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Vor Ort mit Virtual- und Augmented Reality

Digitale Services für Misch- und Aufbereitungsanlagen
Vor Ort mit Virtual und Augmented Reality

Die Pandemie stellt Unternehmen bei der Kundenpflege vor neue Herausforderungen. Die persönliche Betreuung und der Vor-Ort-Kundenservice kamen durch Reisebeschränkungen nahezu zum Erliegen. Die Maschinenfabrik Gustav Eirich hat diese Ausnahmesituation genutzt und mit ihren digitalen Lösungen neue Wege gefunden, Stillstand- und Ausfallszeiten einer Anlage zu optimieren und dabei Anlagenprozesse autonom und datengeschützt zu verbessern, ohne direkt vor Ort zu sein.

Als ein führender Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Aufbereitung von Rohstoffen, entwickelt, plant und fertigt die familiengeführte Eirich-Gruppe seit 1863 fortschrittliche Technologien zum Mischen, Granulieren, Dispergieren, Kneten, Reagieren, Temperieren und Feinmahlen. Lösungen für die Prozesstechnik und Automatisierung runden das Portfolio ab. Das in fünfter Generation geführte Familienunternehmen ist mit rund 1300 Mitarbeitern an 15 Standorten in zwölf Ländern vertreten.

Die Vorstellung, dass Virtual und Augmented Reality (VR und AR) einmal bei der Reparatur einer Maschine und Anlage helfen könnten und das mehrere 1000 km entfernt, war auch für Eirich bis vor einigen Jahren noch Zukunftsmusik. Das Unternehmen nutzte aber schnell die Möglichkeiten der digitalen Transformation. Das digitale Produktportfolio der Maschinenfabrik reicht von der schnellen Ersatzteilbestellung bis hin zum technischen Support durch Fachpersonal. Eirich unterteilt seine digitalen Lösungen in drei Bereiche:

  • Marketing, Vertrieb und Engineering
  • Prozessdatenanalyse und Qualitätsopti-mierung
  • Life-Cycle-Service

Viele Vorteile mit VR und AR

Schon bei der Auswahl der passenden Technologie ergeben sich Mehrwerte für die Interessenten und Kunden. Denn statt universellen Katalogbildern und bemaßten Skizzen können sie sich anhand virtueller Modelle ein konkretes Bild vom Aufbau und Funktionsprinzip der Maschinen und Anlagen machen.

Bevor es in die eigentliche Planung einer neuen Anlage geht, sind ihre Dimensionen zu klären. Die wichtigsten Fragen sind: Welche räumlichen Rahmenbedingungen liegen vor, wie groß ist die Anlage, welche Details sind für den Aufbau geplant, was ist der aktuelle Stand der alten Anlage? Der Einsatz von Virtual Reality erleichtert die Abstimmung deutlich. So können die Eirich-Ingenieure von der ersten Vorstellung bis zur Feinplanung der Anlage in der Halle alle Auslegungsschritte detailliert abbilden. Die geplanten CAD-Modelle werden ganz einfach importiert und maßstabsgetreu visualisiert. Bei einer virtuellen Begehung kann der vorgesehene Standort der Anlage beim Kunden oder aber auch ein bereits von Eirich geplantes oder realisiertes Modell besichtigt werden.

Nachdem der Anlagenaufbau generell festgelegt ist, geht der Blick hin zu den einzelnen Maschinen. Um die Produktivität zu maximieren, Standzeiten der Anlage zu verringern und Zeit und Kosten für Dienstreisen zu sparen, nutzen die Ingenieure die erweiterte Realität mit dem Teamviewer Assist AR. Der Techniker vor Ort zeigt den Experten die Maschine in der Produktionshalle oder im Labor über Smartphone-Kamera oder Smartglasses. Die 3D-Objektverfolgung auf dem Display mit Pfeilen, Notizen und Markierungen erleichtert es dem Benutzer, den Anweisungen des Experten zu folgen. Die Hinweise haften sozusagen an den referenzierten realen Objekten, auch wenn sich die Kamera entfernt.

