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Rohrleitungssysteme aus PVC-U

Können Edelstahlrohre ersetzen
Lebensmittelkonforme Rohrleitungssysteme aus PVC-U

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Beim alltäglichen Transport von Flüssigkeiten in der Lebensmittelindustrie kommen seit je her Rohrleitungssysteme zum Einsatz. Waren dafür früher oft schwere und teure hochlegierte Stähle notwendig, wird heute häufig weichmacherfreies Polyvinylchlorid (PVC-U) verwendet. Dieser Werkstoff hat sehr gute Referenzen aus der Trinkwasserversorgung sowie aus dem chemischen Anlagenbau und spielt auch für Rohrleitungssysteme in der Nahrungsmittelindustrie eine immer größere Rolle.

Bei der Nahrungsmittelherstellung laufen heutzutage viele Prozesse unter physikalisch-chemischen Bedingungen ab, die den Einsatz von teuren hochtemperaturbeständigen Werkstoffen wie Edelstahl nicht erfordern. Genau hier schließt das PVC-U System von GF Piping Systems aus Formteilen und Dekadur-L-HP Rohren eine Lücke im Rohrmarkt bei Anwendungen bis zu einer Temperatur von 60 °C – ohne Abstriche in puncto Qualität. Dass diese Rohre den hohen Erwartungen gerecht werden, beweist neben der Lebensmittelzulassung auch die DIN-konforme Fertigung in Deutschland. Zudem zeichnen sie sich durch eine hohe chemische Beständigkeit bei glatten Innenoberflächen (ra ≤ 1 μm) aus, was eine Biofilmbildung verlangsamt. Dekadur-L-HP Rohre bieten in Bezug auf Korrosionsschutz alle Vorteile einer Kunststoffrohrleitung; dies beweisen die guten Erfahrungen mit PVC-U im internationalen chemischen Anlagenbau – ganz zu schweigen von dem Vorteil einer einfachen und schnellen Installation durch die Verklebung.

Dekadur-L-HP Rohren ist von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die „physiologische Unbedenklichkeit“ gegenüber neutralen, sauren und alkoholhaltigen Lebensmitteln bescheinigt worden. Alle relevanten gesetzlichen Auflagen sind EU-weit erfüllt.

Mit der derzeit bestmöglichen Sicherheit kann somit eine durch die Rohrleitung verursachte Qualitätsbeeinträchtigung der zu transportierenden Lebensmittel wie Bier, Wein, Milch, Fruchtsaft und Speiseessig ausgeschlossen werden. Dekadur-L-HP Rohre tragen daher die EU-weit gesetzlich geforderte „Glas-Gabel-Kennzeichnung“. Zudem sind sie beim Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) als zugelassene Lebensmittelbedarfsgegenstände gelistet und zur Führung des RAL-Gütezeichens („Messer-Gabel-Zeichen“) mit eigener Kennnummer berechtigt.

Vielfältig einsetzbar

Das PVC-U System kann dabei vielfältig eingesetzt werden. Das mit Abstand wichtigste Grundnahrungsmittel ist Trinkwasser, das zudem an vielen Prozessen in der Lebensmittelindustrie beteiligt ist. Das PVC-U System besitzt eine Zulassung gemäß der Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien in Kontakt mit Trinkwasser (KTW-Zulassung) und wird häufig in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Wenn Trink- oder Prozesswasser zum Einsatz kommt, reichen die Anwendungsfelder von Prozesswasser zum Waschen von Obst und Gemüse bis hin zur Zugabe von Trinkwasser für Teig oder um Säuren oder Laugen zu verdünnen.

Einen großen Vorteil bietet PVC-U, wenn es in Anwendungen mit (Essig-)säure zum Einsatz kommt. Vor allem Edelstähle werden in kürzester Zeit von der Säure angegriffen und sind daher für diese Anwendungen schlecht geeignet. Im Gegensatz dazu wird PVC-U kaum von 50%iger Essigsäure beeinflusst. Daher eignet sich das PVC-U System etwa für das Abfüllen von Konserven, Senf oder eingelegten Gurken.

