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Bühler und DIL eröffnen Technologiezentrum

Proteine der Zukunft
Bühler und DIL eröffnen Technologiezentrum

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Das Technologiezentrum bietet eine moderne Forschungs-, Test- und Produktionsinfrastruktur für die Entwicklung von Lebensmitteln, die aus nachhaltigen Proteinen bestehen Bild: Bühler

Der Schweizer Technologiekonzern Bühler AG und das DIL – Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. haben ihre Partnerschaft weiter ausgebaut. Das neue Technologiezentrum „Proteine der Zukunft“ in Quakenbrück bietet eine moderne Forschungs-, Test- und Produktionsinfrastruktur für die Entwicklung gesunder Lebensmittel, die nachhaltige Proteine enthalten. Das Zentrum ist voll funktionsfähig und bereit, Anfragen von Kunden entgegenzunehmen.

„Die Eröffnung des Technologiezentrums Proteine der Zukunft unterstreicht die solide Partnerschaft, die wir in sehr kurzer Zeit mit dem DIL aufgebaut haben. Mit unserem gemeinsamen Wissen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Proteinlücke“, sagt Stefan Scheiber, CEO der Bühler Group.

„Die Proteine der Zukunft müssen nachhaltig sein. Der mit ihrer Herstellung einhergehende Ressourcenverbrauch muss durch geeignete Verarbeitung und Produkte so gering wie möglich gehalten werden, um den Erwartungen verantwortungsbewusster Verbraucher gerecht zu werden“, sagt Volker Heinz, Vorstand und Geschäftsführer des DIL.

Proteine auf pflanzlicher Basis können dazu beitragen, die aktuellen Herausforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu überwinden. Daher ist es wichtig, ungenutzte Eiweißquellen zu erschließen und sie in attraktive, hochwertige und erschwingliche Produkte zu verwandeln, die sich auf dem Lebensmittelmarkt durchsetzen. Die wachsende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach gesunden, wohlschmeckenden und nachhaltigen Lebensmitteln, insbesondere nach gesunden Alternativen zu tierischen Proteinen, ist eine große Chance für die Lebensmittelindustrie.

„Das Zentrum mit seinen fortschrittlichen technologischen Einrichtungen und Expertenteams unterstützt unsere Kunden in der Lebensmittelindustrie sowie Start-ups, das Potenzial neuer pflanzlicher Proteine voll auszuschöpfen und neue gesunde und umweltfreundliche Lebensmittelprodukte für einen wachsenden Markt zu entwickeln“, sagt Johannes Wick, CEO Grains & Food bei der Bühler Group.

Das Technologiezentrum „Proteine der Zukunft“ begleitet Kundinnen und Kunden während des gesamten Prozesses vom Prototyping neuer Produkte, dem anschließenden Transfer in den Produktionsmaßstab bis hin zur Auftragsfertigung für erste Marktphasen und umfassenden Beratungsleistungen. In Kombination mit den kompletten Prozesslösungen von der Bohne bis zum Burger von Bühler und dem DIL können Ideen viel schneller in komplette, auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Anlagenlösungen umgesetzt werden.

Das Angebot im Detail

Der Service für die Kunden beginnt mit der Produktentwicklung. Das Team des Zentrums entwickelt neue Formulierungen und Anwendungen und stellt erste Prototypen mit einer Extrusionsanlage im Pilotmaßstab her. Der Service umfasst außerdem die Optimierung der Prozessparameter.

Sobald die Produktentwicklung abgeschlossen ist, werden Erfolgskriterien für das Skalieren auf die volle Produktionskapazität definiert. Die Tests können in der Extrusionsgroßanlage durchgeführt werden.

Die Dienstleistung Auftragsfertigung ermöglicht es den Kunden anschließend, ihre Produkte innerhalb kurzer Zeit auf den Markt zu bringen. Da die Produkte durchgängig mit denselben Technologien hergestellt werden, sind sie schnell und mit einem hohen Maß an Konsistenz in die Produktionsphase überführbar. Der Ansatz der schnellen Markteinführung minimiert das Risiko, indem die Kunden erst in Anlagen investieren müssen, wenn eine tragfähige Marktdurchdringung erreicht ist.

Sobald die Produkte einen ausreichenden Marktanteil erzielt haben, unterstützt das Zentrum die Kunden außerdem bei der Auswahl der richtigen Anlagen für ihr Werk. Durch die Installation von Technologien in der Prototyping- und der ersten Fertigungsphase erzielen die Partner ein Höchstmaß an Produktkonsistenz.

Zertifizierte Extrusionstechnologie

Das Herzstück des Zentrums ist die fortschrittliche IFS-zertifizierte Extrusionstechnologie von Bühler. Der Doppelschneckenextruder Polytwin BCTG und die Kühldüse Polycool bieten eine Produktionskapazität von bis zu 1 t pro Stunde. Der gesamte Produktionszyklus folgt den HACCP- und GMP-Grundsätzen und -Richtlinien.

Darüber hinaus verfügt die Produktionseinheit über eine moderne, nachgeschaltete Ausrüstung. Die flexible Extrusionsanlage eignet sich für eine breite Palette von Lebensmittelanwendungen wie die Trocken- und Nasstexturierung von Proteinen, die Verkapselung von Wirkstoffen sowie die Kochextrusion von Snackprodukten. Das Mehrzweckschneidegerät von Holac schneidet nass texturierte Proteine in Streifen, Würfel und Stücke. Ein kryogener Trommelfroster von Air Liquide sorgt für das schnelle Einfrieren von nassen Texturen in IQF-Qualität. Dabei bleiben die Produkteigenschaften auf höchstem Niveau gewahrt. Lösungen für spezielle Anwendungen sind auf Anfrage verfügbar.

Abgerundet wird das umfassende Angebot durch zahlreiche Labordienstleistungen wie die chemische, mikrobiologische und physikalische Analyse von Rohstoffen und die Analyse von extrudierten Produkten. Dazu gehört auch die Partikelgrößenverteilung, Texturanalyse, thermische Analyse und mikroskopische Analyse auf verschiedenen Längenskalen. Das Zentrum bietet auch Beratungsdienste für die Entwicklung und das Prozessdesign von extrudierten Lebensmitteln.

Wachsende Zahl an Spin-offs und Start-ups

Das Technologiezentrum Proteine der Zukunft befindet sich am DIL auf dem Food Science and Technology Campus Artland in Quakenbrück. Hier arbeiten über 250 Wissenschaftlerinnen und Technologen und eine wachsende Zahl an Spin-offs und Start-up-Unternehmen, die Lösungen zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und -qualität entwickeln. Technologieunternehmen sind ebenfalls vertreten.

Die Eröffnung des Zentrums wird von der „Scale it up Innovation Challenge“ begleitet, die gemeinsam von Bühler, Cargill und Givaudan ins Leben gerufen wurde, um Innovationen und Lösungen zur Schließung der Proteinlücke zu fördern. Start-ups können die Infrastruktur des DIL und der Partner nutzen, um ihre Produktinnovationen zu skalieren.

Die Inbetriebnahme des Zentrums steht im Einklang mit dem kontinuierlichen Engagement von Bühler für eine nachhaltige Zukunft. „Die Gründung des Technologiezentrums Proteine der Zukunft ist ein wichtiger Schritt bei unserer Fokussierung auf eine umweltfreundliche Nahrungsmittelproduktion für eine wachsende Weltbevölkerung. Es unterstützt uns dabei, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, sagt Stefan Scheiber. „Ich bin überzeugt, dass das Zentrum einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten wird.“

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