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Etikettieren bei -10 °C

Eisproduktion bei Eisbär bei eisigen Temperaturen
Etikettieren bei -10 °C

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Eis verzaubert den Gaumen nicht nur im Sommer. Einer der größten Produzenten ist die Eisbär Produktions GmbH aus Plummendorf. Bild:A_Lein – stock.adobe.com
Je nach Stimmung sollte man immer verschiedenste Eisvarianten im Haus haben: Von kleinen Eispralinen für zwischendurch, über größeres Stieleis zum Nachtisch bis hin zu Literboxen, die gemütlich auf dem Sofa gelöffelt werden können. Genau diese Vielfalt an Eisspezialitäten bietet die Eisbär Produktions GmbH aus Plummendorf zwischen Rostock und Stralsund. Anlagen der Bluhm Systeme GmbH aus Rheinbreitbach kennzeichnen die Produkte zuverlässig trotz tiefkalter Produktionsumgebung.

„Speiseeis besteht aus Zucker, Magermilch, Molke und Aromen“, erklärt Martin Esch, technischer Leiter der Eisbär GmbH: „Nach dem Kochen und Reifen werden die Produkte auf Qualität geprüft, bevor sie bei -40 °C gefroren werden.“ Nach diesem Verfahren produziert Eisbär im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr bis zu drei Millionen Eisportionen pro Tag. Das Portfolio umfasst mehr als 250 verschiedene Artikel. Jedes Jahr kommen 60 neue Produkte hinzu.

Die Eisbär Produktions GmbH wurde 1992 in Plummendorf gegründet. Der Kundenkreis weitete sich schnell von regionalen Abnehmern auf den landes- und später europaweiten Lebensmitteleinzelhandel aus. Hier entstehen heute jährlich über 18 Mio. l Speiseeis. Trotz der Expansion ist Eisbär noch immer im Familienbesitz. Genau wie ihr Lieferant für Kennzeichnungstechnik: Mehrere Anlagen der Bluhm Systeme GmbH kennzeichnen die Eisbär-Produkte an verschiedenen Stationen entlang des Produktionsprozesses.

Auf Bewährtes zurückgegriffen

„Als ich 2013 zu Eisbär kam, gab es hier schon einige Systeme von Bluhm“, erinnert sich Martin Esch: „Die Geräte kennzeichnen sehr zuverlässig und werden von Seiten der Mitarbeiter sehr geschätzt. Da war es naheliegend, auch bei Erweiterungen auf das Portfolio von Bluhm zurückzugreifen.“ Neben mehreren Tintenstrahldruckern, die die Produktverpackungen kennzeichnen, etikettieren inzwischen verschiedene Bluhm-Anlagen die Umkartons und Paletten des Eisherstellers.

Continuous Inkjetdruck auf Produktverpackungen

Die Produktverpackungen der verschiedenen Eissorten müssen mit Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Los- und Chargennummern gekennzeichnet werden. Dazu verwendet Eisbär einen Continuous Inkjetdrucker vom Typ Linx 8920. Das Gerät ist in der Lage, mehr als 2000 Zeichen pro Sekunde zu drucken. Dabei kann das Druckbild auf bis zu vier Textzeilen aufgeteilt werden. Neben dieser hohen Druckgeschwindigkeit gelten vor allem die einfache Bedienbarkeit und die hohe Zuverlässigkeit als besondere Vorteile des Linx 8920.

Über das 10″ breite Touchdisplay lässt sich das Drucksystem intuitiv bedienen. Selbsterklärende Symbole leiten den Bediener bei Änderungen von Einstellungen und Druckdaten an. Die Produktionsparameter für bis zu 99 verschiedene Linien lassen sich hinterlegen und auf Knopfdruck aufrufen.

