Der Vorhang hebt sich nur ein kleines Stück

Prozessleitsystem steht im Fokus auf der Hannover Messe

Anzeige
Auf seiner diesjährigen Hannover-Messe-Vorpressekonferenz hob Siemens den Vorhang für das neue Prozessleitsystem – allerdings nur ein kleines Stück. Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit, gab erste Einblicke in das PLS. Dessen Name bleibt aber noch geheim und wird erst auf der Hannover Messe gelüftet. Unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ präsentierte das Unternehmen in Herzogenaurach seine Messeneuheiten.

Unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ stellt Siemens intelligente Lösungen für die branchenspezifische Umsetzung von Industrie 4.0 in den Mittelpunkt seines Auftrittes auf der Hannover Messe 2019. Hierfür zeigt das Unternehmen in Halle 9 auf rund 4000 m2 zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie. Die Integration von Zukunftstechnologien in das Portfolio bietet Anwendern dabei neue und weitaus umfassendere Möglichkeiten, die rasant wachsende Datenmenge in der Industrie zu nutzen: Diese reichen vom Einsatz von künstlicher Intelligenz und Edge Computing bis hin zur Fabrik- und Prozessautomatisierung der Zukunft. Mit dem durchgängigen Angebot können Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen ihre Flexibilität und Produktivität weiter erhöhen – und so die wachsenden Herausforderungen erfüllen, die sich ihnen durch die zunehmende Individualisierung stellen.

Veranschaulicht wird die Umsetzung des Digital Enterprise und der Einsatz von Zukunftstechnologien u.a. an einem Prozesstechnik-Highlight- Showcase bei Cathay Industrial Biotech: In der komplett virtuell abgebildeten Greenfield-Anlage mit Labor-, Automatisierungs- und Steuerungstechnologie wird eine nachhaltige und ökologische Produktion von Polyamiden aus Biomasse ermöglicht (siehe cav 1/19).

Neues Prozessleitsystem

Seit über 20 Jahren besitzt Siemens mit seinem Prozessleitsystem Simatic PCS7 ein effektives Tool, das auf einer starken Hardware, einem umfangreichen Set aus Standards und zahlreichen Bibliotheken besteht. Aufgrund neuer Themen wie „Modulare Anlagen“, „Global Engineering“ oder „Skalierbarkeit von Anlagen“ hat sich Siemens entschlossen, ein neues, webbasiertes Prozessleitsystem auf den Markt zu bringen. „Der Fokus des neuen Systems liegt auf kontinuierlichen Prozessen, wie man sie beispielsweise in der Petrochemie oder im Bereich Wasser/Abwasser findet“, erklärt Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit. „Das vollständig webbasierte System sowie das Multi-User-Konzept für Engineering und Betrieb ermöglichen unseren Anwendern völlig neue, effiziente Arbeitsweisen.“ Bis zu 30 Experten können sich weltweit zeitgleich einloggen und am System kollisionsfrei arbeiten. „Wir haben vor allem auf die Handhabbarkeit und die Nutzerfreundlichkeit Wert gelegt“, erläutert Eberle. „Außerdem denkt die Prozessindustrie in verfahrenstechnischen Objekten. Dies haben wir im neuen Leitsystem abgebildet und somit durchgängige Workflows geschaffen.“

Die Anwender aus der Prozessindustrie profitieren im Bereich der Brown-Field-Anlagen zudem von Plantsight, das Daten aus mehreren Datenquellen zusammenbringt und so einen schnellen Zugriff auf bisher nicht zugängliche Informationen ermöglicht. Durch die Synchronisation der realen Anlage mit den dazugehörigen Engineering-Daten entsteht der digitale Zwilling der Produktion. Anlagenbetreiber können dabei auf eine hohe Vertrauenswürdigkeit und Informationsqualität für stetige Betriebsbereitschaft und mehr Zuverlässigkeit zählen. Als weitere Neuheit stellt Siemens auf der Messe Produkte vor, die eine Datenübertragung von der Feldebene an verschiedene Cloud-Plattformen ermöglichen.

