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Verdrahtungsfehler ausgeschlossen

Push-in-Anschlusstechnik legt Grundstein für NE 95
Verdrahtungsfehler ausgeschlossen

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Die Prozess- und Verfahrenstechnik kennt viele Herausforderungen – explosive Atmosphären, Vermeidung von Anlagenstillständen, Kostenminimierung bei gleichzeitiger Erhöhung des Outputs sind nur einige. Bei all dem steht die Sicherheit der Anlage an oberster Stelle. Mit der Push-in-Anschlusstechnik, die der Typprüfung nach NE 95 unterzogen wurde, erhöhen Anlagenplaner und -betreiber die Verfügbarkeit und Langlebigkeit der Anlage.

Autor Carsten Lückheide Senior Project Manager Process Industry, Phoenix Contact

Bei der sorgfältigen Anlagenplanung spielt die Auswahl geeigneter Produkte eine wichtige Rolle. Aber wodurch unterscheiden sich qualitativ hochwertige und langlebige Komponenten von denen, die zwar auf den ersten Blick günstig erscheinen, auf lange Sicht aber verlieren? In Anbetracht der stark gestiegenen Konkurrenz aus Fernost ist die Technologie-Führerschaft für hiesige Anbieter keine Selbstverständlichkeit, und mit dem Prädikat „Deutsche Wertarbeit“ allein halten viele Produkte dem Wettbewerbsdruck aus Fernost nicht stand. Gerade bei internationalen Projekten über mehrere Standorte sollte besonders auf einen hohen Qualitätsstandard als Garant für die Verfügbarkeit einer prozesstechnischen Anlage geachtet werden.
NE 95 prüft die Tauglichkeit
Damit sich Anlagenplaner und -betreiber in diesem Dickicht von Produkten und deren Anbietern zurecht finden, bietet – neben internationalen Ex- und anderen Zulassungspaketen – vor allem die Namur als internationaler Verband der Anwender von Automatisierungstechnik der Prozess-Industrie eine wertvolle Hilfestellung zur Auswahl geeigneter Komponenten. In der Kurzfassung ihrer Empfehlung Nr. 95 – kurz NE 95 – vom 22. Januar 2013 heißt es: „Der Schwerpunkt der Geräteprüfung liegt auf der Ermittlung der betrieblichen Einsatztauglichkeit. Unter diesem Gesichtspunkt gibt diese Empfehlung einen Leitfaden für die Überprüfung der wichtigsten Kenndaten aus Anwendersicht. Daher werden nicht alle Prüfnormen herangezogen, sondern aus Gründen der Wirtschaftlichkeit eine dem Zweck entsprechende Auswahl.“
Anschließend listet die Namur auf ihrer Internet-Seite fünf Bestandteile der Typprüfung auf:
  • Geräteuntersuchung
  • Instandsetzungsbegutachtung
  • Montagebegutachtung
  • Ex-Begutachtung
  • Prüfung der Gerätedokumentation
Mit ihren Empfehlungen zur Eignung von Komponenten für die Prozess- und Verfahrenstechnik spielt die NE 95 eine wichtige Rolle bei der Auswahl geeigneter Produkte durch die Anlagenplaner und -betreiber. Das beginnt schon bei der Wahl der geeigneten elektrischen Anschlusstechnik. Hier kommt es darauf an, Schäden durch Alterung und Korrosion an der Leiterklemmstelle zu vermeiden, um die Verfügbarkeit der I/O-Signale und somit der gesamten Anlage zu erhöhen.
Push-in-Anschlusstechnik spart viel Zeit
Mit der Push-in-Anschlusstechnik – kurz auch PT genannt – bietet Phoenix Contact hier eine interessante und maßgeschneiderte Lösung. Die Push-in-Technik wurde gemäß der NE 95 geprüft – sie erfüllt alle Anforderungen für die Verwendung in der Prozess- und Verfahrenstechnischen Industrie. Außerdem legt die Push-in-Technik auch einen Grundstein für elektromechanische Prüfungen nach NE 95 für passive Bauteile. Damit existiert nun – im Hinblick auf Qualität und Langlebigkeit – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber Produkten von Kopisten und Billiganbietern.
Die PT-Anschlusstechnik arbeitet nach dem Druckfederprinzip – die Kontaktfeder drückt den Leiter gegen die stromführende Kupferschiene. Die besondere Federkontur ermöglicht eine direkte werkzeuglose Verdrahtung starrer und flexibler Leiter, die mit Aderendhülse oder verdichteten Leiterenden vorkonfektioniert sind. Beim Einführen des Leiters in die Klemmstelle öffnet die Feder dann selbsttätig.
Besonders vorteilhaft ist die werkzeuglose Verdrahtung bei beengten Platzverhältnissen oder schwer zugänglichen Stellen. Die Bedienung erfolgt einhändig und ohne Werkzeug: der Leiter wird gegriffen und eingesteckt. Ein erhöhter Bedienkomfort und eine verbesserte Ergonomie reduzieren Verdrahtungszeiten und Arbeitsermüdung gerade bei hohen Signalzahlen deutlich. Vergleichbare Produkte am Markt lassen sich annähernd praxisgerecht nur mit starren Leitern im Nennquerschnitt direkt stecken.
Sichere Bedienung
Gelöst wird der Leiter durch Betätigung des integrierten Drückerelementes. Dessen Oberfläche ist so beschaffen, dass die Betätigung mit jedem Schraubendreher beliebiger Antriebe erfolgt. Spezialwerkzeug ist nicht erforderlich – schon der Druck einer Kugelschreibermine entriegelt den Leiter. Feinadrige Leiter ohne Vorkonfektionierung werden ebenfalls durch Betätigung des Drückerelementes verdrahtet. Der signalfarbene Drücker identifiziert die PT-Klemmstelle eindeutig. Bedienbereich und Leitereinführung sind klar voneinander abgegrenzt. Der Anwender findet je Klemmstelle auch nur eine einzige Position für die Leitereinführung.
Als Vorteil für die Sicherheit erweist sich die vollisolierte Bedienung. Das Arbeiten unter Spannung widerspricht zwar den Normen und Unfallverhütungsvorschriften – kommt aber leider vor. Auch Mess- und Prüfvorgänge sowie Nachverdrahtungen während des laufenden Betriebs sind in der Praxis keine Seltenheit. Das PT-Drückerelement ermöglicht einen sicheren Berührschutz und trennt die innen liegenden Kontaktelemente vom Bedienwerkzeug über den Isolierwerkstoff. Eine direkte Berührung zwischen Werkzeug und spannungsführenden Teilen wird somit ausgeschlossen.
Neben diesen Vorteilen zählt für die PT-Anwender ein weiteres Argument: Die Push-in-Anschlusstechnik wurde durch eine konsequente Produktpolitik in zahlreiche weitere Produktgruppen integriert – neben den Reihenklemmen handelt sich hier vom allem um Relais, Trenner, Steuerungen und Überspannungsschutz-Geräte. Außerdem sind sämtliche Produkte über das internationale Vertriebsnetz von Phoenix Contact mit seinen 65 Länder- und Vertriebsgesellschaften sowie über den E-Shop weltweit in kürzester Zeit erhältlich.
Viele Vorteile für den Nutzer
Anlagenplaner und -betreiber profitieren mehrfach von der durchgängigen Produktpolitik der PT-Anschlusstechnik. Hoher Verdrahtungskomfort und gute Ergonomie verkürzen die Zeiten für Installation, Migration und Wartung. Das hochwertige Kontaktsystem mit integriertem Drückerelement schließt Verdrahtungsfehler aus. Durch die Erfüllung der Norm NE 95 in Kombination mit internationalen Zulassungen setzt Phoenix Contact einen Grundstein bei der Namur im Bereich der Elektromechanik. Das weltweite Vertriebsnetz des Anbieters macht diese Anschlusstechnik international verfügbar.
Halle 9, Stand F40
prozesstechnik-online.de/cav0414433