Zuverlässigkeit dank Automatismen

Produktionssicherheit erzielt der Linx 8920 nicht zuletzt dank seiner kontinuierlichen Kontrolle der Füllstände von Tinte und Solvent. Ein Sensor im Druckkopf ermittelt zudem permanent die Viskosität der Tinte und passt sie bei Bedarf automatisch an. Wird eine bestimmte Codiergeschwindigkeit hinterlegt, zeigt ein roter beziehungsweise grüner Bildschirmhintergrund an, ob diese Vorgabe erfüllt oder unterschritten wird.

Um die Häufigkeit der notwendigen Druckkopfreinigung zu reduzieren, spült das System bei jedem An- und Abschalten automatisch die Druckdüse mit Solvent. Und auch die Wartung ist unproblematisch: Tinte und Filter des Linx 8920 müssen im Schnitt nur alle zwei Jahre gewechselt werden. Die Fälligkeit wird frühzeitig angekündigt, damit sie in Produktionspausen verlegt werden kann. Für diesen 30-minütigen Vorgang ist kein Techniker erforderlich.

Etikettierung von Umkartons

Im Anschluss an die Kennzeichnung der Produktverpackungen sortiert eine Packanlage die Einheiten in Umkartons. „Die Zusammenstellung der Umkartons erfolgt individuell nach Kundenwunsch – da sind wir sehr flexibel“, freut sich Esch. Um Verwechslungen auszuschließen, werden die Kartons anschließend sofort etikettiert: Die Etikettieranlage Legi-Air 4050E von Bluhm Systeme kennzeichnet jeden einzelnen Karton mit Informationen zum Inhalt und Kunden. Dafür wurde das System mit einem Novexx DPM-Druckmodul und einem 90°-Drehapplikator versehen.

Bei einem Thermotransferdrucker wie dem Novexx-Druckmodul wird das Druckbild in Folge des punktuellen Erhitzens einer Thermotransferfolie auf das Etikettenmaterial übertragen. Das Novexx-Druckmodul wird standardmäßig mit einer Druckkopfbreite von vier Zoll geliefert, kann aber problemlos auf sechs Zoll „aufgerüstet“ werden. Das Modul verarbeitet aber nicht nur verschiedenste Etikettenbreiten, sondern kann auch flexibel an individuelle Liniengeschwindigkeiten angepasst werden: Bei 300 dpi Druckauflösung liegt die maximale Geschwindigkeit bei 400 mm/s.

Druckmodul: schnell, präzise und sparsam

Damit die hohe Druckgeschwindigkeit nicht zu Lasten von Druckqualität und Codelesbarkeit geht, wird bei Eisbär ein Druckmodul mit „Near-Edge-Druckkopf“ eingesetzt. Dieser Druckkopf wurde in einem 30°-Winkel zur Gegendruckwalze montiert und ermöglicht dadurch ein besonders präzises Erhitzen und Abkühlen der Heizelemente. In der Folge können sogar besonders feine Druckbilder wie kleinste Schriften, ein- und zweidimensionale Codes oder kleinste Logos präzise von der Thermotransferfolie auf das Etikett übertragen werden.

Eine sogenannte Ribbon-Save-Funktion ermöglicht zudem das Einsparen von Thermotransferfolie: Hier wird der Druckkopf bei besonders langen Druckabständen angehoben, sodass sich zwar die Etikettenbahn, nicht aber die Thermotransferfolienbahn weiterbewegt. Die Folie wird somit nur verwendet, wenn tatsächlich gedruckt wird. Da zudem mit 1000 m besonders große Folienrollen verwendet werden können, überzeugt das Druckmodul mit einer besonders langen Betriebszeit bis zum Austausch der Verbrauchsmaterialien.