Die neue Lidar-Technologie, die beispielsweise auch in selbst fahrenden Autos zum Einsatz kommt, verbessert die Fähigkeiten zur Objektverfolgung noch weiter – Oberflächen, Objekte und deren relativer Abstand zur Kamera werden noch präziser erkannt. Smartglasses sind in Werkstätten, Fabriken und bei Serviceeinsätzen mittlerweile alltäglich. Assist AR kann nahtlos in alle gängigen Systeme integriert werden. Mit dieser Fähigkeit können die Hände des Technikers frei bleiben, um die Arbeit zu erledigen, die zur Unterstützung der Kunden erforderlich ist. So lassen sich die Maschinen über weite Distanzen schnell und effizient reparieren oder warten.

Wartung und Instandhaltung

Für die Langlebigkeit einer Anlage sind regelmäßige Wartungen und die frühzeitige Instandsetzung essenziell. Mit den Angeboten im Lifecycle-Service unterstützt Eirich seine Kunden, um Stillstand- und Ausfallzeiten der Maschinen zu reduzieren und mögliche finanzielle Schäden zu vermeiden. Die Vorteile der digitalen Angebote sind vielzählig. So können etwa Ersatzteile schnell und einfach geordert werden, eine Transparenz beim Service der Anlage geschaffen oder die Update-Fähigkeit der Anlage jederzeit gewährleistet werden.

Basis für die Ersatzteilbestellung ist der elektronische Ersatzteilkatalog. Er ermöglicht die selbstständige und intuitive Identifizierung installierter Bauteile anhand von visuellen Modellen. Je nach Bauteil sind technische Zeichnungen, Grafiken oder Fotos hinterlegt. Eine Zoom-Funktion sorgt für einen detaillierten Einblick bis hin zu Unterbaugruppen, dadurch können auch kleinste Bauteile einfach und eindeutig identifiziert werden. Benötigte Maschinen- und Anlageteile werden in den Warenkorb gelegt und der Bestellvorgang per E-Mail direkt ausgelöst. In der My-Eirich-Anwendung kann man sich über den Bearbeitungsstand einer Servicebestellung in Echtzeit informieren und den Versandstatus live verfolgen.

Condition Monitoring und Teleservice

Im Rahmen des Condition Monitoring wird der Maschinenzustand durch Messung und Analyse physikalischer Größen überwacht. Die permanente Auswertung der in Echtzeit erhobenen Daten ermöglicht es, Trends aufzuzeigen und eventuelle Schäden an Komponenten bereits vor einem Ausfall zu erkennen. Crashes, Lagerschäden, Unwucht, Getriebefehler und Verschleiß werden frühzeitig erkannt und mittels Statusanzeige mit einfacher Ampel-Logik, Warnmeldungen und Alarmen angezeigt. Der Kunde kann rechtzeitig Ersatzteile bestellen oder den Service kontaktieren, bevor die Maschine ausfällt oder er Wartezeiten für Service-monteure in Kauf nehmen muss. Eine grafische Darstellung zum zeitlichen Verlauf der Schadensentwicklung dient der detaillierten Analysen im Nachgang.

Hilfe bietet dabei auch der Teleservice mit der Möglichkeit der Fernsteuerung. Voraussetzung für einen Zugriff auf die Steuerung einer Anlage ist jedoch immer die ausdrückliche Freigabe des Anlagenbetreibers. Über eine Datenleitung wird dann der Kontakt zu den Servicetechnikern hergestellt. Diese können dann direkt mit den Maschinen interagieren und auf Wunsch beispielsweise die Software aktualisieren, bei Betriebsunterbrechung einen Zugriff auf das System vornehmen, Systemdaten analysieren und auswerten oder auch bei der Inbetriebnahme unterstützend zur Seite stehen.

Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co KG, Hardheim


Autor: Torsten Glock

Leiter Technische Unter-
stützung,

Maschinenfabrik Gustav
Eirich



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