist er sicher, daß sie funktioniert. Vorteilhaft ist, daß eine Einbindung der Pulverpumpe in die Anlage nicht besonders aufwendig ist.
Wie sieht nun der typische Einsatz der neuen Pumpe aus?
Ammon: Für manchen Anwender ist unbefriedigend, daß er die Pulver bei herkömmlicher Förderung zunächst aus der Verpackung nehmen und per Zwischenbehälter über Zellradschleusen in den Förderstrom einbringen muß. Werden gar Säcke verwendet, wird dieses Handling bei toxischen oder sonst die Gesundheit beeinträchtigenden Pulvern besonders problematisch. Zur Entleerung sind dann nämlich relativ aufwendige Apparaturen erforderlich, die den Sack zerschneiden und dabei gleichzeitig die Luft absaugen, um die umgebende Atmosphäre nicht mit Staub zu kontaminieren. Druckluftmembranpumpen bieten hier eine klare Problemlösung: Erforderlich ist lediglich ein kleiner Schnitt im Sack oder man nutzt gleich die Entleerungsöffnung, die es in derartigen Säcken in der Regel gibt; anschließend wird das Pulver sauber mit einer Lanze abgesaugt.
Halle 7, Stand 7-137
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