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Roboterbasierte Verpackungsmaschinen für empfindliche Backwaren

Mit Augenmaß und Feingefühl
Roboterbasierte Verpackungsmaschinen für empfindliche Backwaren

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Auch luftige Croissants, knusprige Cracker und feines Kleingebäck lassen sich automatisiert mit Unterstützung von Robotertechnologie verpacken. Welche Vorteile und Chancen den Unternehmen der Backwarenindustrie daraus erwachsen, erläutert Martin Sauter, Leiter Vertrieb bei der Gerhard Schubert GmbH, Crailsheim.

Herr Sauter, in der Backwarenindustrie ist der Grad der Automatisierung mit Robotik deutlich geringer als in der Süßwarenbranche. Wie erklären Sie sich das?

Sauter: Das betrifft zum einen frische Produkte, die der Hersteller direkt aus der Produktion heraus beispielsweise in Trays, Schalen oder Schlauchbeutel verpacken möchte. Zum anderen müssen die verpackten Produkte in der Regel für den Transport und Verkauf in Kartons gelegt werden. Hinzu kommt, dass Backwaren meist besonders sensible Produkte sind: Weich oder zerbrechlich, druckempfindlich, hitzesensibel, in unregelmäßigen Formen und Größen – die Produktspezifikationen verlangen einer Verarbeitung durch Roboter also einiges ab. Darüber hinaus fordert der Handel verschiedene Verpackungsformate. Ganz andere Herausforderungen ergeben sich zusätzlich aus weiteren Herstellungsprozessen, die möglichst mit dem Verpackungsprozess verbunden werden sollen. Ein Beispiel ist das Füllen von Backwaren mit Konfitüre oder Creme. Das klingt zunächst sehr kompliziert. Doch mit automatisierter Robotik sind auch solche hohen Anforderungen lösbar.

Inwiefern bieten moderne automatisierte Verpackungslösungen neue Chancen für die Branche?

Sauter: Für Unternehmen, die sich in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld Marktanteile sichern oder ausbauen wollen, ist die Automatisierung unumgänglich. Durch den Einsatz von Robotik können sie in ihrem Verpackungsprozess neue Standards in puncto Produktionssicherheit und Qualität erreichen. Eine höhere Effizienz, Schnelligkeit und Flexibilität machen sich dann letztendlich auch in einer höheren Wirtschaftlichkeit bemerkbar. Das sind entscheidende Vorteile, mit denen Backwarenhersteller ihre Marktposition stärken können.

Rechnen sich diese Investitionen für Backwarenhersteller?

Sauter: Trotz der hoch entwickelten Technologie, die bei modernen Robotersystemen wie unseren zum Einsatz kommt, rechnet sich die Investition meist sehr schnell. Denn im Grunde konkurriert jede Verpackungsautomation mit manueller Arbeit. Daher ist eine Automatisierung in Ländern mit hohen Lohnkosten oder hohen Hygiene- und Qualitätsanforderungen schon bei nur einem zutreffenden Punkt sinnvoll. Oft sind es gerade kleine und mittlere Unternehmen, die umgehend positive Effekte in Form von Wettbewerbsvorteilen spüren. Denn wettbewerbsbestimmende Faktoren wie Leistung, Qualität, Liefergeschwindigkeit, Reaktionszeiten, Formatflexibilität oder Kosteneffizienz lassen sich durch Automatisierung deutlich steigern. Daher sollten genau diese Aspekte bei der Konzipierung einer Verpackungsanlage besonders berücksichtigt werden.

Was zeichnet Ihre automatisierten Verpackungslösungen aus?

