Technische Entlüftung von Sicherheitsschränken. Sichere Gefahrstofflagerung - prozesstechnik online

Sichere Gefahrstofflagerung

Technische Entlüftung von Sicherheitsschränken

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Schädliche Stoffe in der Luft gefährden die Gesundheit von Mitarbeitern. Daher gilt es, im Rahmen eines betrieblichen Schutzkonzeptes notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Eine Gefährdungsbeurteilung ergibt, ob ein Gesundheitsschutz notwendig ist, ätzende oder giftige Stoffe gelagert werden und ob eine technische Belüftung erforderlich ist. Für die Umsetzung der Schutzziele stehen meist verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Welche es gibt, ob der Betrieb von Sicherheitsschränken ohne technische Entlüftung möglich ist und was der Gesetzgeber vorschreibt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Eine optimale Lösung, die hierzulande geltenden gesetzlichen Anforderungen zur Gefahrstofflagerung umzusetzen, ist der Einsatz von Sicherheitsschränken gemäß Europäischer Norm DIN EN 14470-1. Die Norm beschreibt Kriterien für die Bauweise und Beschaffenheit des Sicherheitsschrankes, darunter auch die Vorgaben zur Lüftung. So müssen die Schränke mit Öffnungen für Zu- und Abluft versehen sein, um den Anschluss an ein Abluftsystem zu ermöglichen. Zudem muss in einem belüfteten Schrank bei geschlossener Tür ein Luftwechsel stattfinden, der mindestens dem zehnfachen Schrankvolumen je Stunde entspricht, wobei der Druckabfall max. 150 Pa betragen darf. Das Lüftungssystem muss einen Unterdruck im Schrank bewirken und die Lüftung muss direkt oberhalb der Bodenwanne des Schrankes wirksam sein, um hoher Gefahrstoffkonzentration am Schrankboden durch Absinken entgegenzuwirken. Im Brandfall ist es darüber hinaus wichtig, dass die Lüftungsöffnungen für Zu- und Abluft ab einer Temperatur von 60 °C automatisch schließen.