Intelligente Konzepte als Basis

„Mit TIA bieten wir intelligente Automatisierungskonzepte und damit die Basis für die Digitalisierung. Dabei integrieren wir für die Zukunft der Automation auch neue Technologien wie Edge Computing und Artificial Intelligence in das TIA-Ökosystem. Die Kombination mit unseren heutigen Software-Umgebungen ermöglicht eine völlig neue Nutzung von Produktionsdaten und bringt dadurch eine erhebliche Produktivitätssteigerung“, sagt Ralf-Michael Franke, CEO der Factory Automation Business Unit. Auf der Messe zeigt Siemens einen Anwendungsfall, der bereits im Siemens-Werk Amberg Anwendung findet. Zu den Produktneuheiten gehört außerdem eine neue Generation High-End-Industrie-PCs mit Intel-Prozessoren der 8. Generation. Zudem wird ein Antriebs- und Steuerungskonzept vorgestellt, bei dem Siemens und Festo das Multi-Carrier-System in das Bosch Rexroth Transfersystem integrieren. Mit diesem lassen sich Fertigungsprozesse, etwa in der Batteriefertigung, flexibler und effizienter gestalten.

Instandhaltung von Anlagen

Siemens erweitert sein Digital-Enterprise-Portfolio um einen neuen digitalen Service für eine optimierte Anlageninstandhaltung. Die „Lifecycle Management Suite“ ermöglicht eine konsistente Planung, Durchführung und Dokumentation aller Serviceaktivitäten. Anwender können das cloudbasierte System auch über mobile Endgeräte bedienen und so Tätigkeiten auf der Anlage direkt dokumentieren.

Zudem haben Instandhaltungs-Verantwortliche jederzeit einen aktuellen und transparenten Überblick über alle Serviceaktivitäten und den Anlagenzustand. Dadurch lässt sich die Instandhaltung effizienter gestalten.

Anwender von Industrieanlagen profitieren von der durchgängigen und konsistenten Datenbasis: Sie können alle geplanten und durchgeführten Serviceaktivitäten in einem System hinterlegen, auch vor Ort auf mobilen Endgeräten, und damit eine konsistente Datenhaltung sicherstellen. So planen Maintenance Manager mit der Lifecycle Management Suite Servicemaßnahmen, erstellen Arbeitsaufträge und überprüfen deren Durchführung, um den Ressourceneinsatz und Kosten der Instandhaltung zu optimieren. Asset Manager der Anlage kennen jederzeit den aktuellen Lifecycle-Status der eingesetzten Produkte und Systeme. Durch den Service erhalten sie beispielsweise umfassende Informationen zu Obsoleszenzen, wie veralteten Hardware- und Softwarekomponenten. An der Anlage haben Field Service Ingenieure ihre Aufträge direkt auf ihren Tablet-PC zur Verfügung.

Das auf Comos MRO (Maintenance, Repair and Operations) basierende, vorkonfigurierte System stellt dafür standardisierte Prozesse (Standard Operation Procedures/SOPs) in Form von Checkpunkten für Lifecycle Services bereit, die Komponenten des Prozessleitsystems Simatic PCS 7 zugeordnet sind. Dabei ist die Erweiterung des Systems mit zusätzlichen Instandhaltungsobjekten jederzeit möglich. Das modulare Portfolio erlaubt jedem Anlagenbetreiber eine für den Servicebedarf des Standorts gerechte Auswahl.

Der Module des Portfolios sind über eine Cloud verfügbar; der Zugriff für Anwender erfolgt über ein jährliches Abonnement-Modell. Damit ist es nicht nötig, zusätzliche Hardware oder Software zu erwerben oder zu warten. Siemens bietet einen umfassenden Software-Support, einschließlich Updates.

