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Keramische Spalttöpfe in Rekordzeit entwickelt

cav-Story: Peter Schramm und Stefan Pfadenhauer im Gespräch
Keramische Spalttöpfe in Rekordzeit entwickelt

Peter Schramm ist Experte für Hochleistungskeramiken, für den Ruhestand nicht gleich Stillstand bedeutet. So kommt es, dass er seit seiner Pensionierung im Sommer 2020 als Berater für Rauschert tätig ist. Zusammen mit Stefan Pfadenhauer, dem Produktgruppenleiter für keramische Sonderlösungen bei Rauschert, entwickelte Peter Schramm keramische Spalttöpfe für magnetgekoppelte Kreiselpumpen in Rekordzeit. Wie es dazu kam und was die beiden noch vorhaben, erzählten sie mir im Interview.

Herr Schramm, wie kamen Sie zu einer beruflichen Laufbahn in der Keramik?

Schramm: Durch einen Hinweis einer Mitarbeiterin der Fa. Hutschenreuther, die in meiner Heimatstadt Naila einen Fertigungsstandort für Porzellan hatte. Die Dame bezog sich auf eine damals neu zu gründende Sparte „Technische Hochleistungskeramik“ mit Schwerpunkt Siliciumcarbid. Das war 1986. Ab Dezember desselben Jahres war ich am Neuaufbau der neuen Sparte beteiligt und insgesamt 13 Jahre in verschiedenen Funktionen wie Produktion, Arbeitsvorbereitung und Vertrieb beschäftigt.

Sie waren fast 20 Jahre lang bei einem renommierten Unternehmen als Projektmanager im Sektor Hochleistungskeramik tätig. Worauf haben Sie sich dort spezialisiert?

Schramm: In den fast 20 Jahren, die ich für dieses Unternehmen arbeitete, habe ich verschiedene Projekte umgesetzt. Ein Spezialgebiet, das mich über die ganzen Jahre begleitete, war die Einführung und der Ausbau von Spalttöpfen aus Keramik für die chemische Industrie und deren Pumpenlieferanten. Hinzu kamen Hochdruckpumpen mit Kolben aus Keramik für Drücke bis 3500 bar und mehr, Aufnahmebolzen für die Automobilindustrie zum Schweißen von Karosserieteilen, Bauteile für die Medizintechnik z.B. HF Endoskopie, Sensorelemente etc.

Herr Pfadenhauer, was hat Sie bewogen, die Zusammenarbeit mit Herrn Schramm zu suchen?

Pfadenhauer: Das Vorhaben, neue sehr komplexe Keramikbauteile bei Rauschert zu fertigen, war zum Zeitpunkt der ersten Kontaktaufnahme mit Peter Schramm bereits in der Planung. Eines Tages erhielt ich von einem unserer Kollegen den Tipp, dass es in Naila einen erfahrenen Anwendungstechniker im Ruhestand gibt, dessen Spezialgebiet Hochleistungskeramiken sind. Da langjähriges Fachwissen insbesondere in diesem Bereich viel Wert ist, haben wir umgehend den Kontakt gesucht. Erste Gespräche haben beide Seiten schnell überzeugt, dass eine Zusammenarbeit erfolgsversprechend ist. Und sind wir mal ehrlich: Wenn man die Chance hat, einen solchen Experten für sein Team zu gewinnen, muss man als Teamleader einfach Nägel mit Köpfen machen.

Herr Schramm, warum entschieden Sie sich zu einer weiteren beruflichen Tätigkeit trotz Pensionierung und was reizte Sie persönlich an der Aufgabe bei dem oberfränkischen Unternehmen?

Schramm: Rasen mähen und Hecken schneiden füllt einen nicht immer aus (lacht) … aber Spaß beiseite. Als ich das Angebot erhielt, als Berater bei Rauschert einzusteigen, war natürlich die Aussicht, mit einer jungen motivierten Mannschaft weiter Projekte zu bearbeiten, sehr reizvoll. Ein Oberfranke in einem oberfränkischen Unternehmen, das hervorragende keramische Produkte fertigt und sich zudem immer weiterentwickelt, das ist doch eine tolle Verbindung. Und was will man mehr, als sich auch im Alter noch engagiert in eine wachsende und sich verändernde keramische Industrie einzubringen. Außerdem: Wer rastet, der rostet.

Herr Pfadenhauer, wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Herrn Schramm beschreiben?

Pfadenhauer: Ich schätze Peter Schramm in der Zusammenarbeit wirklich sehr, da er mit großem Engagement bei der Sache ist. Herr Schramm hat enorme Erfahrung bei der Umsetzung von Projekten mit anspruchsvollen Kunden, ausgezeichnete Marktkenntnisse, ist fachlich kompetent und offen in der Diskussion. Dadurch bringt er kontinuierlich neue Denkansätze bzw. lösungsorientierte Vorschläge ins gesamte Projektteam vom Kunden bis zum Werker ein.

