Vakuumzentralanlage senkt Energieverbrauch um 70 %

Hohe Betriebssicherheit bei weniger Wartung

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Feinkost Dittmann ist ein deutsches Traditionsunternehmen. Doch bei der Vakuum-versorgung seiner Verpackungsanlagen setzt der Hersteller von Antipasti- und Sardellenspezialitäten auf modernste Technik. Seit Ende 2012 übernimmt diese Aufgabe am Produktionsstandort Taunusstein eine Vakuumzentralanlage von Busch, die erheblich wirtschaftlicher arbeitet als die zuvor eingesetzte Technik.

Die Anfänge von Feinkost Dittmann (Reichold Feinkost GmbH) gehen zurück bis in das Jahr 1901 als Carl Dittmann in Wiesbaden ein Feinkostgeschäft eröffnete. Heute ist das Unternehmen deutscher Marktführer, wenn es um Oliven, Antipasti, Kapern, Knoblauch- sowie Sardellenspezialitäten geht, und die beliebteste Feinkostmarke des deutschen Handels.

Das familiengeführte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Diez bei Limburg an der Lahn. In Taunusstein bei Wiesbaden steht das deutsche Produktionswerk, in dem insgesamt 320 Mitarbeiter verschiedene Antipastispezialitäten beispielsweise aus Oliven, Feta, Knoblauch, Paprika oder getrockneten Tomaten sowie viele weitere Feinkostartikel produzieren. Diese gehen dann, unter verschiedenen eigenen Markennamen, an nationale und internationale Einzelhandelsketten und Discounter. Aktuell exportiert das Familienunternehmen seine vielfältigen Spezialitäten in weltweit über 30 Länder. In Spanien, Griechenland und der Türkei produziert Feinkost Dittmann ebenfalls in eigenen Betrieben Feinkostprodukte.
Verpackung unter Schutzgas
In der sogenannten Frische-Abteilung im Produktionsbetrieb in Taunusstein werden die Produkte in Kunststofftrays verpackt. Dabei wird die Luft aus den Verpackungsschalen gesaugt, bevor ein Gasgemisch aus CO2 und N2 als Schutzgas in die Verpackungen eingebracht wird. Anschließend wird die Verpackung mit einer Kunststofffolie gasdicht versiegelt und zusätzlich mit einem Kunststoffdeckel verschlossen. Die Verpackung unter Schutzgas stellt sicher, dass der Sauerstoffgehalt im versiegelten Tray garantiert unter einem Prozent liegt. Die Haltbarkeit der Produkte wird dadurch massiv erhöht. Außerdem ist die Produktpräsentation in der Klarsichtverpackung optimal, weil keine Folie direkt auf den Produkten anliegt oder diese vielleicht sogar durch den in der Verpackung herrschenden Unterduck zerdrücken würde.
Insgesamt wird an vier Tray Sealern im Zweischichtbetrieb verpackt. Das dazu notwendige Vakuum wurde von sechs ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen mit je 5,5 kW Antriebsleitung erzeugt. Ursprünglich waren diese direkt an den Verpackungsmaschinen installiert. Aus hygienischen Gründen und um die Wärmebelastung in den Produktionsräumen zu senken, wurden diese Vakuumpumpen später in einen separaten Raum über der Produktion untergebracht und über ein Rohrleitungsnetz an die Verpackungsmaschinen angeschlossen.
Hoher Wartungsaufwand
Mit dieser Lösung war Andreas Lutz als technischer Projektleiter im Produktionswerk nicht glücklich: „Die Vakuumpumpen erforderten weiterhin einen hohen Wartungsaufwand. Außerdem wurden Schwankungen oder Störungen im Vakuumnetz erst dann bemerkt, wenn eine der Verpackungsmaschinen eine Fehlermeldung gab und automatisch abschaltete, wenn das Vakuumniveau nicht schnell genug oder gar nicht erreicht wurde. Dies führte immer wieder zu Produktionsstillständen an einzelnen Verpackungslinien.“
