Neue Namen für Sartorius-Konzerngesellschaften GWT und Boekels

Kernmarke gestärkt

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Seit 1. Juni 2004 treten die Sartorius-Konzerngesellschaften Global Weighing Technologies GmbH (GWT) aus Hamburg sowie Boekels GmbH & Co. KG aus Aachen unter neuen Firmen- und Markennamen auf. Zum selben Zeitpunkt haben beide Gesellschaften auch das Corporate Design von Sartorius übernommen. Über die Hintergründe dieser Unternehmensstrategie und über aktuelle Produktentwicklungen von GWT und Boekels unterhielten wir uns mit Dr. Günther Maaz, Vorstandsmitglied der Sartorius AG und Spartenleiter des Bereichs Mechatronik.

cav: Der Vorstand der Sartorius AG hat beschlossen, den Markenauftritt des Konzerns zu straffen und die Marken GWT und Boekels in die Marke Sartorius zu integrieren. Was war der Grund für diese Entscheidung und wie werden die Unternehmen künftig heißen?

Dr. Maaz: Grund war, die bisherige Markenkomplexität zugunsten einer schlagkräftigeren Lösung zu ersetzen. Mit der Entscheidung, GWT künftig als Sartorius Hamburg und Boekels als Sartorius Aachen zu führen, haben wir unsere Kernmarke Sartorius im Konzern deutlich gestärkt. Das mit Sartorius verbundene Umsatzvolumen wird um rund 50 % steigen. Nach innen hat die Maßnahme eine integrative Wirkung, nach außen werden wir noch besser wahrnehmbar.
cav: Vereint unter der Marke Sartorius bieten Sie heute ein riesiges Portfolio für das Wägen, Messen und Steuern in industriellen Prozessen aus einer Hand. Wie haben sich die beiden Unternehmen GWT und Boekels seit der Übernahme durch Sartorius wirtschaftlich entwickelt und wie sind diese Konzerngesellschaften heute strukturiert?
Dr. Maaz: Beide Unternehmen haben profitiert. Boekels war vor der Übernahme im Jahr 1998 ein insbesondere im deutschen Markt gut eingeführtes Unternehmen mit Kernkompetenzen in der dynamischen Wägetechnik und der Metallsuchtechnik für die Branchen Lebensmittel, Chemie und Bergbau. Das Unternehmen hatte aber aufgrund seiner geringen Größe nur sehr begrenzte Möglichkeiten, seine Chancen in den internationalen Märkten wahrzunehmen. Durch die Zugehörigkeit zu Sartorius stehen der heutigen Sartorius Aachen inzwischen Distributionskanäle weltweit offen. Neben den vertrieblichen Aspekten hat Sartorius Aachen auch sein technologisches Spektrum erweitert; so findet man z. B. in den Checkweighern jüngerer Generation monolithische Systeme, die wir in Göttingen im Bereich der Laborwägetechnik seit Jahren mit großem Erfolg einsetzen. Bei GWT war die Situation so, dass Sartorius im Jahr 1999 ein international aufgestelltes, technologisch sehr interessantes Unternehmen übernommen hat, das sich aber wirtschaftlich in einer außerordentlich schwierigen Situation befand. Hier musste zunächst konsolidiert werden. Nach der Restrukturierung hat sich Sartorius Hamburg in seinen Märkten gut entwickelt. Der gesamte Bereich industrieller Anwendungen bei Sartorius profitiert davon, dass wir den Kunden inzwischen ein breites Produktportfolio bieten können, das von der Präzisionswaage bis hin zur Tank- und Siloverwiegung reicht. Als internationaler Anbieter von Prozesstechnologie offerieren wir applikative Lösungen für Datenakquistion, Dosieren, Handrezeptur, Batching (automatische Rezeptur), Blending, Füllmengenkontrolle, statistische Prozesskontrolle sowie statisches und dynamisches Kontrollwägen.
cav: Wie sind Sartorius Aachen und Sartorius Hamburg heute technologisch aufgestellt? In welchen Bereichen ergänzt sich das Produktprogramm und wo gibt es eventuell Produktüberschneidungen?
Dr. Maaz: Produktüberschneidungen gibt es keine; die Programme ergänzen sich vielmehr sehr gut. Sartorius Aachen ist Spezialist für dynamische Hochleistungswägetechnik und Metallsuchtechnik zur Qualitätssicherung. Sartorius Hamburg hingegen konzentriert sich auf Komponenten und Lösungen in der Prozesswägetechnik und ist einer der Pioniere auf dem Gebiet der Dehnungsmessstreifen-Technologie (DMS) mit Sputtertechnologie. Als einer der wenigen Hersteller weltweit entwickeln und fertigen wir unsere eigenen Dehnungsmessstreifen unter Verwendung absoluter Hochleistungswerkstoffe. Dies ermöglicht uns nicht nur hundertprozentige Prozesskontrolle, sondern auch die Fertigung von Hochleistungswägezellen mit unübertroffener Genauigkeit und Langlebigkeit. Das Produktprogramm der Standorte Aachen und Hamburg ergänzt sich somit in idealer Weise mit den Produkten unseres Hauptsitzes Göttingen zu einem Komplettprogramm industrieller Wäge- und Messtechnik.
cav: Welche wirtschaftlichen und strategischen Ziele verfolgen Sie derzeit?
