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Pilotanlage für erneuerbaren Wasserstoff in Bayern

Neue Technologie soll CO2-Emissionen reduzieren
Pilotanlage für erneuerbaren Wasserstoff in Bayern geplant

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In der geplanten Pilotanlage im bayerischen Eichstätt soll Wasserstoff aus Biogas produziert werden Bild: Animaflora – stock.adobe.com
Im Rahmen des EU-Projektes Eretech soll in Bayern eine Pilotanlage für die Herstellung von Wasserstoff aus Biogas entstehen. Ziel ist es, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß bei der Produktion im Vergleich zu konventionellen Anlagen drastisch zu verringern. Um dies zu erreichen, soll eine elektrische Heizung als Wärmequelle für die chemische Reaktion integriert werden.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 treibhausgasneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen unter anderem energieaufwendige Produktionsprozesse in der chemischen Industrie – etwa zur Herstellung von Wasserstoff – durch neue, nachhaltige Verfahren ersetzt werden. Im EU-Projekt Electrified Reactor Technology (Eretech) realisieren 14 Partner aus Wissenschaft und Industrie in Bayern eine Wasserstoff-Anlage, die mithilfe von Elektrizität aus erneuerbarer Energie betrieben wird. Gewonnen wird der Wasserstoff aus Biogas.

Die Anlage wird in der Nähe von Eichstätt gebaut und soll 130 t Wasserstoff im Jahr liefern. Dieser wird zum Beispiel für Wasserstofftankstellen verwendet. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant. Koordiniert wird das Projekt von der Technischen Universität München (TUM).

40 % weniger CO2-Emissionen

„Bisher wird die Energie für die Prozesse in der chemischen Industrie durch Verbrennung außerhalb des eigentlichen Reaktors bereitgestellt“, erklärt Prof. Johannes Lercher vom Lehrstuhl für Technische Chemie II an der TUM, der das Projekt leitet. Durch die Verbrennung mit Luft entsteht Kohlendioxid in stark verdünnter Form, die Wärmeübertragung in den Reaktor benötigt außerdem viel Energie. „Statt der Verbrennungswärme nutzen wir im Projekt Eretech eine elektrische Widerstandsheizung im Inneren der Reaktoren.“

An der Umsetzung der Anlage ist das Start-up Sypox maßgeblich beteiligt. Das Unternehmen wurde an der TUM gegründet und hat sich auf elektrisch beheizte chemische Reaktoren spezialisiert, die Biogas mithilfe von elektrisch erzeugter Prozesswärme kohlenstoffneutral in Wasserstoff umwandeln. „Mithilfe der neuen Technologie können wir die Kohlendioxidemissionen gegenüber dem traditionellen Prozess um bis zu 40 % senken, ohne die Produktivität zu verringern“, erklärt Dr. Gianluca Pauletto von Sypox.

Tests unter extremen Bedingungen

Neben der Anlage in Bayern wird im niederländischen Ort Geleen ein Test-Reaktor gebaut, der in einem industriellen Umfeld die Belastbarkeit der neuen Technologie für ein breites Anwendungsfeld untersuchen soll. „Mithilfe dieser Installation werden wir kritische Informationen und Prozessdaten zum weiteren Scale-Up der Technologie erhalten. Dadurch können wir in Zukunft auch Lösungen für die chemische Industrie anbieten, zum Beispiel zur großtechnischen Produktion von Wasserstoff“, erklärt Pauletto.


Projekt Eretech:    14 Partner aus acht Ländern

An dem Projekt Eretech sind 14 Partner aus Industrie, Forschungsinstituten und Universitäten aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Griechenland, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Schweden beteiligt. Es wird über das Horizon Europe Framework Programme (Horizon) mit einem Gesamtbudget von 9,7 Mio. Euro gefördert. Das Projekt beginnt im Juni 2022 und hat eine Laufzeit von insgesamt 42 Monaten.

Forschungspartner sind die Technische Universität München, das European Research Institute of Catalysis a.i.s.b.l., das Politecnico di Milano, das Ethniko Kentro Erevnas Kai Technologikis Anaptyxis, die Bayerngas GmbH, die Università degli Studi di Padova, die Linde GmbH, das Unternehmen Hygear Technology and Services BV, das Bureau Veritas Exploitation, die Firma Chemelot Research Facilities B.V., die Josef Kerner Energiewirtschafts-GmbH, das Unternehmen Hulteberg Chemitstry and Engineering AB sowie das Start-up Sypox.

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