Was meint der Experte?

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Nachgefragt

cav: Welchen Anforderungen muss sich die Prozesstechnik in Bezug auf die Auto- matisierungstechnik zukünftig stellen?
Menze: Anlagen der Chemie- oder Verfahrenstechnik haben eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren. Für Anlagenbetreiber hat die Verfügbarkeit der Anlage über die Lebensdauer Priorität. Gegenüber der Fabrikautomatisierung hat die Prozesstechnik höhere Anforderungen an die Automatisierungstechnik – dies gilt insbesondere für die Umgebungsbedingungen und Zulassungen der Komponenten.
cav: Welche Rolle spielt die Anschlusstechnik unter den Gesichtspunkten der modularen Automation und der Sicherheit?
Menze: In der modularen Automation werden Automatisierungslösungen nach Funktionen unterteilt und zu einer Gesamtanlage individuell zusammengestellt. Durch die hohe Packungsdichte in den einzelnen Modulen steht wenig Raum für die Technik zur Verfügung. In solchen Anwendungen muss die Anschlusstechnik eine Vielzahl von Schnittstellen – bei minimalem Platzbedarf – sicher miteinander verbinden.
cav: Wie stehen hier die Chancen für Billig-anbieter, sich diesem veränderten Markt anzupassen?
Menze: Wie schon erwähnt ist die Verfügbarkeit einer Anlage enorm wichtig. Die Betreiber wählen häufig Komponenten nach den Lebenszykluskosten aus. Oft sind augenscheinlich billige Produkte aber zu teuer, wenn die Kosten über den Lebenszyklus einer Anlage kalkuliert werden. Billiganbieter werden es schwer haben, wenn sie für ihre Produkte keine Langzeitstabilität nachweisen können.
cav: Welche Empfehlung gibt die Namur, um darauf zu reagieren, und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die NE 95?
Menze: Die Namur ist ein internationaler Verband der Anwender aus der Prozesstechnik. Die Namur prüft unter anderem im Rahmen der NE 95, ob sich Komponenten der Prozessautomatisierung für die rauen Einsatzbedingungen eignen. Der Schwerpunkt dieser Geräteprüfung liegt auf der Ermittlung der betrieblichen Einsatztauglichkeit.
cav: Ist die Push-in-Anschlusstechnik für Sie eine Lösung?
Menze: Aus meiner Sicht erfüllt die Push-in-Anschlusstechnik mehrere wichtige Kriterien. Erstens nimmt diese Klemmtechnik starre oder feindrahtige Leiter auf, sie ist somit abwärtskompatibel zur gängigen Verbindungstechnik. Zweitens belegen internationale Zulassungen und die NE-95-Geräteprüfung die betriebliche Einsatztauglichkeit dieser Klemmtechnik. Und drittens erlaubt die werkzeuglose Verdrahtung ein zügiges und kostengünstiges Arbeiten. All diese Punkte – auch die Tatsache, dass die Push-in-Technik eine gasdichte und vibrationsfeste Verbindung sicherstellt – prädestiniert diese Anschlusstechnik für den Einsatz in vielen Applikationen der Prozessautomatisierung.
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