90°-Drehapplikator: flexibel, schnell und zuverlässig

Auch der Applikator der Etikettieranlage von Bluhm Systeme garantiert Höchstgeschwindigkeit: Denn die gewünschte Position der Barcodes auf den Umkartons kann unter Umständen die Druckgeschwindigkeit beeinflussen. Soll zum Beispiel ein Code als „Leiterbarcode“ – also in Form einer Leiter – auf dem Karton positioniert werden, würde der entsprechende Druck wesentlich länger dauern als der eines „Zaunbarcodes“ – in Form eines Zauns. Dank des 90°-Drehapplikators kann das Druckmodul alle Barcodes grundsätzlich als „Zaunbarcodes“ (also schneller) drucken. Denn der Applikator kann das gesamte Etikett im Laufe des Etikettiervorgangs so drehen, dass der Code schließlich als „Leiterbarcode“ auf dem Umkarton positioniert ist.

Da die Etiketten auf die Vorderseite der Umkartons aufgebracht werden sollen, wurde die Etikettieranlage mit sogenannten Rotations-Applikatoren und Schwenkarmen versehen. Das frisch bedruckte Etikett wird auf den Spendestempel vorgeschoben und dort per Saugluft festgehalten. Bei entsprechendem Triggersignal schwenkt der Arm aus und appliziert das Etikett berührungslos auf die Vorderseite des vorbeifahrenden Produktes – es braucht für diesen Prozess nicht gestoppt zu werden. Ist das Etikett abgeblasen, schwenkt der Arm zurück und gibt den Weg für den nächsten heraneilenden Karton frei.

Palettenetikettierer: GS1-konform, klimatisiert und geschützt

Von den verschiedenen Produktions- und Verpackungslinien aus gelangen die etikettierten Umkartons in chaotischer Reihenfolge zur zentralen Palettierstation. Das Warenwirtschaftssystem der Eisbär Produktions GmbH ermittelt die jeweiligen Packschemata der Paletten und übermittelt die Informationen an verschiedene Palettierroboter. Die Roboterarme erfassen die Umkartons und stapeln sie auf den Paletten. Fertig gestapelte Paletten fahren auf einem Rollenband zum Folienwickler. Während des Umwickelns der Paletten mit Folie ermittelt das ERP-System den entsprechenden Lagerplatz und sendet die Information an den Palettenetikettierer, damit eine GS1-konforme Etikettierung erfolgen kann.

Klimatisiertes Gehäuse

An der Palettierstation herrschen Umgebungstemperaturen von -6 bis -10 °C. Daher sitzt der Palettenetikettierer vom Typ Legi-Air 4050P in einem klimatisierten Gehäuse. Sobald sich eine frisch folierte und folglich zu etikettierende Palette nähert, druckt der Etikettendruckspender die vom ERP-System übertragenen Informationen auf ein Palettenetikett und schiebt dieses auf den Spendestempel vor. Ist die entsprechende Palette in Position, öffnet sich ein pneumatisches Schiebefenster des Etikettiergehäuses und macht den Weg für den Spendestempel frei. Der Stempel fährt aus, etikettiert die vorbeifahrende Palette an der Stirnseite und fährt sofort wieder zurück. Während sich die Palette weiterbewegt, schiebt das Druckmodul ein weiteres Etikett auf den Spendestempel. Der Applikator fährt erneut aus, etikettiert die Palette seitlich und verschwindet wieder im Gehäuse. Das Schiebefenster schließt sich und die Palette fährt weiter zum Hochregallager.

Kein Unfall bei Stromausfall

Der Legi-Air 4050P ist mit zahlreichen Sicherheitsfeatures ausgestattet. Zur Etikettierung der Vorder- oder Rückseiten der Paletten muss der Applikator in die Produktionslinie eintauchen. Käme es in diesem Augenblick zu einem Stromausfall, würde eine viele hundert Kilo schwere Palette langsam weiterrollen und dabei den ausgefahrenen Applikator beschädigen. Daher ist der Schwenkarm des Legi-Air 4050P so konstruiert, dass ihn eine vorbeifahrende Palette nicht beschädigen, sondern lediglich zur Seite schieben würde.

Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach


Autorin: Antoinette Aufdermauer

Redakteurin,

Bluhm Systeme

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