High-End-Industrie-PCs

Das Portfolio der industriellen PCs erweitert Siemens um eine neue Generation High-End-IPCs: Die vier neuen Geräte Simatic IPC627E, 677E, 647E und 847E sind ausgestattet mit aktuellster Technik – Intel-Prozessoren der 8. Generation, schneller UHD-Onboard-Grafik – und stehen als Rack, Box oder Panel-PC zur Verfügung. Die IPCs mit verbessertem Gehäusekonzept ermöglichen die Verarbeitung und Speicherung großer Datenmengen sowie anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben und eignen sich für den Einsatz in der Leitwarte oder als maschinennahes System in datenintensiven Prozessen – überall da, wo schnelle Mess-, Steuerungs- und Regelungsaufgaben sowie Visualisierungslösungen mit bis zu 6 Monitoren realisiert werden müssen. Das Gehäusekonzept ist zu den Vorgängervarianten einbaukompatibel. Somit ist ein Einsatz auch in bereits bestehenden Anlagen ohne Mehraufwand möglich.

Die IPCs sind für den 24-Stunden-Dauereinsatz ausgelegt – auch bei hohen Vibrations-, Schock- und EMV-Belastungen und Umgebungstemperaturen bis zu 50 °C. Die integrierte Active Management Technology Intel AMT ermöglicht komfortables Remote-Management für sichere Ferndiagnose und -wartung. Alle Geräte bieten zudem eine schnelle Systemdiagnose durch Status-LEDs und eine vorinstallierte Diagnosesoftware. Das neue Gehäusekonzept wurde speziell für eine noch schnellere Modifizierung des Geräts weiterentwickelt. Die Simatic IPC sind optional mit vorinstalliertem Betriebssystem Windows 10 Enterprise 2016 LTSB bzw. Windows Server 2016 erhältlich. Damit verfügen die Geräte der E-Generation gegenüber den Vorgängermodellen der D-Generation bei allen Konfigurationen über eine bis zu 100 Prozent höhere Leistung.

Energiemonitoring in die Cloud

Mit der neuen Version der Energiemonitoringsoftware Powermanager können Energiedaten nun direkt in offene, cloudbasierte IoT-Betriebssysteme wie Mindsphere übertragen werden. Die Software ist Teil des Sentron-Portfolios von Siemens für das Energiemanagement in Industrieanlagen und Gebäuden und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Energieeffizienz und -verfügbarkeit zu erhöhen. Sie stellt Statusinformationen und elektrische Kenngrößen für gesamte Anlagen und Systeme sowie einzelne Geräte in einem übersichtlichen Dashboard dar und analysiert die Energieflüsse. Daraus lassen sich Optimierungsmaßnahmen zur Energieeffizienz und -verfügbarkeit ableiten und Störungen in den Anlagen schnell lokalisieren. Durch die Einbindung der Daten in Cloud-Systeme werden die Speicherung, Verarbeitung und standortübergreifende Auswertung großer Datenmengen möglich. Die Energiemonitoringsoftware eignet sich optimal auch für kleine und mittelständische Unternehmen, die mit digitalem Energiemanagement starten wollen. Die Investitionskosten sind gering und lassen sich durch die Einsparpotenziale schnell amortisieren. Die neue Version des Powermanager wird auf der Hannover Messe 2019 gezeigt und ist ab Mai 2019 verfügbar.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0319siemens

Halle 9, Stand D35


Bernd Rademacher

Redakteur

Anzeige

Powtech Guide 2019

Alle Infos zur Powtech 2019

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

cav-Produktreport

Für Sie zusammengestellt

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Top-Thema: Instandhaltung 4.0

Lösungen für Chemie, Pharma und Food

Pharma-Lexikon

Online Lexikon für Pharma-Technologie

Prozesstechnik-Videos

Hier finden Sie alle aktuellen Videos

phpro-Expertenmeinung

Pharma-Experten geben Auskunft

Prozesstechnik-Kalender

Alle Termine auf einen Blick

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de