Dr. Maaz: Sartorius will im laufenden und in den kommenden Jahren profitabel wachsen. Schwerpunkte unserer Arbeit werden die Themen Innovation und Vertrieb sein. Wir werden unser Produktportfolio kundenorientiert in Richtung innovativer Messinstrumente, Sensorik und Prozesskontrolle erweitern und dabei sowohl konzerninterne Synergien nutzen als auch externe Kooperationen und Allianzen eingehen. Die Sparte Mechatronik will insbesondere ihre Aktivitäten in den Wachstumsmärkten China und Indien verstärken, aber auch Marktanteile in den USA hinzugewinnen.
cav: In welchen Märkten sind Sartorius Hamburg und Sartorius Aachen aktiv?
Dr. Maaz: Sartorius Hamburg ist in den Industriebranchen Chemie und Petrochemie, Pharma, Baustoffe, Lebensmittel und Kosmetik aktiv. Die Kunden von Sartorius Aachen stammen aus den Branchen Lebensmittel, Pharma, Kosmetik, Chemie und Bergbau. Trotz jeweils unterschiedlicher Gewichtung der Industriebranchen sprechen wir mit den Produkten beider Standorte oftmals Kunden in gleichen Märkten an.
cav: Sartorius Hamburg ist einer der führenden Anbieter industrieller Prozesswägetechnik. Wo liegen derzeit die Schwerpunkte in der Produktentwicklung?
Dr. Maaz: Mit dem Produkt Pro Batch+ präsentieren wir gerade ein neues Rezeptur- und Produktions-Managementsystem, das sich durch hohe Flexibilität und große Leistungsfähigkeit auszeichnet und einfach zu installieren ist. Das System läuft unter Windows und benutzt die leistungsfähige MS-Access-Datenbank, um große Datenmengen von Rohstoffen, Rezepten und Produktionsdaten komfortabel und sicher verwalten zu können. ProBatch+ bietet zusammen mit den vorprogrammierten Dosier-Controllern der X-Family und mit seiner offenen Schnittstelle an andere Steuerungen, wie z. B. Siemens S7, ein enorm leistungsfähiges und sicheres, aber auch äußerst anpassungsfähiges Rezeptmanagementsystem. Die Kommunikation zwischen ProBatch+ und den Steuerungen erfolgt über OPC unter Einhaltung des ANSI/ISO S88.01 Batch Control Standards. Zur Anbindung von Visualisierungssystemen werden dynamische Daten über DDE und OPC bereitgestellt. Für einen Datentransfer der Produktionsdaten zu einem ERP-System lassen sich die Datenbankschnittstellen SQL und ODBC nutzen.
cav: Sartorius Aachen bietet ein großes Spektrum an Produkten in den Bereichen Metallsuchtechnik und Kontrollwaagen an. Welche Produktinnovationen sind in Aachen derzeit kurz vor der Marktreife und wie sehen Ihre weiteren Ziele in der Produktentwicklung aus?
Dr. Maaz: Mit dem Observer befinden wir uns ganz aktuell in der Markteinführung einer echten Produktinnovation für die Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Das Gerät detektiert metallische Verunreinigungen in Produkten mit Aluminiumverpackung auf der Grundlage der Magnetfeldmesstechnik. Bislang konnte dieses nur durch den teuren und für den Kunden sehr aufwändigen Einsatz von Röntgenstrahlen erreicht werden. Die zu prüfenden Produkte, wie beispielsweise Babynahrung in aluminiumverschlossenen Verpackungen, werden bei der Kontrolle durch den Observer zunächst am Bandeinlauf vormagnetisiert. Der Magnetfeldsensor misst anschließend den Remanenzmagnetismus eventuell vorhandener metallischer Bestandteile. Edelstahl-Verunreinigungen (V2A) – wie sie in normalen Produktionsprozessen vorkommen können – sind durch Abscheren oder Verformen in ihrer Kristallstruktur verändert und somit magnetisierbar und werden durch die Magnetfeldsensoren zuverlässig detektiert. All diese Vorteile bietet der Observer selbst bei hohen Geschwindigkeiten von Transportbändern.
Der Observer ist prädestiniert für die Kontrolle von Verbundverpackungen von Chips oder Fertiggerichten, Joghurtbechern mit Aluminiumdeckeln oder Blisterverpackungen von Tabletten. Mittelfristig beabsichtigen wir, ein komplettes Produktprogramm an Fremdkörperdetektoren anzubieten – von der konventionellen Metallsuchtechnik auf Induktionsbasis über die Magnetfeldmessung bis hin zur Röntgentechnologie zur Detektion beliebiger Fremdkörper.
cav: Welche Entwicklungstendenzen sehen Sie im Bereich der Prozesswägetechnik?
Dr. Maaz: Wir gehen davon aus, dass sich die bestehenden Regularien vornehmlich in der Pharma- und Lebensmittelindustrie weiter verschärfen werden. Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen von Konsumenten und Großabnehmern haben hier bereits für die Einführung neuer Standards gesorgt. Der Sartorius-Konzern wird diese Entwicklungen aktiv aufgreifen, um seinen Kunden auch künftig ein kompetenter Lösungsanbieter zu sein.
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