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Palettenkennzeichnung mit Robotern

Mehr Flexibilität bei der Wahl der Etikettenposition
Palettenkennzeichnung mit Robotern

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Der Pallet-Labeling-Robot kombiniert zwei- oder dreiachsige Roboter mit leistungsstarken Etikettendruckern und -spendern zu einer flexiblen und hochproduktiven Einheit. Im Gespräch mit dei beschreibt Andreas Koch, Vertriebsdirektor der Bluhm Systeme GmbH, Aufbau und Funktionsweise dieser roboterbasierten Kennzeichnungslösung.

Herr Koch, was steckt hinter dem Pallet-Labeling-Robot?

Andreas Koch: Das ist eine leistungsstarke Kombination aus einem Roboter und variablen Kennzeichnungssystemen für die Etikettierung von Paletten. Möglich ist aber auch die Etikettierung von Fässern.

Welche Vorteile bietet diese Kombination dem Anwender?

Koch: Die Position der Etiketten ist nun frei wählbar.

War das bisher nicht auch möglich?

Koch: Lassen Sie mich das an zwei Beispielen erläutern: Eine Palette wurde bisher an mindestens einer definierten Position etikettiert. Eine Änderung der Positionen war mit einem großen Umrüstungsaufwand verbunden. Das ist mit unserer Lösung anders. Eine entsprechende Programmierung vorausgesetzt, können die beweglichen Roboterarme die Etiketten überall auf der Palette anbringen – und zwar ohne Umrüstungen. Oder: Ich habe eine Palette voller Kartons, die eingelagert war und nun kommissioniert werden muss. Ohne unsere Lösung müsste man die Kartons entpalettieren, einem Kennzeichnungssystem zuführen und anschließend wieder palettieren. Viel Arbeit, die nun nicht mehr notwendig ist. Im Pallet-Labeling-Robot wird das Packschema hinterlegt und die Roboter etikettieren oder bedrucken jeden einzelnen Karton an der gewünschten Stelle.

Also profitieren die Anwender von einer großen Flexibilität.

Koch: Genau, aber nicht nur hinsichtlich der Etikettenposition, sondern auch in puncto Etikettenart und -größe sowie der zu etikettierenden Oberflächen.

Welche Roboter kommen im Pallet-Labeling-Robot zum Einsatz?

Koch: In der Regel arbeiten wir mit zwei- und dreiachsigen Robotern von Mitsubishi.

Warum Mitsubishi-Roboter?

Koch: Wir hatten einige Projekte, bei denen der Kunde explizit einen Mitsubishi Roboter verlangt hat. Da wir hiermit gute Erfahrungen gemacht haben, setzen wir ihn gerne ein. Allerdings kommen selbstverständlich auch Roboter anderer Hersteller infrage, sofern sie die Reichweitenanforderung und Geschwindigkeit erfüllen.

Erläutern Sie bitte, wie die Kennzeichnung mit dem Pallet-Labeling-Robot abläuft.

Koch: Für einen effizienten Kennzeichnungsprozess spielt die Anzahl der Paletten pro Stunde eine Rolle. An den Roboterarmen sind Tamp-Blow-Spendestempel montiert. Sie schälen mithilfe von Vakuum das gerade gedruckte oder vorgedruckte Etikett vom Trägermaterial ab und applizieren es auf der Palette. Die Applikation der Etiketten erfolgt in der Regel berührungslos mit einem Druckluftstoß. Sie können aber auch aufgedrückt werden. Neben verschiedenen Sensoren befindet sich am Spendestempel auch ein Scanner, der die Lesbarkeit der aufgebrachten Informationen kontrolliert. Ist sie in Ordnung, fährt die Palette auf dem Förderband weiter, andernfalls wird sie ausgeschleust und der Prozess wiederholt.

Heißt das, dass die Kennzeichnung der Paletten im Stillstand erfolgt?

