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Individualisierte Etiketten ab Losgröße 1

Late-Stage-Customisation mit digitalem Vollfarbdruck
Individualisierte Etiketten ab Losgröße 1

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Massenprodukte personalisieren – eine zunehmende Anforderung, für die sehr spezielle Technologien zum Einsatz kommen. Für einen Hersteller hochwertiger Medizinprodukte hat Herma ein System entwickelt, das Etiketten just in time vollflächig in hoher Farbqualität bedruckt und sie exakt der benötigten Verpackung zuordnet. Für den Kunden resultieren daraus erhebliche Kosten- und Zeitersparnisse.

Über 100 000 Etikettenvarianten braucht ein namhaftes Unternehmen aus der Healthcareindustrie, um seinen Produkten das Erscheinungsbild zu geben, das jeweils kundenseitig definiert ist. Denn der Hersteller verkauft jährlich Millionen in Faltschachteln verpackter Produkte als Private Labels an verschiedene Anbieter. Für die Bewältigung der Aufträge benötigte das Unternehmen bislang mehr als 25 Packstationen pro Werk, an denen die Mitarbeiter mit viel Zeitaufwand vorgedruckte Etiketten manuell aufbringen. Vor diesem Hintergrund suchte das Unternehmen nach Möglichkeiten, den Bestell- und Versandprozess zu optimieren. Das Vorhaben: Die Umstellung von manueller auf halbautomatische Etikettierung, um die Abläufe zu beschleunigen. Außerdem sollten die Kosten für Lagerhaltung und Logistik der Etiketten signifikant gesenkt werden.

Individuelle Verpackungen

Das Geschäftsmodell der Private Labels, den Handelsmarken, wächst in Europa in allen Bereichen. Laut des Marktforschungsinstituts Statista lag der Anteil im Einzelhandel zuletzt bei 40 % – Tendenz steigend. Auch in der Healthcareindustrie gibt es inzwischen viele Produkte, die von einem Hersteller in nahezu identischer Qualität gefertigt werden, aber unter völlig verschiedenen Markennamen in völlig verschiedenen Märkten, Handelstypen und -kanälen vertrieben werden, unter Umständen sogar personalisiert. Für die Hersteller ist das eine große Chance, aber auch eine riesige Herausforderung: Sie müssen ihren Kunden beziehungsweise Händlern maßgeschneiderte Verpackungen liefern, die diese unter eigener Flagge an die Endkunden verkaufen. Die Vielzahl der Akteure und ihre individuellen Ansprüche machen den Verpackungsprozess besonders anspruchsvoll. Mit dieser Anforderung ist der Hersteller von Medizinprodukten auf den Selbstklebespezialisten Herma zugekommen. „Der Kunde hatte bereits zehn Jahre lang vergeblich nach einer Lösung gesucht“, berichtet Philipp Ott, Vertriebsspezialist bei Herma Etikettiermaschinen. Für das Vorhaben des Kunden hat das Unternehmen schließlich eine Lösung entwickelt: das Druck & Etikettiersystem PA8 4C.

Late-Stage-Customisation

Die Maschine basiert auf Late-Stage-Customization über entsprechend hochwertig bedruckte Etiketten – also ein Print-&-Apply-System mit vollflächigem Farbdruck. Late-Stage-Customisation ist ein Zukunftskonzept, mit dem sich Healthcare- aber auch Kosmetikprodukte und Lebensmittel kosteneffizient in kleinen Losgrößen kennzeichnen lassen. Darauf ausgerichtete Lösungen etikettieren Verpackungen ab Losgröße 1 zum spätestmöglichen Zeitpunkt im Produktionsprozess. „Der entscheidende Vorteil hierbei ist, dass sich der Hersteller keine vorgedruckten Faltschachteln oder Etiketten ins Lager legen muss, das Etikett wird erst im Prozess selbst für die aktuellen Bedürfnisse des Kunden bedruckt und aufgebracht“, sagt Ott. Bislang gab es auf dem Markt jedoch keine Druck- und Etikettierlösung, die Kartonagenetikettierung mit digitalem Vollfarbdruck ab Losgröße 1 wirtschaftlich kombinieren kann.

