TRBS 2153 erfüllt

Saugen mit Zertifikat

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Das Absaugen von nicht leitfähigen Stäuben ist eine anspruchsvolle Aufgabe und unerlässlich in einigen Bereichen der Chemieproduktion. Besonders in Ex-Atmosphären und in Kombination mit explosionsfähigen Gasen ist Vorsicht erforderlich. Hier gab es, verursacht durch eine Interpretation der TRBS 2153, Diskussionen über das Risiko von Büschelentladungen beim Saugen nicht leitfähiger Stäube. Jetzt wurde der Nachweis geführt: Es gibt auch in diesem sensiblen Bereich der Saug- und Absaugtechnik eine sichere Lösung zur Vermeidung von Zündgefahren, die durch elektrostatische Aufladung entstehen können.

Risiken reduzieren – das ist das oberste Gebot beim Einsatz von Maschinen, Anlagen und Komponenten in explosionsgefährdeten Bereichen. Dabei sind verschiedene potenzielle Zündgefahren bzw. -quellen zu berücksichtigen. Dazu gehört das Vermeiden elektrostatischer Entladungen, die eine Explosion verursachen könnten. Dies vermeidet man, indem man für den Ex-Bereich zugelassene Komponenten verwendet.

Darüber hinaus muss der Maschinen- und Anlagenbauer alle möglichen Zündgefahren ausschließen, wie z. B. die Gefahr der elektrostatischen Aufladung. Dieses Risiko ist beim Umgang und bei der Verarbeitung von explosionsfähigen Stäuben und Gasen besonders zu beachten.
Im Fokus: Die TRBS 2153
Dem hohen Risikopotenzial und der Schwere der möglichen Unfälle entsprechend, gibt es neben den Atex-Richtlinien der EU auch diverse Normen, die Regelungen zum Explosionsschutz treffen. Dazu gehört u. a. die Festlegung der Zündschutzarten für gas- und staubexplosionsgefährdete Bereiche (Normenreihen DIN EN 60079 und DIN EN 61241) sowie für nicht elektrische Geräte (Normenreihe DIN EN 13463) und die TRBS (Technische Regeln für Betriebssicherheit) 2153 „Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen“.
Eben diese TRBS 2153 hat, obwohl sie bereits im Jahr 2009 veröffentlicht wurde, in den vergangenen Monaten für Irritationen gesorgt, was den sicheren Betrieb von Gas-Ex-Saugern angeht. Eine benannte Stelle für den Explosionsschutz hatte angezweifelt, dass derartige Sauger überhaupt regelkonform eingesetzt werden können.
Anspruchsvolle Aufgabe
Um die Situation – und ihre inzwischen erfolgte Klärung – zu erläutern, ist ein kurzer Rückgriff auf die Technik der Ex-Sauger und auf die Inhalte der TRBS 2153 erforderlich. Ein „typischer“ Sauger für gasexplosionsgefährdete Bereiche, wie Ruwac ihn seit Jahrzehnten herstellt, ist aufgrund seiner zündquellenfreien Bauart für die Anforderungen des Explosionsschutzes konstruiert. Sein strömungsoptimiertes ovales Gehäuse wird aus ableitfähigem, glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt.
All dies gilt auch für andere Maschinen und Anlagen, die in Gas-Ex-Bereichen eingesetzt werden. Bei den Gas-Ex-Saugern kommt aber als Risiko noch hinzu, dass die von ihnen aufgenommenen Stäube in Verbindung mit entzündlichen Gasen im Sauger gefördert und konzentriert werden. Deshalb sind hier besondere Sorgfalt und konstruktive Detailarbeit erforderlich.
Genau hier, beim Thema „Fördern von Stäuben in Verbindung mit explosionsfähigen Gasen“, setzt die TRBS 2153 an. Kapitel 5 trifft Regelungen zu elektrostatischen Aufladungen beim Umgang mit gasförmigen Stoffen. In Absatz 1 heißt es: „Die Bewegung reiner Gase oder Gasgemische erzeugt keine oder nur eine geringe Aufladung. Enthält ein Gasstrom jedoch Feststoffpartikel oder Flüssigkeitströpfchen, können diese sowie alle betroffenen Anlagenteile und Gegenstände aufgeladen werden.“ Und weiter: „Solche Prozesse können zu zündwirksamen Funkenentladungen, Büschelentladungen, (….) führen.“
Als Prozesse, die zu diesen elektrostatischen Aufladungen führen können, nennt die TRBS ausdrücklich neben dem pneumatischen Transport u. a. auch den „Einsatz von industriellen Staubsaugern.“ Über sie werden in Absatz 5.7 nähere Angaben gemacht, zum Beispiel zu den Werkstoffen, zur Erdung und zur Beschaffenheit der Filtermaterialien.
Risiko von Büschelentladungen
Das Regelwerk gibt in Absatz 3 von Kapitel 5 einige Maßnahmen zur Vermeidung gefährlicher Aufladungen an – darunter die Wahl ausreichend niedriger Strömungsgeschwindigkeiten und die Verwendung ableitfähiger Bauteile. Dies hatte in der Branche einen intensiven Diskussions- und Evaluierungsprozess zur Folge, der in der Praxis dazu führte, dass kaum noch Gas-Ex-Sauger nachgefragt wurden.
Da die Entwicklung, Projektierung und Fertigung von Ex-Saugern Kernkompetenzen von Ruwac sind, hat sich das Unternehmen um zuverlässige Klärung dieser Fragen bemüht und kam nach umfangreichen Risikobeurteilungen zu dem Schluss, dass von den Gas-Ex-Saugern der eigenen Produktion keine entsprechenden Risiken ausgehen. Im zweiten Schritt wurde die Dekra Exam beauftragt, zwei Gas-Ex-Sauger unterschiedlicher Leistungsklassen aus der Serienproduktion von Ruwac daraufhin zu untersuchen, ob tatsächlich die Gefahr von Büschelentladungen besteht.
Alles im sicheren Bereich
Das Ergebnis liegt jetzt vor: Die Dekra Exam kommt zu dem Schluss, dass die beiden getesteten Gas-Ex-Sauger der DS-1-Baureihe mit Motorleistungen von 2,2 und 4 kW isolierende, d. h. nicht leitfähige Stäube und Granulate „aufsaugen können, ohne dass mit dem Auftreten zündfähiger Büschelentladungen für Gas-/Luft-Gemische zu rechnen ist“.
Dieses Ergebnis liegt in Schriftform vor und Ruwac ist nach eigener Kenntnis zurzeit der einzige Hersteller von Gas-Ex-Saugern, der einen solchen Test in Auftrag gegeben hat und dessen Geräte ihn erfolgreich absolviert haben (Stand Dezember 2015).
Damit haben es die Betreiber von Gas-Ex-Saugern nun „schwarz auf weiß“, dass sie in diesen sicherheitskritischen Bereichen zuverlässige und sichere Geräte einsetzen. Die einzelnen konstruktiven Merkmale der Gas-Ex-Sauger leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – zum Beispiel der bewährte ableitfähige GFK-Werkstoff, die leitfähigen Saugdüsen, der permanent geerdete Sammelbehälter und die kontrollierte Luftführung mit begrenzten Strömungsgeschwindigkeiten

Gerald Scheffels
Fachjournalist
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