Sauter: Unsere flexible Robotertechnologie reicht meist weiter als herkömmliche Automatisierungen. Insbesondere unsere Pick-and-place-Roboter und die Integration verschiedener Prozesse in eine einzige Verpackungsmaschine unterstützen den Automatisierungsprozess. Ein Beispiel ist unser Flowmodul: Diese Technologie integriert das Verpacken in Schlauchbeutel vollständig in die Verpackungslinie und lässt sich mit vier verschiedenen Siegelverfahren betreiben. Darüber hinaus setzen wir das Transmodul als Transportroboter zur schnittstellenfreien Verkettung von Verpackungsprozessschritten ein. Durch unser modulares System sind die Maschinen einfach zu erweitern – eine Leistungsbeschränkung resultiert am Ende oft nur aus limitierten Platzverhältnissen beim Kunden. Da wir durch eine permanente Weiterentwicklung unserer Roboterkinematik und Arbeitsstrategie eine hohe Roboterdichte je Fläche in unseren Anlagen realisiert haben, können wir auch hohe Leistungen auf geringstem Platzbedarf umsetzen.

Welche Lösungen bietet Schubert für das Handling sensibler Backwaren an?

Sauter: In diesem Zusammenhang sind unsere Pick-and-place-Roboter in Kombination mit unserer Bildverarbeitung entscheidende Faktoren. Die Pickerlinien machen oft lange Zuführwege überflüssig und minimieren den Produktabrieb und Qualitätsverlust. Durch unsere Bildverarbeitungssysteme gelangen nur absolut einwandfreie Produkte in die Verpackung. Zusätzlich sorgen unsere spezialisierten, individuell angefertigten Roboterwerkzeuge für ein ebenso schonendes wie effizientes Produkthandling. Unterstützend setzen wir bei der Konstruktion bzw. Herstellung der Werkzeuge 3-D-Druck-Teile ein. Ein einziges 3-D-Bauteil ersetzt heute zig Einzelteile und Befestigungsschrauben. Dazu kann ein solches Roboterwerkzeug passgenau für jede nur denkbare Produktform hergestellt werden. Durch die Kombination unserer Schwerpunkttechnologien Robotik, Bildverarbeitung und Werkzeugentwicklung sind wir in der Lage, auch für schwierigste Produkte und Packanforderungen passende Lösungen auszuarbeiten und zuverlässig im Produktionsumfeld umzusetzen.

Gibt es in Ihrem Portfolio Verpackungssysteme, die von den Herstellern bevorzugt werden?

Sauter: Im Grunde gibt es innerhalb der Backwarenbranche kein Produkt, das wir nicht schon einmal gehandhabt und verpackt haben. Großen Erfolg haben unsere Pickerlinien bei der Verpackung von Keksen, Biskuits, süßen und salzigen Backwaren. In den letzten Jahren haben wir sehr viele Anlagen für klassische Backwaren wie Croissants, Berliner, Donuts, Waffeln, Brot und Brötchen geliefert, die neben der Einzel- oder Kleinverpackung oftmals auch in Großgebinde wie Versandkartons oder Plastikkisten gelegt werden – auf derselben Anlage.

Das hört sich nach einer zeitintensiven Planung an. Bekanntlich ist die Backwarenindustrie ständig veränderten Bedingungen unterworfen. Wie unterstützen Sie die Hersteller bei diesen Herausforderungen?

Sauter: Mit unseren roboterbasierten Verpackungsmaschinen
können die Kunden aus diesem Bereich kostengünstig und effizient produzieren und sich auch nachhaltig in ihrem Marktumfeld behaupten. Oft lassen sich langjährig erprobte Lösungen aus der Süßwarenindustrie direkt für die Backwarenindustrie anpassen. Dank der modularen Bauweise und der schnellen Werkzeugwechsel
haben die Hersteller außerdem die Möglichkeit, unverzüglich auf neue Anforderungen im Markt und im Handel zu reagieren. Als ganzheitlicher Partner für Verpackungslösungen bieten wir außerdem innerhalb der Schubert-Gruppe mit unserem Schubert-Consulting-Team ein umfangreiches Dienstleistungsangebot und die Expertise, um schon in frühen Planungsphasen die Weichen richtig zu stellen.

Gerhard Schubert GmbH


Autor: Stefan Skrzipietz

Freier Fachredakteur


„Innerhalb der Backwarenbranche gibt es kein Produkt, das wir nicht schon einmal gehandhabt und verpackt haben.“

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