Fließende CAD-Lizenzen ermöglichen den Einsatz der Anlagenbausoftware PPD rund um die Uhr

Hand in Hand weltweit

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Wenn im Engineering-Center in Houston die Arbeit endet, greifen die NEA-Mitarbeiter in Europa und Indien auf deren Software-Lizenzen und Ergebnisse zu. Und nach ihrem Feierabend reichen sie diese wiederum an ihre Kollegen in Brasilien weiter. Die Globalisierung führt auch im Anlagenbau immer mehr zu einer Verteilung der Arbeit einzelner Teams auf internationale Standorte. Bei NEA bleibt das in mittelständischen Betrieben traditionell geschätzte Arbeiten – Hand in Hand – dennoch erhalten.

Udo Mathee

Das 1830 gegründete Familienunternehmen Neuman & Esser (NEA) ist heute ein weltweit führender Anbieter von Kompressoren, die sowohl im rheinischen Übach-Palenberg wie auch in Wurzen bei Leipzig gefertigt werden. Die nötige Kompressorenperipherie planen mehrere Sales & Application Center an sechs internationalen Standorten. Sie beschaffen auch die Komponenten und nehmen die kompletten Verdichteranlagen schlüsselfertig in Betrieb. Dieser Anteil des Anlagenbaus am gesamten Auftragsvolumen liegt heute bei ca. 70 % und die Tendenz ist weiter steigend. Rüdiger Schaaf, Team Coordinator für den weltweiten CAD-Einsatz, sieht darum für die Globalisierung des eigenen Engineering noch weitere Entwicklungschancen: „In Verbindung mit einer straffen Standardisierung der Geschäftsprozesse verschafft sie uns eine hohe Flexibilität am Markt.“
Um diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden, nutzt NEA bereits seit 1993 die Anlagenbausoftware ProcessPlantDesign (PPD) des Systemanbieters Auto-trol Technology. PPD unterstützt die Konstrukteure von der Erstellung der verfahrenstechnischen Fließbilder, über die R&I-Pläne bis hin zu der kompletten 3D-Darstellung mit dem Modul Vectorpipe. Dabei legt die Anlagensoftware die Symbole und 3D-Ansichten nicht physikalisch in einer Zeichnung ab, sondern nur deren Verweise auf die zentrale relationale Datenbank. Die Modelle werden also zur Bearbeitung gemeinsam vorgehalten, wodurch ein echtes „concurrent engineering“ möglich wird.
Die Verteilung und Weitergabe der mittlerweile 30 Lizenzen übernimmt der Licence-Manager auf dem Master-Server. Bei NEA steht dieser in Übach-Palenberg. Während andere Anlagenbausysteme permanent mit ihrem zentralen Server in Verbindung stehen müssen, arbeitet PPD mit verteilten lokalen Servern und einem Master-Server. „Dadurch kann jedes Engineering-Center notfalls auch autark arbeiten,“ beschreibt Mike Gorgas, Key Account Manager bei Auto-trol Technology, den Vorteil dieser Datenübertragung.
PPD stellt bei der NEA Group täglich um 20 Uhr Ortszeit alle Datenbankänderungen und neuen Dateien der lokalen Server in definierten Verzeichnissen zusammen. Der Master-Server fordert diese Pakete zwischen 1 und 3 Uhr (MEZ) an. Die Daten werden nach der Freigabe zum Abgleich an alle anderen Standorte verteilt. „Nachts ist der Datenverkehr deutlich geringer und sollten Störungen während der Übertragung auftreten, kann die Arbeit in den lokalen Centern auch unabhängig davon weiter geführt werden“, berichtet der CAD-Team Coordinator.
Lokale Eigenverantwortung
Die Zentrale in Übach-Palenberg wird von jedem Service-Center automatisch per Email über durchgeführte Datenänderungen informiert. Die gemeldeten Änderungen werden auf Korrektheit von Namens- und Verzeichnisdefinitionen überprüft. Bei Abweichung von den festgelegten Standards überschreibt der Master-Server in Übach-Palenberg den lokalen Server. Sowohl Ablehnung als auch die Freigabe der Daten wird allen Key-Usern weltweit per E-Mail mitgeteilt.
„Grundsätzlich prüfen wir nur die Randbedingungen einer Änderung – eine spezielle Normenstelle gibt es nicht – und setzen auf die Eigenverantwortlichkeit der lokalen Entwicklungscenter“, erklärt Rüdiger Schaaf die Freigabeprozesse.