Das PA8 4C ermöglicht den vollflächigen digitalen Vollfarbdruck auf weißen Etiketten und die exakte Zuordnung zu derjenigen Verpackung, für die das komplett individualisierte Etikett bestimmt ist. Dank einer zusätzlichen Farbmanagement-Software können auch bei Sonderfarben minimale Farbabweichungen zu den Sollfarbwerten erzielt werden. Beim Private Labeling ist die Druckqualität entscheidend, um auch besonders anspruchsvolle Artworks umsetzen zu können. Für den Druck kommt deshalb die Memjet-Technologie zum Einsatz, ausgestattet mit einer Auflösung bis zu 1600 x 1600 dpi. Auf die Memjet-Drucktechnologie abgestimmte Etiketten sind sowohl in Papier- als auch in PP-Folienvarianten verfügbar – jeweils glänzend oder matt. Die wasserbasierte Tinte ist für sensible Anwendungen in der Healthcare- oder Lebensmittelindustrie ideal geeignet.

Etikettendruck mit hoher Präzision

Was zunächst klingt, wie die einfache Kombination zweier bewährter Technologien – Drucken und Etikettieren –, ist im Detail ein sehr ausgeklügeltes und abgestimmtes Zusammenspiel. „Um wirklich hochwertige Druckergebnisse zu erhalten, muss die Führung des Etikettenbandes gleichmäßig und präzise sein. Das ist allein aufgrund der bereits abgewickelten Länge des Bandes sehr komplex“, erklärt Ott. Zudem sei die Memjet-Technologie zwar praxiserprobt. „Aber der vollflächige Etikettendruck mit minimalen Zykluszeiten bis zum Abspenden auf das Produkt hat die Entwickler vor einige Herausforderungen gestellt“, so Ott. Die Applikation der Etiketten gibt es als Obenauf-, Übereck und U-Etikettierung für formstabile Produkte. Der speziell für dieses System entwickelte Etikettierer gewährleistet, dass ausschließlich das zuletzt gedruckte Etikett appliziert wird.

Einfach in der Bedienung

Das Druck & Etikettiersystem PA8 4C funktioniert als Stand-alone-Lösung und ist einfach in der Bedienung. Bei der Kundenanwendung wird jeweils ein Barcode auf der Vorder- oder Unterseite einer Faltschachtel von Hand gescannt. Durch das Scannen wird das zugehörige Drucklayout mittels Workflow-Software an den Farbinkjetdrucker geschickt und eine rasterbasierte PDF-Datei generiert. Die Produkte werden anschließend mit der kurzen Seite voraus manuell in die Produktaufnahme eingelegt. Dort prüft ein Farbsensor von unten die Anwesenheit und Lagerichtigkeit der Schachteln. Hat alles seine Richtigkeit, wird das Produkt auf einer Linearachse in die Startposition transportiert.

Gestaltung just in time

Die Vakuumsaugplatte wird über dem Etikett platziert und mit gleicher Geschwindigkeit wie die Vorschubgeschwindigkeit des Druckers bewegt. An der Ablösekante wird das Etikett vom Trägerband abgespendet und faltenfrei an die Vakuumsaugplatte übergeben. Während die Verpackung unter der Vakuumsaugplatte vorbeigeführt wird, wird das Etikett mithilfe einer Rolle zentral auf die Oberseite der rechteckigen Faltschachtel aufgebracht. Die überstehenden Etikettenenden werden in der Faltstation um 90° übereck gefaltet und mithilfe einer gefederten Rolle auf die senkrechten Flächen des Produktes aufgebracht. Ist der Vorgang abgeschlossen, wird das Produkt
in die Entnahmeposition transportiert und der Bediener kann das Produkt manuell entnehmen.

Die Maschine schafft bis zu 15 Produkte pro Minute – eine signifikante Zeitersparnis für den Kunden gegenüber der manuellen Etikettierung. Mit der Entwicklung der PA8 4C schließt Herma eine Lücke im Markt. „Viele Hersteller suchen händeringend nach einer solchen Lösung, die es bislang so nicht gab“, sagt Ott. „Ob im Pharma- und Medizintechniksektor, für Kosmetik- oder FMCG-Produkte: Late-Stage-Customisation ist ein Erfolgskonzept und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.“

Herma GmbH, Filderstadt


Autorin: Tamara Schempp

Fachredakteurin

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