Koch: Das System wurde in erster Linie für die Etikettierung von stehenden Paletten entwickelt, da in der Regel mehrere Etiketten aufgebracht werden müssen. Grundsätzlich wäre aber auch das Etikettieren durchlaufender Paletten möglich.

Zurück zum Tamp-Blow-Spendestempel. Welche Vorteile hat das Aufblasen von Etiketten?

Koch: Durch den fehlenden mechanischen Kontakt ist diese Applikationsart sehr wartungsarm. Zudem schmiegt sich das aufgeblasene Etikett sehr gut an gewölbte Oberflächen, beispielsweise von Fässern, an.

Welche Kennzeichnungssysteme können im Pallet-Labeling-Robot zum Einsatz kommen?

Koch: Eigentlich alle Systeme unseres Hauses, beispielsweise unser Etikettendruckspender Legi-Air 4050, der Etikettenspender Alpha HSM oder der Etikettendrucker Zebra 220 Xi4. Durch die große Auswahl bei den Kennzeichnungssystemen ist der Pallet-Labeling-Robot in der Lage, unterschiedlichste Etikettengrößen, Etikettenmaterialien und Etikettenformate zu verarbeiten. Mit dem bereits erwähnten Etikettendrucker Zebra 220 Xi4 können beispielsweise auch DIN-A4-Etiketten aufgebracht werden.

Wäre es auch möglich, das Kennzeichnungssystem direkt an den Roboter zu montieren?

Koch: Das ist möglich. An den Roboterarm könnte der Druckkopf eines Tintenstrahldruckers – ich denke hier beispielsweise an unsere Linx- und Markoprint-Inkjet-Drucker – montiert werden,der dann alle Kennzeichnungspositionen abfährt. Bei Spendesystemen ist das schwieriger, denn sie sind mit etwa 30 kg vergleichsweise schwer. Das Gewicht würde die Geschwindigkeit des Roboters einschränken oder sogar einen größeren Roboter notwendig machen.

Welche Leistung erreicht der Pallet-Labeling-Robot?

Koch: Das hängt natürlich immer von der konkreten Anwendung und insbesondere von der Bandgeschwindigkeit ab. In Tests ist es mit zwei Mitsubishi-Robotern gelungen, bis zu 250 Paletten pro Stunde GS1-
konform, zweiseitig zu etikettieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Geschwindigkeit der Roboterarme, die bei etwa 6 m/s lag.

Wie kann Ihr roboterbasiertes Kennzeichnungssystem in die IT-Struktur des Anwenders integriert werden?

Koch: Der Pallet-Labeling-Robot lässt sich über die Kennzeichnungssoftware Bluhmware problemlos in das ERP-System des Kunden einbinden. Während das ERP-System die Druckdaten an den Rechner des Etikettiersystems sendet, informiert die SPS der Fördertechnik die Etikettier über die Anforderung und den Palettentyp. Bluhmware bereitet die Druckdaten auf und berechnet die Etikettierpositionen.

In welchen Branchen sehen Sie Einsatzmöglichkeiten für Ihre Kennzeichnungslösung?

Koch: Neben anderen Branchen, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Hier nutzt man den Pallet-Labeling-Robot zur Kennzeichnung von Paletten und zur nachträglichen Kommissionierung bereits palettierter Kartons. Ein anderes wichtiges Einsatzgebiet ist die chemische Industrie. Dort müssen Paletten mit Säcken, die bereits in Folie eingeschlagen sind, mit vorgedruckten Produkt- oder Gefahrstoffetiketten ausgestattet werden. Andere Unternehmen verwenden unser System zur Kennzeichnung von Chemikalienfässern mit Gefahrstoffetiketten.

Bluhm Systeme GmbH, Rheinbreitbach


Das Interview führte für Sie: Lukas Lehmann

stellv. Chefredakteur


„Ohne Umrüstungsaufwand kennzeichnet der Pallet-Labeling-Robot Paletten an beliebiger Stelle und entlastet die Mitarbeiter von monotoner und schwerer Arbeit.“



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