Neue Key-User eines Service-Centers werden in Übach-Palenberg neun Wochen intensiv geschult. Dieses Training umfasst nicht nur die nötigen Kenntnisse von PPD, der Datenbank und der Stücklisten, sondern führt die Mitarbeiter auch in interne Prozesse und standardisierte Konzepte ein, wie z. B. in die Auslegung von Schmieranlagen. Diese Key-User sind anschließend in der Lage, ihre Kollegen in den Centern vor Ort zu schulen und anzuleiten.
„Mithilfe von Standardisierungen und den Tools von NEA können wir heute von Deutschland aus einen Standort wie Brasilien mit mehreren Arbeitsplätzen und einem lokalen Datenbankserver an einem Tag einrichten“, schildert Mike Gorgas. Vertraglich abgestimmte Sicherheitsvorkehrungen erlauben es dem Systemanbieter Auto-trol Technology, über VNC (Virtual Network Computing) auf die lokalen Rechner z. B. im südamerikanischen Belo Horizonte zuzugreifen. „Auch als Administrator nutze ich diesen Remotezugriff, um Nachschulungen durchzuführen, Neuerungen zu erklären oder als First Level Support die lokalen Key-User bei ihrer Arbeit live zu unterstützen“, berichtet Rüdiger Schaaf. „Mithilfe von Schulungen und der konsequenten Nutzung dieser Technik gelang es uns, das Engineering-Center in Puna, Indien, viel früher als geplant in die Produktion zu integrieren. Nach weniger als der Hälfte der dafür vorgesehenen Zeit waren die notwendigen Kenntnisse vermittelt.“
Aufbau weiterer Zentren
Das Unternehmen, das nach wie vor auf den Standort Deutschland setzt, möchte weltweit weitere leistungsfähige Engineering-Center aufbauen. Diese bieten eine größere Nähe zum Kunden und erweitern den Angebotsspielraum im internationalen Markt. Denn hier nimmt das angefragte Auftragsvolumen ständig zu. „Wenn ein Kunde heute eine größere Anzahl von Kompressoren kaufen will, dann muss er diesen Auftrag nicht selten aufteilen und parallel bei mehreren Anbietern einkaufen – allein um seine Zeitvorgaben einhalten zu können“, fährt Rüdiger Schaaf fort. „Bei NEA kann er alles aus einer Hand kaufen, da wir durch unser Konzept solche Aufträge vollständig und zeitnah in unserem Unternehmen abwickeln können.“
Alle NEA-Teams arbeiten mit der gleichen Datenbank, so dass das gesamte Engineering in wenigen Wochen durchgeführt werden kann. „Innerhalb von PPD wird dazu ein gemeinsames Grundmodell erstellt und die Verantwortlichkeiten für die jeweiligen Teilbereiche definiert. Jeder Standort, der an diesem Projekt mitarbeitet, hat seinen eigenen Koordinatenbereich. Baugruppen werden in Abhängigkeit von der Anlagenstruktur bezeichnet“, beschreibt Mike Gorgas den Prozess der gemeinsamen Arbeit.
Mithilfe einer Standardisierung führt ein Projektleiter bei NEA die einzelnen Teilprojekte der jeweiligen Standorte in einem Masterprojekt zusammen, aus dem dann erst die erforderlichen Stücklisten und Auswertungen generiert werden.
Mehrsprachig kein Problem
PPD bietet die Möglichkeit, nicht nur die Abfrageroutinen zur Eingabe neuer Bauteile in der Sprache des jeweiligen Anwenders zu durchlaufen, sondern auch Stücklisten und Zeichnungslegenden mehrsprachig abzulegen. Neben der Standardsprache Englisch kann z. B. auch in Hindi entwickelt werden. Die europäischen NEA-Kollegen können das Projekt auf Italienisch vervollständigen und dem Auftraggeber schließlich alle Informationen in seiner Landessprache übergeben. Liegt keine Übersetzung vor, erfolgt die Ausgabe in Englisch, „das zwar durch die Internationalisierung immer mehr auch zur Sprache des Anlagenbaus wird, aber in Südamerika erhöht eine portugiesische Version natürlich die Akzeptanz beim Anwender – vor allem für ein neues System“, berichtet Rüdiger Schaaf.
Bei allem unternehmerischen Engagement und der Verteilung des Engineering erhält die Standardisierung der Geschäftsprozesse bei Neuman & Esser eine immer größere Bedeutung. „Dadurch können wir z. B. einheitliche Aufstellungskonzepte definieren, in die permanent der aktuellste Stand der Technik einfließen kann“, beschreibt Rüdiger Schaaf das nächste Ziel. „…und gleichzeitig wollen wir auch unser NEA-Anlagenlayout weiterentwickeln, damit uns potenzielle Kunden weltweit allein schon optisch wiedererkennen können.“
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