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Sitzt, passt, wackelt und benutzt sterile Luft

Antartic produziert alkoholfreie Getränke für die französische Handelskette Intermarché
Sitzt, passt, wackelt und benutzt sterile Luft

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Antartic, eine Tochtergesellschaft der französischen Supermarktkette Intermarché, füllt seit Frühjahr 2005 sensible Getränke aseptisch in PET-Flaschen ab und feierte dabei gleich mehrere Premieren. Es ist die erste von 13 Linien, die Antartic komplett als Turnkey-Anlage vergab. Das Unternehmen machte erste Erfahrungen mit PET-Aseptik und integrierte den Trockenteil dabei direkt in den Nassteil. In den Augen von Direktor Didier Gand waren alle Entscheidungen richtig, auch die Wahl von Krones als alleinigem Lieferanten.

Andreas Zahn

„Einer für alle, alle für einen“, lautete der berühmt gewordene Wahlspruch der drei Musketiere. „Les Mousquetaires“, „die Musketiere“ übernahmen dieses Credo, als sie sich 1969 als eine Einkaufs-Genossenschaft von unabhängigen Einzelhändlern gründeten. Die Gruppe Les Mousquetaires ist heute zweitgrößtes Einzelhandelsunternehmen Frankreichs. Niedrige Preise, Verbrauchernähe und auf die Bedürfnisse der Käufer ausgerichtete Ladengrößen sind die Erfolgsgeheimnisse von Les Mousquetaire. Flaggschiff ist die Supermarktkette Intermarché mit durchschnittlichen Verkaufsflächen von 2000 m², daneben in ländlichen Gegenden die kleineren Märkte Ecomarché und der Discounter Netto.
Der Spezialist der Gruppe für die Abfüllung von alkoholfreien Getränken ist Ant-artic mit Sitz in dem kleinen Ort St. Martin d’Abbat an der Loire, etwa 20 km östlich von Orléans. Der 1981 eröffnete Betrieb war gleichzeitig die erste Produktionsstätte des Handelsunternehmens Intermarché. Was damals auf 4800 m² begann, erstreckt sich heute über eine Fläche von 35 000 m² mit 220 Beschäftigten und 100 Mio. Euro Umsatz. Auf insgesamt 13 Abfülllinien füllt Antartic Wasser, Saft, Fruchtsaftgetränke, Soft Drinks und Sirups ab, darunter befinden sich vier Combibloc-Kartonlinien und zwei Glasanlagen für Säfte und Nektare, eine Glaslinie und eine Dosenlinie für Sirup, drei PET-Anlagen für stilles Wasser, davon eine für 5-l-Behälter und eine PET-Anlage für Softdrinks.
Die Hälfte des Absatzes bestreitet Antartic mit Wasser, die Hälfte des Umsatzes dagegen mit Säften, Softdrinks und Sirup. Drei Viertel der Getränke verlässt das Werk in der 1,5-l-PET-Flasche. Damit ist schon alles gesagt, was die zukünftige Ausrichtung angeht.
Zu 98 % beliefert Antartic die eigene Mutter Intermarchè bzw. auch Netto. Antartic unterhält ein eigenes Labor, ist zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 14001 und erfüllt die Bedingungen der Rückverfolgbarkeit. Dazu ist im Palettierzentrum u. a. eine Palettenetikettierung installiert. Das vollautomatisierte Hochregallager mit über 22 000 Paletten Lagerkapazität sorgt dafür, dass die LKW’s binnen 20 Minuten beladen werden können. „80 Prozent der Lastwagen benötigen weniger als eine Stunde von Ankunft bis Abfahrt“, erklärt Didier Gand.
Glasflaschen und Kartons rückläufig
Die Tatsache, dass in Frankreich – wie eigentlich überall – die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken in Glasflaschen und Kartons rückläufig ist, die nach PET-Flaschen aber steigt, bewog Antartic, sich schon 2001 Gedanken über eine aseptische Abfüllung zu machen. „Mit Heißabfüllung wird das Produkt hohen Temperaturen ausgesetzt, außerdem benötigt man eine relativ schwere und damit kostspielige Glasflasche. Aseptische Abfüllung erhält den Geschmack und die wertvollen Vitamine, die PET-Behälter sind günstiger“, argumentiert Didier Gand. Die Umsetzung der Pläne nahm freilich dann noch vier Jahre in Anspruch. Das hatte zwei Gründe. „Zunächst musste klar sein, dass Intermarché genügend Menge an sensiblen Getränken absetzen konnte, damit die Anlage den Return on Investment in der geplanten Zeit bringt“, erläutert Didier Gand. „Die zweite Geschichte war die Suche nach dem richtigen Lieferanten der Aseptiklinie.“ Zunächst hatte Antartic mit mehreren anderen Herstellern geplant. „Doch die Wettbewerbsanlagen, die wir besichtigten, benötigten noch Velcorin oder hatten technische Probleme. Dazu brauche ich keine Aseptik, wenn ich zusätzlich ein Entkeimungsmittel einsetzen muss. Die erste, wirklich im Praxisbetrieb funktionierende Aseptiklinie, die wir sahen, war von Krones.“
Das war dann auch der Partner, mit dem die Umsetzung erfolgte, und zwar zu 100 %. Im Juni 2004 erteilte Antartic den Auftrag, im Februar 2005 erfolgte bereits die Inbetriebnahme. Schon im März absolvierte die Anlage die Validierung.
Zwei Mitarbeiter genügen zur Bedienung
