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Plug & Play-Gerät erzeugt digitalen Zwilling zur Containerüberwachung

Plug-and-Play-Gerät erzeugt digitalen Zwilling zur Containerüberwachung
Wo ist mein Container?

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Packwise hat mit Smart Cap ein Plug-and-Play-Gerät entwickelt, das den Standort von IBCs und großen Stahl- und Kunststoffbehältern verfolgt. Die IIoT-Lösung überwacht außerdem Füllstand und Temperatur und misst Bewegungen. Die Technologie ermöglicht zudem neue Geschäftsmodelle wie ein einfaches Nachbestellen oder das Pay-per-Use, also das Bezahlen nach Verbrauch. Wir sprachen mit Felix Weger, Gründer und Produktmanager der Packwise GmbH, über die Vorteile der Smart Cap.

Wie entstand die Idee zur Entwicklung der Smart Cap?

Felix Weger: Während meiner Tätigkeit in der Verpackungsindustrie fiel mir auf, welch großes Optimierungspotenzial in der Organisation des Einsatzes und der Wiederverwendung von Industrieverpackungen liegt. Um Transparenz zu schaffen, haben wir ein IoT-Gerät entwickelt und im Jahr 2017 die Packwise GmbH gegründet.

Was kann die Packwise Smart Cap?

Weger: Packwise Smart Cap ist ein Plug-and-Play-Gerät, das einen digitalen Zwilling von Flüssigkeitscontainern erstellt, der in Echtzeit hochpräzise Sensordaten zu Standort, Füllstand, Bewegung und Temperatur anzeigt. Die ermittelten Daten werden an die entsprechende Plattform Packwise Flow übermittelt, die über Abweichungen von Parametern Handlungsbedarf erzeugt, z. B. die automatische Nachbestellung. Dabei visualisiert und automatisiert die Webanwendung Prozesse für verschiedene Anwendungen in der Supply Chain.

Welche Vorteile haben die Nutzer?

Weger: Einblicke in den Verbrauchszustand des Kunden eröffnen Unternehmen der Chemie- und Lebensmittelindustrie völlig neue Möglichkeiten in der Produktionsplanung und bei der Gestaltung von Geschäftsmodellen. Packwise Smart Cap hilft Firmen dabei, ihre Kunden serviceorientierter zu bedienen, indem z. B. ein lieferantengesteuerter Bestand (eine automatische Nachbestellung) möglich wird. Über eine Optimierung der logistischen Prozesse fördert Packwise zudem einen nachhaltigen Einsatz der Container. Verkürzte Zyklen ermöglichen Unternehmen eine deutliche Reduktion ihrer Containerflotte.

Wer war an der Entwicklung beteiligt?

Weger: Den Prototyp haben wir intern mit unserem CTO René Bernhardt und dem Entwicklerteam entwickelt. Bei der Entwicklung des serienfertigen Produkts setzen wir auf die Partnerschaft mit einem erfahrenen Entwickler und Fertiger von Elektronikgeräten, der Firma Diehl Connectivity Solutions.

Wie kommuniziert die Smart Cap?

Weger: Die Packwise Smart Cap kommuniziert direkt über das Mobilfunknetz. Diese Kommunikationsweise hat den großen Vorteil, dass eine globale Abdeckung gewährleistet wird, ohne dass Empfänger installiert werden müssen. Die Daten gehen direkt von der Cap in die Cloud und werden dann in unserer Anwendung visualisiert und analysiert.

Welche Technologie steckt im Inneren?

Weger: Im Inneren der Cap stecken verschiedene Sensoren zur Bestimmung der Containerdaten. Dazu gehört eine spezielle Sensortechnologie für hochpräzise und kontaktlose Füllstandmessung, ein Temperatursensor sowie Lage- und Beschleunigungssensoren. Ebenso befinden sich im Inneren verschiedene Antennen zum Senden von Daten und Empfangen von Standortparametern.

Wie wird der Füllstand gemessen?

Weger: Der Füllstand wird über eine innovative Technologie gemessen, die auf einer Abstandsmessung zwischen dem Sensor und dem Flüssigkeitspegel basiert. Auch durch Dampf, Staub und Anhaftungen hindurch können wir robust die Füllstände bestimmen, und das auf den Liter genau.

Genügt eine Smart Cap pro Container für das Containermanagement?

Weger: Genau, auf jedem Container, der „smart“ werden soll, wird ein Gerät angebracht. Dieses Gerät nimmt dann Daten zu diesem einen Container auf und sendet diese an die Cloud. Dort entsteht dann ein sogenannter digitaler Zwilling dieses Containers. Wir haben bei der Entwicklung hohen Wert auf eine Kostenstruktur gelegt, die einen großflächigen Einsatz der Geräte erlaubt. Hier hat uns der generelle Preistrend bei den Hardwarekomponenten und den Datentarifen natürlich in die Karten gespielt.

Wie und wo platziert man die Smart Cap?

Weger: Wo die Packwise Smart Cap angebracht wird, variiert je nach Containertyp. Bei den Kombinations- oder Kunststoffcontainern wird die Cap oben auf die Oberfläche aufgeklebt. Über eine Trägerplatte kann die Cap wieder abgenommen werden und dann – sollte der Container nicht mehr genutzt werden – auf einem neuen Container angebracht werden.

Bei den langlebigeren Containern aus Edelstahl wird die Packwise Smart Cap auf einem Verschluss, beispielsweise dem Milchrohrstutzen, angebracht. Auch hier wird sie ganz einfach aufgeklebt. Mit unserem speziellen Industriekleber erreichen wir ein ähnliches Resultat wie beispielsweise beim Schweißen.

Wie oft kann die Smart Cap verwendet werden?

Weger: Die Packwise Smart Cap kann beliebig oft verwendet werden. Sie kann nach ihrer Anbringung von jedem Container auch wieder gelöst werden und auf einem neuen Container zum Einsatz kommen. Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Cap abhängig von der Mess- und Sendefrequenz. Bei einem Sendeintervall von einer Sendung pro Tag garantieren wir eine Batterielaufzeit von fünf Jahren. Das optimale Sende- und Messintervall variiert von Kunde zu Kunde und wird im Rahmen eines Pilotprojektes gemeinsam bestimmt. Unser Kunde kann das Intervall aber jederzeit selbstständig anpassen.

Sind Funktionserweiterungen geplant?

Weger: Das Vernetzen von Industrieverpackungen ist ein Marathon. Unseren Kunden bieten wir mit dem derzeitigen Funktionspaket einen umfangreichen, aber praktikablen Einstieg in das Thema Industrial Internet of Things. Anstatt eine Erweiterung des Funktionsumfanges sehen wir eher eine Interaktion mit weiteren Sensorlösungen im Markt. An vielen Stellen muss das Rad nicht neu erfunden werden.

Packwise GmbH, Dresden


Daniela Held

Redakteurin


„Die Packwise Smart Cap kommuniziert direkt über das Mobilfunknetz, sodass eine globale Abdeckung gewährleistet wird. “


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