Was konnten Sie im Rahmen der Zusammenarbeit bereits gemeinsam erreichen?

Schramm: Mit den keramischen Spalttöpfen haben wir ein anspruchsvolles Projekt innerhalb von kurzer Zeit zur Marktreife zu gebracht und das Produkt am Markt etabliert. Des Weiteren konnten wir neue Anwendungsgebiete definieren und die technische Umsetzung gemeinsam planen.

Pfadenhauer: Ein wichtiges Projekt war sicherlich die Umsetzung von Spalttöpfen aus Keramik innerhalb eines Jahres. Damit haben wir gezeigt, dass wir eine leistungsstarke und hochmotivierte Mannschaft besitzen, mit der sich auch in Zukunft noch einiges bewegen lässt. Natürlich sind noch weitere interessante Projekte am Laufen, diese wollen wir aber erst einmal erfolgreich abschließen, bevor wir darüber berichten.

Herr Pfadenhauer, hat Sie das Ergebnis der Zusammenarbeit überrascht? Vor allem in der Kürze der Zeit?

Pfadenhauer: Nein, ehrlich gesagt nicht. Nachdem wir unser Team formiert hatten, konnten wir relativ schnell feststellen, dass das breite Wissen und die jahrzehntelange Erfahrung von Peter Schramm, kombiniert mit dem technischen Know-how unserer jungen Kollegen, eine erfolgsversprechende Zusammenarbeit ergibt und wir schnell ans Ziel kommen werden. Eine gut getaktete Projektplanung hat den erfolgreichen Verlauf der Zusammenarbeit noch beflügelt.

Wodurch zeichnen sich die keramischen Spalttöpfe von Rauschert aus?

Pfadenhauer: Die wichtigste Aussage über Spalttöpfe von Rauschert ist, dass sie gemeinsam mit Peter Schramm entwickelt wurden, der sich mit dieser Art von Hochleistungskeramiken und deren Einsatzgebieten bestens auskennt.

Von der technischen Seite her überzeugen unsere Spalttöpfe durch die antimagnetischen Eigenschaften der verwendeten Rauschert-Keramikwerkstoffe. Diese verhindern die Entstehung von leistungsmindernden Wirbelströmen, was wiederum zu hohen Energieeinsparungen beim Betrieb der Pumpen führt. Auch die chemische Beständigkeit gegenüber fast allen Medien ist hervorragend.

Hinzu kommt, dass die Pumpe samt Antrieb nach außen zur Umwelt lückenlos abgedeckt wird. Dadurch wird das Austreten von korrosiven oder toxischen Flüssigkeiten in die Umwelt verhindert. Weitere Vorteile der Spalttöpfe von Rauschert bestehen in der guten Temperaturwechselbeständigkeit und der hohen mechanischen Festigkeit. Je nach Pumpengröße lassen sich im Inneren der Töpfe Prüfdrücke von über 55 bar erreichen.

Welche Entwicklungspotenziale lassen sich im Bereich der Spalttöpfe bzw. der Pumpenkeramik zukünftig noch ausschöpfen?

Pfadenhauer: Wir fokussieren uns zum Beispiel auf neue Keramiken mit noch höherer Druckbeständigkeit sowie auf eine Vergrößerung der Abmessungen unserer Spalttöpfe mit einer entsprechend höheren Druckstabilität. Natürlich arbeiten wir auch daran, die Fertigung der Produkte zu optimieren, um die Kostenstruktur für den Kunden zu verbessern, ohne die Qualität zu vernachlässigen.

Wie können sich Interessierte von der Qualität der Spalttöpfe überzeugen? Auf welchen Messen präsentieren Sie die Produkte?

Pfadenhauer: Wir werden unsere keramischen Spalttöpfe zunächst auf der Achema 2022 ausstellen, die vom 22. bis 26. August in Frankfurt stattfindet. An unserem Stand E42 in Halle 12.0 haben Besucher die Möglichkeit, mit unseren Experten zu sprechen und auch einmal den einen oder anderen Spalttopf in die Hand zu nehmen. Wer nicht so lange warten möchte, kann bereits vor der Achema direkt mit mir oder mit Peter Schramm über die E-Mail-Adressen s.pfadenhauer@prg.rauschert.de und p.schramm@rauschert.com Kontakt aufnehmen.

Herr Schramm, wie wird es zukünftig für Sie bei Rauschert weitergehen? Worauf dürfen wir noch gespannt sein?

Schramm: Ich bin nun seit Sommer 2020 bei Rauschert und es wird sich bestimmt noch einiges tun. Es gibt glücklicherweise noch viele Anwendungsmöglichkeiten für Hochleistungskeramiken, diese Märkte werden wir uns ansehen und handeln. Wir haben also noch einiges vor uns und ich fühle ich mich fit genug, um noch ein paar Jährchen zu beraten.

Autor: Dr. Bernd Rademacher, Redakteur

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