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Maschinenzustand auf einen Blick erkennbar

Flottweg startet Rollout der preisgekrönten Bedienphilosophie
Maschinenzustand auf einen Blick erkennbar

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Für das neue Bedienkonzept zur Steuerung von Dekantern, Separatoren und Bandpressen wurde Flottweg mit dem German Design Award 2018 in der Kategorie Mensch-Maschine-Schnittstelle ausgezeichnet. Die Fachjury begründete die Entscheidung mit der innovativen Benutzeroberfläche, einem gelungenen Farbdesign und der intuitiven Bedienstruktur. Michael Hacker, Leiter Automatisierungstechnik bei Flottweg, erläutert die Hintergründe für die Entwicklung des neuen Konzepts.

Herr Hacker, warum ist eine funktionelle Automatisierung so bedeutsam für den Bau von Hochgeschwindigkeitszentrifugen?

Hacker: Automatisierung ist heute das A und O im Maschinenbau. Um Kosten zu senken, setzen fast alle unsere Kunden mittlerweile auf einen vollautomatischen und unbeaufsichtigten Betrieb ihrer Anlagen. Da Hochgeschwindigkeitszentrifugen natürlich in Schlüsselindustrien wie der Pharma- und Chemieindustrie mit extremen Sicherheitsauflagen und komplexer Prozesstechnik eingesetzt werden, stellen sich dadurch große Herausforderungen an die Automatisierungstechnik. Was das Ganze aber natürlich interessant macht.

Nun sind bereits einige Wochen seit der Überreichung des
German Design Awards vergangen. Wie groß war die Euphorie nach Bekanntgabe des Gewinners?

Hacker: Die Euphorie im Team war natürlich riesig. Flottweg wird in der Regel als Maschinenbauunternehmen wahrgenommen. Einen solch renommierten Preis für Automatisierungstechnik zu erhalten, hat uns im Team natürlich mehr als überrascht und enorm gefreut. Auch schätzen wir das Vertrauen unserer Vorstände, die uns von Anfang bis Ende des Projekts, bei der doch manchmal auch schwierigen Umsetzung, immer zu 100 % unterstützt haben.

Wann begann das Projekt und was waren die Gründe dafür, die Bedienphilosophie zu verändern?

Hacker: Begonnen hatte das Projekt schon Anfang 2015 mit Kunden- und Mitarbeiterbefragungen. Hier wurde schnell klar, dass wir mit unserem alten Bedienstandard an technische Grenzen gestoßen sind. Um hier neue Maßstäbe zu setzen und dem aktuellen Digitalisierungsdruck vorzugreifen, haben wir uns dann ab Anfang 2016 an die Umsetzung gemacht. Um den wie vorher beschriebenen, vollautomatischen Anlagenbetrieb zu gewährleisten und Servicezeiten zu verkürzen, musste eine Maschinenbedienung einfach, intuitiv und trotzdem informativ gestaltet werden.

Bei der Ausarbeitung des Konzepts haben Sie mit einer Designagentur zusammengearbeitet. Was waren Ihre Beweggründe?

Hacker: Unser Ziel war es, hier etwas völlig Neues zu kreieren. Dafür war es für uns extrem wichtig, einen neutralen Blick von außen auf unseren alten Bedienstandard und dessen Optimierungsmöglichkeiten zu bekommen. Wir sind alle Techniker und arbeiten tagtäglich mit diversen Programmiertools. Aber uns ist auch klar, dass nicht jede Zentrifuge durch jahrelang angelerntes Fachpersonal betrieben wird. Um hier unseren Kunden die Anlernzeiten für Neupersonal zu verkürzen, war es unbedingt erforderlich, auch eine neutrale Sicht durch die Agentur zu bekommen, was Bedienwege, Oberflächen und Menüstrukturen des Bedienstandards angeht. Und natürlich konnten wir durch die Agentur auf deren langjährige Erfahrung zu den Themen Ergonomie und Farbdesign zurückgreifen.

Das Bedienkonzept weist einige Vorteile gegenüber dem alten System auf. Können Sie auf ein paar der neuen Features eingehen?