Auch in Prozessen der chemischen Behandlung von Lebensmitteln mit Zusatzstoffen wie etwa mit Natriumhydroxid (E524), anorganischen Säuren wie Schwefelsäure (E513) sowie weiteren Säuren und Laugen kommt PVC-U zum Einsatz.

Dekadur-L-HP Rohre werden auch als sichere Lösung in vorgelagerten Prozessen als Wickelrohr für Lebensmittelfolien und Papier eingesetzt und finden in Metzgereien als Einziehrohr zum Stopfen bei der Rollbratenherstellung Verwendung.

Georg Fischer Piping Systems Ltd., Schaffhausen, Schweiz


Autor: Peter Wäfler

Produktmanager,

Georg Fischer Piping Systems


GF Piping Systems kann für PVC-U-Rohrleitungen, Formteile und die entsprechende Verbindungstechnik einen Konformitätsnachweis für die Verwendung im Kontakt mit Lebensmitteln liefern
Bild: GF Piping Systems

Kurz erklärt: Gesetzliche Grundlagen

Die Verwendung von Kunststoffrohrleitungen mit Lebensmittelkontakt ist europaweit verbindlich geregelt. In der Nahrungsmittelindustrie unterliegen Prozessleitungen, die als sogenannte Lebensmittelbedarfsgegenstände im Kontakt mit Lebensmitteln stehen, gesonderten gesetzlichen Bestimmungen. Innerhalb von Deutschland regelt das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) bzw. konkret die Bedarfsgegenständeverordnung die nationale Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinien. Eine europaweit einheitliche Regelung aller hierbei relevanten Bereiche ist jedoch bislang noch nicht erreicht, sodass für einige Teilbereiche innerhalb Deutschlands die sogenannten BfR-Empfehlungen (Empfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung) gelten.

Kunststoffrohre mit direktem Lebensmittelkontakt müssen als Fertigteil (d.h. nicht nur der Rohstoff als Granulat, sondern das Rohr selbst) nach der Bedarfsgegenständeverordnung geprüft und zugelassen sein, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Des Weiteren besteht eine entsprechende Kennzeichnungspflicht. Die für den Anwender letztlich entscheidende physiologische Unbedenklichkeit kann von den Prüfinstituten für ein Kunststoffrohr jedoch nur ausgesprochen werden, wenn zusätzlich auch die Erfüllung der entsprechenden BfR-Empfehlungen durch Prüfungen nachgewiesen wurde.

Ein wesentlicher Aspekt dieser Empfehlungen ist die Sicherstellung, dass die im Kunststoff enthaltenen Zuschlagsstoffe (sogenannte Additive) den aktuellen toxikologischen Richtlinien entsprechen. Hierzu existieren Positivlisten, in denen die Zuschlagsstoffe gelistet sein müssen. Dies ist beim Werkstoff PVC vor allem im Hinblick auf die verwendeten Stabilisatoren von Bedeutung. In der Regel müssen vom Verarbeiter völlig neue Rezepturen entwickelt werden, um in diesem sensiblen Einsatzbereich das Prädikat „physiologisch unbedenklich“ zu erhalten. Auf die sonst im PVC-Druckrohrbereich verwendeten Rezepturen darf nicht ohne weiteres zurückgegriffen werden.

Bei der Verwendung von Kunststoffen im Kontakt mit Lebensmitteln sollte daher zwingend ein Konformitätsnachweis vom Hersteller eingefordert werden. Für PVC-U Rohrleitungen ist GF Piping Systems in der Lage diesen Nachweis nicht nur für Rohre und Formteile, sondern auch für die entsprechende Verbindungstechnik (Klebstoff) zu erbringen.

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