2013 kontaktierte Andreas Lutz die Vakuumspezialisten von Busch, deren Aufgabe es war, eine betriebssichere und wirtschaftlichere Lösung anzubieten. Dabei sollte das vorhandene Rohrleitungsnetz weiter benutzt werden. Außerdem sollte die Vakuumversorgung so ausgelegt sein, dass bei einer Vergrößerung der Produktionskapazität weitere Verpackungsmaschinen angeschlossen werden können.
Vier Mink-Klauen-Vakuumpumpen
Busch analysierte detailliert die örtlichen Gegebenheiten und alle technischen Parameter und arbeitete eng mit dem Projektleiter von Dittmann und dem hauseigenen Labor zusammen. Das Ergebnis dieser Analyse und einer ausführlichen Beratung war eine Vakuumzentralanlage mit vier Mink-Klauen-Vakuumpumpen. Diese haben den grundsätzlichen Vorteil, dass sie keine Betriebsmittel wie Öl im Verdichtungsraum benötigen. Damit entfallen alle Wartungsarbeiten im Zusammenhang mit Öl wie Ölkontrolle, Ölwechsel, Ölfilterwechsel sowie die Kosten zur Beschaffung und Entsorgung von Ölen und Filtern.
Außerdem arbeiten Mink-Klauen-Vakuumpumpen völlig berührungsfrei. Das heißt, es gibt im Verdichtungsraum keine Teile, die sich mechanisch berühren und somit verschleißen. Damit entfällt auch der Austausch von Verschleißteilen und die damit verbundenen Arbeitszeiten und -kosten. Die berührungsfreie Arbeitsweise der Klauen-Vakuumtechnologie ermöglicht außerdem einen hohen Wirkungsgrad und damit verbunden, eine kleinere Antriebsleitung als bei herkömmlichen Vakuumpumpen.
Die Vakuumzentrale wurde Ende 2013 installiert. Den Mink-Klauen-Vakuumpumpen sind drei Vakuumbehälter mit einem Volumen von je 3000 l vorgeschaltet. Somit ist sichergestellt, dass sofort ein ausreichendes Vakuumniveau direkt an der Maschine ansteht, wenn es benötigt wird.
Bedarfsabhängiger Betrieb
Während zuvor alle sechs Drehschieber-Vakuumpumpen durchschnittlich 15 Stunden pro Tag in Betrieb waren, sind die Mink-Vakuumpumpen in der neuen Zentralanlage so gesteuert, dass nur so viele laufen, wie für den momentan tatsächlichen Vakuumbedarf notwendig sind. Zwei der Vakuumpumpen mit Standardmotoren tragen die sogenannte Grundlast. Die anderen beiden sind frequenzgeregelt und sorgen durch die Anpassung ihrer Drehzahl für die Feinregelung des Vakuumbedarfs. Mit dieser intelligenten Lösung passt sich die Saugleistung der Vakuumzentralanlage exakt an den aktuellen Bedarf an.
Durch diese Regelung werden die tatsächlichen Betriebszeiten der einzelnen Vakuumpumpen drastisch reduziert, weil bei normalem Betrieb nie alle vier Vakuumpumpen unter Volllast arbeiten. Die Vakuumzentralanlage von Feinkost Dittmann hat also noch genügend Leistungsreserven, um weitere Verpackungsmaschinen anzuschließen. Es ist geplant, einen Vakuumfüller für Glaskonserven zusätzlich anzuschließen, was die jetzt dort dezentral installierte Flüssigkeitsring-Vakuumpumpe mit 7,5-kW-Antriebsmotor überflüssig macht und somit eine weitere Energieeinsparung mit sich bringt.
Positive Bilanz
Nach über zwei Jahren Betriebszeit zieht Projektleiter Lutz eine überaus positive Bilanz:
„Wir konnten den Energiebedarf um mehr als 70 % senken. Außerdem ist es uns bei erhöhter Betriebssicherheit gelungen, die Wartungsarbeiten deutlich zu reduzieren.“ Seit der Inbetriebnahme kam es zu keinerlei Störungen oder Ausfällen. Die Wartung der Vakuumzentralanlage erfolgt durch die Servicetechniker von Busch. Diese beschränkt sich allerdings auf eine jährliche Messung von Enddruck und Stromaufnahme an jeder einzelnen Vakuumpumpe sowie den Wechsel der vorgeschalteten Partikelfilter und einem Getriebeölwechsel.

Uli Merkle
Leiter Marketing Services,Busch Vakuumpumpen und Systeme
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