Nach ausgiebiger Planung erhielt Antartic schlussendlich eine elegante Lösung. Die Anlage musste als Ersatz einer vorhandenen Linie in die bestehende Halle eingebracht werden. „Ziel war es, von der Blasmaschine bis zur Palettierung die Anlage mit zwei Mitarbeitern zu bedienen, und das schaffen wir.“ Denn auch das war ein Novum bei Antartic: Erstmals ließ das Abfüllunternehmen sowohl die Blasmaschine als auch die Palettierung in die Anlage integrieren. Bei fast allen anderen Linien ist die Palettierung in einem separaten Palettierzentrum zusammengefasst. Auch die vorhandenen Blasmaschinen der restlichen PET-Linien blasen in einem abgetrennten Raum.
Eine Contiform S8 stellt in der Linie bis zu 12 000 zylindrische 1-l-PET-Behälter/h bzw. 9000 quadratische 2-l-Flaschen/h in zwei unterschiedliche Flaschenformen her. „Natürlich, eine neue Maschine funktioniert in der Regel besser. Aber die Contiform bringt doch deutliche Vorteile gegenüber unseren vorhandenen Blasmaschinen in Hinblick auf eine einfachere und kostengünstigere Wartung. Es sind weniger Verschleißteile verarbeitet, die auch noch leichter zu erreichen und damit schneller auszutauschen sind“, kommentiert Didier Gand. „Auch der Energieverbrauch ist deutlich günstiger. Problematisch war anfangs die Einstellung der Heizleistung, die sehr präzise erfolgen musste, um nicht den Halsbereich zu sehr aufzuheizen. Aber das haben wir jetzt auch im Griff.“
Isolatortechnik erübrigt Einhausung
Mit Lufttransport AirCo gelangen die Behälter zum Aseptik-Bloc der dritten Generation mit aseptischem Rinser-Injektor-Füller Volumetic VODM-PET in Isolatortechnik. „Einer der großen Vorteile ist, dass die Linie durch die Isolatortechnik keiner Einhausung bedarf.“
Das PET-Asept-Verfahren der dritten Generation erlaubt eine keimfreie Getränkeabfüllung. Die Anlage besteht aus den Modulen Sterilisator, Rinser, Füller und Verschließer, die in einer Blockaufstellung über Neck-Handling-Sterne gekoppelt sind. Der Reinraum ist bei dieser Ausführung auf ein Minimum reduziert. Das trägt zu einer kostengünstigen Bauweise bei und erleichtert die Bedienung enorm. Lediglich der Flaschenweg verläuft innerhalb eines Isolators, der als dichte Kammer von der Umgebungsluft konsequent abgetrennt ist. Zweistufige Filter befreien die einströmende Luft von Keimen, so dass im Isolator eine sterile Atmosphäre herrscht.
Gegenüber der Umgebung steht die Aseptikkammer unter einem leichten Überdruck, der das Eindringen von Keimen über die Luftschleusen verhindert. An relevanten Stellen kann über Handschuhe, die mit der Isolatorwand fest verbunden sind, in die Kammer eingegriffen werden. Die Antriebe der Maschinen sowie die elektrischen und pneumatischen Versorgungsleitungen liegen außerhalb der aseptischen Zone und sind daher leicht zugänglich. Die einzelnen Module sind auf Vortischen in Roof-Table-Ausführung aufgebaut, die aufgrund ihrer dachförmigen Konstruktion optimal zu reinigen sind.
Aseptischer Schraubverschließer
Dem Verschließer galt ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Keimbildung, Keimverschleppung und Produktverunreinigung durch die normalerweise oberhalb der Flaschen liegenden Verschließorgane und ihre Antriebseinheiten sind gerade bei den offenen Flaschen vor dem Verschließvorgang und beim Transport der Verschlüsse kritisch. Mit einer kompletten Neukonzeption des Verschließers hat Krones daher eine Antwort auf die hohen Anforderungen für das aseptische Abfüllen gefunden. Neu angeordnet wurden bei dieser aseptischen Lösung der Kurventräger und der Verschließkopf, die sich nun mikrobiologisch optimiert unterhalb der Flaschenmündung befinden und von der Flaschenachse nach innen versetzt wurden. Durch die Beschränkung auf die absolut notwendigen Maschinenbauteile oberhalb der Flaschenführung konnten mit diesem völlig neuartigen Konzept die mikrobiologischen Rahmenbedingungen und damit das aseptische Verschließen optimiert werden.
Im Anschluss an den PET-Asept-Bloc setzt Antartic den ersten von Krones gebauten Accutable ein, der es mit seiner dynamischen Arbeitsweise erlaubt, den Füller leer zu fahren, falls bei der nachfolgenden Etikettierung eine kurzfristige Störung eintritt. Die Contiroll bringt Rundumetiketten auf die gefüllten Behälter auf.
Dann stellt ein Linienverteiler die Flaschen geführt auf sechs Bahnen nebeneinander für die Endverpackung in einer Variopac zur Verfügung. Mit Henkel versehen kommen die Shrinkpacks zum Belader Robogrip R50 und werden auf den Paletten ins Hochregallager gebracht.
Auf der PET-Asept-Anlage füllt Antartic in erster Linie Teegetränke und Eistee der Marke Look, sowie stille Fruchtsaftgetränke („Pilki“ und „Top Budget“) und Fruchtsaft mit Pulpe („Paquito“) in 38-mm-Weithalsflaschen. Diese Sorten waren vorher aseptisch in Kartonverpackungen abgefüllt worden. Die Produktionsstätte von Antartic in St. Martin d’Abbat steht für etwa ein Drittel des gesamten Getränkeabsatzes der Einzelhandelskette Intermarché, die rund 12 % des französischen Marktes bedient. Mithin kommen vier Prozent des französischen alkoholfreien Getränkekonsums aus diesem Werk.
Halle 7, Stand 608
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