Ein Sicherheitsschrank bietet für den Anwender mehrere Möglichkeiten zur Lüftung: Die technische Entlüftung mit Abluftführung nach außen sowie die technische Entlüftung durch einen Umluftfilteraufsatz oder lediglich die natürliche Lüftung.
Natürliche Lüftung und Ex-Schutz
Bei natürlicher Entlüftung des Sicherheitsschrankes werden zwar kostenintensive Abluftleitungen gespart, jedoch müssen meist dauerhaft Explosionsschutzzonen im oder zusätzlich um den Schrank herum eingehalten werden: Somit dürfen sich im Inneren des Sicherheitsschrankes keine Zündquellen befinden. Zudem besteht dabei für Mitarbeiter wegen austretender Dämpfe eine mögliche Gesundheitsgefährdung. Explosionsschutzbereiche werden unter Berücksichtigung des Flammpunktes der gelagerten brennbaren Flüssigkeiten und der Lüftung festgelegt. Die Ex-Zoneneinteilung für Sicherheitsschränke erfolgt gemäß BGR 104 EX-RL Beispielsammlung 2.2.8.
Demnach müssen klare Rahmenbedingungen sichergestellt werden, wenn ein Schrank mit natürlicher Lüftung vorhanden ist:
  • dicht verschlossene Behälter – regelmäßige Kontrolle auf Dichtheit ist erforderlich
  • keine Lagerung von offenen Behältern (kein Ab- oder Umfüllen im Schrank und keine Probeentnahmen)
  • kein Abstellen von Behältern mit äußerer Benetzung durch brennbare Flüssigkeiten
Können diese Punkte nicht gewährleistet werden erfolgt eine Zoneneinteilung in: Zone 1 für den Schrankinnenraum und Zone 2 für außerhalb des Schrankes. Die ausgewiesenen Ex-Zonen sind in einem Explosionsschutzdokument festzuhalten und die geforderten Schutzmaßnahmen gemäß TRBS 2152 Teil 2 sowie Teil 4 sind einzuhalten.
Umluft oder nach außen?
Deutliche Vorteile gegenüber der natürlichen Lüftung bietet die technische Entlüftung. In der Praxis entfällt dadurch eine Zoneneinteilung und es ist kein Explosionsschutzdokument erforderlich.
Eine technische Entlüftung mit Abluftführung nach außen entfernt alle entstehenden Schadgase – Lösemittel-, Säuren- und Laugendämpfe – direkt an der Entstehungsstelle und verhindert somit die gesundheitliche Gefährdung von Mitarbeitern sicher. Doch die kostenintensiven Abluftleitungen mit eventuell notwendigen Wand- und Deckendurchbrüchen sowie der hohe Energieverbrauch durch Wärmeverluste in der Abluft sind große Nachteile. Zudem sind gebäudeseitige RLT-Anlagen oftmals bereits durch Klima- und Wärmetechnik ausgelastet und eine flexible Aufstellung des Sicherheitsschrankes ist nicht mehr möglich. Oft ist eine fest installierte Abluftanlage nach außen auch aus gebäudetechnischen Gründen nicht möglich, etwa bei denkmalgeschützen Gebäuden. Hier bietet ein Umluftfilteraufsatz viele Vorteile: Ebenso wie die Abluftanlage nach außen eliminiert er gesundheitsgefährdende Dämpfe und Gase und bietet einen Rundumschutz für Mitarbeiter. Die kostenintensive Montage der Abluftleitungen sowie der Energieverlust nach außen entfallen aber. Zusätzlich ist der Sicherheitsschrank mit Umluftfilteraufsatz flexibel aufstellbar und kann bei Bedarf leicht umplatziert werden. Das System bietet eine permanente elektronische Überwachung der Abluftmenge und der Filtersättigung.
Filtertechnik in Serie
Die Umluftfiltertechnik ist serienmäßig in allen Flameflex- bzw. Chemflex-Schränken der FX-, CX- und SLX-Line von Asecos verbaut. Neben Absaugung und Filtration ermöglicht auch die Wahl einer metallfreien Innenausstattung die Zusammenlagerung von unterschiedlichsten Gefahrstoffen in einem Schrank. Typ 90-Schränke der FX-Linie bieten außerdem die gewohnt zuverlässige Feuerwiderstandsfähigkeit für 90 Minuten, gemäß Europäischer Norm 14470-1.
Die Asecos-Umluftfilterschränke sind – modellabhängig – in der Lage, die Dämpfe von Kohlenwasserstoffen und anorganischen Gefahrstoffen permanent bis zur Filtersättigung nahezu vollständig zurückzuhalten. Dies wurde von der akkreditierten Messstelle Infraserv Höchst geprüft und zertifiziert. Die integrierten Filtersättigungssensoren werden über die im Umluftfilterschrank eingebaute Elektronik ausgewertet und sind für die permanente Überwachung der aktuellen Luftwechselrate sowie der Filtersättigung der Kohlenwasserstoffe zuständig.
Die Flameflex- und Chemflex-Schränke verfügen zudem über eine Überwachungselektronik mit hochmodernem 4,7-Zoll-Grafikdisplay inklusive Touch-Steuerung. Hier lässt sich die aktuelle Luftwechselrate anzeigen, überwachen und einstellen. Auch die Restlaufzeit bis zum nächsten anstehenden Filterwechsel zeigt die Elektronik an. Für die manuelle Überwachung der Filtersättigung durch anorganische Gefahrstoffe löst die Überwachungseinheit in regelmäßigen Abständen einen Hinweisalarm aus. Jeder Alarm erfolgt durch ein optisches sowie ein akustisches Signal. Zusätzlich verfügt das System über einen potenzialfreien Alarmkontakt zur Aufschaltung auf eine Leitstelle.

Sven Sievers
Bereichsleiter Produktmanagement, Asecos


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