Herausforderung in einer globalisierten Industrie

Internationale Maschinensicherheit

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Effektive Maschinensicherheit hängt vom Einsatz der richtigen Maßnahmen zur Risikominimierung ab. Die Einhaltung der jeweils geltenden Richtlinien ist dabei Voraussetzung. Die enge Zusammenarbeit von Planern und Herstellern von Maschinen sowie den Verantwortlichen für das Sicherheitskonzept und letztlich den Anwendern ist zwingend notwendig. Komplex wird es insbesondere dann, wenn das Unternehmen an mehreren Standorten in verschiedenen Ländern und Wirtschaftsgebieten produziert.

Der Autor: John McAuliffe Leiter der International Services Group (ISG), Pilz

Für den verantwortlichen Safety Manager bedeutet dies, dass er die unternehmensinternen Anforderungen an standardisierte Produktionsprozesse mit den von Land zu Land unterschiedlichen Vorgaben in Bezug auf die Sicherheit in Einklang bringen muss. Um dieser Verantwortung im Hinblick auf die Sicherheit nachzukommen und sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren zu können, suchen Unternehmen maßgeschneiderte Konzepte und Sicherheitsstrategien über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen hinweg.
Die Sicherheitsexperten sind bei Pilz Teil eines aktiven internationalen Netzwerks, das sein Wissen aus verschiedenen Quellen schöpft: „Als Experte in der sicheren Automatisierungstechnik kennt Pilz die Vielzahl an Anwendungen und praktikable Lösungen. Zudem arbeitet Pilz seit Jahrzehnten international bei der Entwicklung der Normen maßgeblich mit und ist daher in der Lage, die Normen- und Gesetzeslage für den Anwender zu interpretieren und den Gestaltungsspielraum zu nutzen“, erläutert Klaus Stark, Leiter Vertrieb International bei Pilz. „Und nicht zuletzt generiert Pilz durch seine 28 Tochtergesellschaften lokales Expertenwissen über die Auslegung normativer Vorgaben in den einzelnen Ländern“, ergänzt Stark. Pilz ist in der Lage, das Wissen über Technik und Normen in funktionierende Lösungen für Maschinen und Anlagen umzusetzen.
Europäische Richtlinien
In Europa sind Normen und Gesetzgebung getrennt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Gesetzgeber kann sich leichter auf grundlegende Anforderungen als auf technische Details einigen. Weiterhin müssen die Richtlinien nicht in kurzen Zeitabständen dem Stand der Technik angepasst werden. Die Mitgliedsstaaten haben die Europäischen Richtlinien in nationales Recht umzusetzen. Im Rahmen der funktionalen Sicherheit von Maschinen kommt der Maschinenrichtlinie eine besondere Bedeutung zu. Sie definiert grundlegend die Standardisierung der europäischen Sicherheitsanforderungen an Maschinen und hat neben weiteren Richtlinien zum Ziel, den freien Warenverkehr innerhalb der EU zu gewährleisten.
Generell gilt für Produkte eine CE-Kennzeichnungspflicht. Maschinen erhalten das CE-Kennzeichen nur, wenn sie konform mit der Maschinenrichtlinie sind. Der CE-Kennzeichnung muss auch eine Konformitätserklärung beigefügt werden, nur dann dürfen die Maschinen innerhalb des Geltungsbereichs der EU in Verkehr gebracht werden.
Zur Konkretisierung der Vorgaben wurde ein System von Sicherheitsnormen geschaffen. Bei harmonisierten EN-Normen mit Konformitätsvermutung besteht eine Beweislastumkehr. Es gilt die Vermutung, dass bei Anwendung der Normen ein Hersteller die spezifischen Anforderungen der Richtlinien erfüllt. Kommt es zu Unfällen oder Beanstandungen, müsste also vonseiten der Aufsichtsbehörden nachgewiesen werden, dass ein Hersteller die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt.
Andere Länder, andere Regularien
Dass die internationalen Unterschiede bei Gesetzen und Normen auch in einer globalisierten Wirtschaft noch enorm sind, zeigen die Beispiele Brasilien und Russland. Als BRIC-Staaten sind beide interessant für den Export von Maschinen und Anlagen. In dem südamerikanischen Land stellt jedoch die komplett neue Maschinensicherheitsrichtlinie NR-12 Maschinenbauer und Anwender vor Herausforderungen. Wer in Brasilien Maschinen einsetzt bzw. verkauft, muss die speziellen Anforderungen der NR-12 kennen. Die Änderungen der neuen Rechtsnorm sind so beträchtlich, dass es viele Unsicherheiten gibt.
Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, muss unter Umständen mit sofortiger Stilllegung oder Verbot von Maschinenkonstruktionen rechnen. Zusammen mit der International Services Group unterstützt die brasilianische Pilz-Tochter Unternehmen als Partner von der Risikobeurteilung bis zur Sicherheitsvalidierung, um die Konformität der Maschine mit den Anforderungen der überarbeiteten Richtlinie NR-12 zu gewährleisten.
In Russland hingegen ist das Certificate of Conformity to the Technical Regulations 753 (CTR) für Maschinenbauer zu beachten. Die Richtlinie definiert grundlegende Gesundheits-und Sicherheitsanforderungen für Maschinen und industrielle Anlagen. Das Zertifikat lehnt sich stark an die europäische Maschinenrichtlinie an und gilt in erster Linie für Konstrukteure und Hersteller von Maschinen. Die sicherheitstechnischen Anforderungen der TR-753 für Maschinen oder Geräte können durch eine obligatorische Zertifizierung bzw. mittels einer Konformitätserklärung bestätigt werden.
Eine detaillierte Liste von über 100 Maschinentypen definiert, für welche Maschine ein Zertifizierungsverfahren obligatorisch ist. Für diese wird von den russischen Zollbehörden bei der Einfuhr ein gültiges Zertifikat über die Einhaltung der Technischen Verordnung 753 (CTR) gefordert. Industriebetriebe sind verpflichtet, den Kunden oder Regierungsinspektoren die Zertifikate vorzulegen.
Sicherheit braucht Dauerhaftigkeit
Egal ob unterm Zuckerhut, an der Wolga oder einem anderen Ort der Erde – für die Anwender steht stets ein Aspekt im Mittelpunkt: Wie schaffe ich es, effizient und auf Dauer die Sicherheitsanforderungen vor Ort zu erfüllen.
Zu den Kunden von Pilz zählen sowohl Unternehmen, die Nachholbedarf haben, das geforderte Sicherheitsniveau zu erreichen als auch Organisationen, die sicherstellen wollen, dass das erreichte Sicherheitsniveau bei Erweiterungen des Maschinenparks oder beim Aufbau neuer Produktionsstätten erhalten oder gesteigert wird. Nicht selten werden dabei auch Maschinen, die bereits einige Jahrzehnte alt sind, fit und sicher gemacht.
International operierende Unternehmen profitieren davon: Als Pilz Korea mit der Sicherheits- und Risikobeurteilung in einem Produktionsbetrieb in Südkorea beauftragt wurde, zog die Pilz-Tochtergesellschaft Experten der Tochtergesellschaften Deutschland und Belgien sowie von ISG hinzu. Zusammen führten sie sowohl die Sicherheitsanalyse des Maschinenparks sowie die Risikobeurteilung nach europäischen Sicherheitsstandards durch, um dem Wunsch nach höchsten internationalen Sicherheitsanforderungen zu genügen.
Die Vision: Weltweit gültige Standards
Sicherheitsstandards, wie sie in Europa angewandt werden, sind auch das Ziel an anderen Orten der Welt. Beispiel in Mexiko: Dort gibt es nur wenige Maschinenbauer und unkonkrete Vorschriften für die Maschinensicherheit. Jedoch produzieren viele internationale Konzerne in dem mittelamerikanischen Land. Diese Unternehmen tragen europäische oder nordamerikanische Sicherheitsstandards und erprobte Lösungen in das Land. Nach und nach entwickelt sich so auch in Ländern, die nicht über entsprechende Normen und Richtlinien zur Maschinen- und Betriebssicherheit verfügen, ein Sicherheitsbewusstsein. Erklärtes Ziel von Pilz ist es, gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und öffentlichen Stellen weltweit eine Kultur zu schaffen für den Schutz von Mensch, Maschine und Umwelt.
Ein großer Schritt in diese Richtung ist das Trainingsprogramm CMSE – Certified Machinery Safety Expert. Zusammen mit Tüv Nord bietet Pilz dieses Programm international an. Damit setzen die beiden Unternehmen erstmals Standards für die internationale Ausbildung im Bereich der Maschinensicherheit. Der CMSE-Lehrgang ist ein internationales Schulungskonzept im Bereich Maschinensicherheit. Er berücksichtigt sowohl die Vielfalt der international geltenden Normen und Richtlinien als auch den notwendigen technischen Tiefgang.
prozesstechnik-online.de/cav0413442
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