Hacker: Neu ist natürlich auf den ersten Blick das Farbdesign. Hier lenken wir die Augen des Benutzers bewusst auf die zu jedem Maschinen- und Anlagenzustand für ihn wichtigen Informationen. Anders als manch andere Bediensysteme stellen wir neben der Maschine auch den gesamten verfahrenstechnischen Prozess mit unserer Visualisierung dar. Hinzu kommen Symbole und eine Benutzerführung, die sich stark an aktuelle PC- und Smartphone-Betriebssysteme anlehnt. Damit berücksichtigen wir, dass heute eine Vielzahl von Anlagenbetreibern einer Generation entstammt, die mit Smartphone und Tablet aufgewachsen sind. Ja, und dann haben wir noch viele weitere Features wie eine digital hinterlegte Kundendokumentation, Simulationsmöglichkeiten für verschiedenste Komponenten usw.

Warum ist es wichtig, eine übersichtliche und selbsterklärende Bedienung von komplexen Anlagen zu ermöglichen?

Hacker: Weil es sich heutzutage kein Unternehmen mehr leisten kann, dass sich Personal stunden- oder tagelang in eine Maschinenbedienung einarbeiten muss. Außerdem wird heute von einer einzigen Person eine Vielzahl von Maschinen und Anlagen betreut. Hier muss es zu jedem Maschinenzustand auf einen Blick erkennbar sein, welche weiteren Schritte eingeleitet werden müssen. Auch im Service- oder Wartungsfall sollen die Unterbrechungszeiten der Produktion so kurz wie möglich gehalten werden. Das ermöglichen wir unseren Kunden mit unserem intuitiven Bedienstandard.

Wie verläuft der Rollout der Bedienphilosophie?

Hacker: Bis Jahresende werden wir alle Dekanter-Anwendungen auf die neue Bedienung umstellen. Ab Anfang 2019 werden dann auch Separatoren und Bandpressen folgen. Unser Ziel ist es, bis Ende 2019 sämtliche Flottweg-Anwendungen mit der neuen Visualisierung ausgestattet zu haben.

Neben der neuen Oberfläche verfügt die Flottweg-Automatisierung auch über ein weiteres Feature, das sogenannte Simp-Control. Können Sie uns etwas hierüber sagen?

Hacker: Beim Simp-Control handelt es sich um ein Sicherheits- und Steuermodul für Dekanter, das ebenfalls mit dem Look-and-feel des neuen Bedienstandards ausgestattet wurde. So können wir für all unsere Kunden weltweit und auch diejenigen, die Steuerungstechnik nicht von Flottweg beziehen, eine globale, identische Maschinenperformance und Sicherheitstechnik garantieren. So sorgen wir dafür, dass unsere Kunden bei Themen wie funktionaler Sicherheit bei Zentrifugen völlig entspannt bleiben können.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0718flottweg


„Um vollautomatischen Anlagenbetrieb zu gewährleisten und Servicezeiten zu verkürzen, muss eine Maschinenbedienung einfach, intuitiv und trotzdem informativ gestaltet werden.“


Ifat 2018: Leistungsstarke Zentrifuge

Auf der Ifat 2018 in München stellte Flottweg die Xelletor-Baureihe vor. Die Dekanterzentrifuge ermöglicht nochmals mehr Entwässerungsleistung in der Schlammentwässerung bei weniger Verbrauch. Das Geheimnis der hohen Leistungsfähigkeit liegt im Inneren der Maschine. Der Rotor und vor allem die Schnecke weisen ein spezielles Design auf. Der Verbrauch von polymerem Flockungsmittel wird aufgrund einer neu gestalteten Zulaufsituation bei der Xelletor-Baureihe reduziert. Gleichzeitig punktet die Maschine beim Energieverbrauch. Je nach Schlammqualität spart die Zentrifuge rund 20 % Energie gegenüber den Vorgängermodellen und ermöglich bis zu 15 % mehr Durchsatz, bis zu 10 % weniger Schlammmenge durch 2 % höheren Trockenstoffgehalt und bis zu 20 % Einsparung beim Flockungsmittelverbrauch.

Die Dekanterzentrifuge Xelletor besitzt eine hohe Entwässerungsleistung

Das Interview führte für Sie: Nils Engelke

PR- und Kommunikationsmanager,

Flottweg



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