Kundenspezifische Lösungen durch flexiblen Baukasten

Abfüllsystem für Flüssigkeiten

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Bereits auf der Achema 2018 hat Flux-Geräte einen Prototyp des Abfüllsystems Flux-Fill WT präsentiert. Jetzt, ein gutes Jahr später, stellt das Unternehmen ein zur Serienreife weiterentwickeltes Baukastensystem auf der Fachpack in Nürnberg vor. Über die Features dieses Systems und mögliche Einsatzschwerpunkte sprach phpro mit den drei Hauptverantwortlichen für dieses System bei Flux-Geräte: Jürgen Rabenseifner, Vertriebsleiter, Tobias Ahrens, Leiter Konstruktion und Entwicklung, und Sebastian Morning, Projektverantwortlicher Produktentwicklung.

Herr Rabenseifner, das Produktspektrum von Flux reicht von den bekannten Fasspumpen über Exzenterschneckenpumpen, Tauchkreiselpumpen, Druckluft-Membranpumpen, Durchflussmessern, Mischern und ganzen Systemlösungen bis hin zu einem umfassenden Zubehörsortiment. Welche Themen stehen bei Flux derzeit ganz oben auf der Agenda?

Rabenseifner: Wir versuchen uns strategisch in unterschiedlichen Richtungen weiterzuentwickeln. Ein Feld ist zum Beispiel die Weiterentwicklung von neuen Produkten und Geschäftsfeldern. Hierzu gehört seit Herbst 2017 auch die Entwicklung von Abfüllsystemen. Auf der Achema 2018 haben wir mit Flux-Fill WT einen ersten Prototyp präsentiert, der in der Zwischenzeit Serienreife erreicht hat.

Flux verfolgt also immer mehr das Ziel, sich vom Komponentenlieferanten hin zum Systemanbieter zu entwickeln?

Rabenseifner: Ja, das ist richtig. Was wir schon lange in unserem Programm haben, sind Pumpensets oder auch lose Bundles von Produkten. Ein Kunde kauft für seine Anwendung die passende Fass-pumpe mit Durchflussmesser, Schlauchleitung und Zapfpistole und kombiniert diese Komponenten dann selbst. Das machen wir schon lange. Aber so integrierte Systeme wie das Abfüllsystem Flux-Fill WT, das wir auf der Fachpack in Nürnberg im September erstmals der Öffentlichkeit präsentieren werden, oder auch das Fassentleerungssystem Viscoflux mobile S, das geht in die Richtung, die wir künftig verstärkt verfolgen wollen. Hier handelt es sich um Lösungen, die ganz spezifische Kundenaufgaben oder Applikationen bedienen.

Wofür steht der Name Flux-Fill WT

Rabenseifner: WT steht für Wägetechnik oder Weighing Technology. Mit Wägetechnik haben wir uns in der Vergangenheit nicht beschäftigt, da wir uns auf unsere Durchflussmesser fokussiert haben. Aber wir beobachten, dass unsere Kunden vermehrt wiegen, anstatt Volumen zu messen. Fässer, IBCs oder Tanks zu entleeren, gehörte schon immer zu unserem Stammgeschäft, es gibt jedoch zahlreiche Anwendungsfälle, bei denen im Prozess auch ein Wiederabfüllen in kleinere Gebinde notwendig ist. Und hierfür können wir jetzt eine passende Lösung anbieten.

Für welche Zielgruppe wurde das neue Abfüllsystem entwickelt? Wo liegen die Einsatzschwerpunkte?

Ahrens: Es gibt sehr viele Kunden in unterschiedlichen Branchen, die kleinere Mengen unterschiedlichster Medien in wechselnde Gebinde wie zum Beispiel Kanister, Eimer, Weithalsflaschen oder Schraubdosen abfüllen müssen. Hierzu gehören insbesondere auch die Bereiche Chemie, Kosmetik, Pharma und Lebensmittel. Mit dem von uns angebotenen System aus Edelstahl lassen sich Flüssigkeiten mit Viskositäten bis 25 000 mPas abfüllen. Auch die Verwendung von schäumenden Medien lässt sich sehr gut realisieren. Die Höhe der Gebinde darf maximal 400 mm betragen und der Spundlochdurchmesser muss mindestens 40 mm groß sein. Die möglichen Füllgewichte der Gebinde reichen von 0,5 bis 50 kg.

Der Fokus liegt auf Anwendern mit 100 bis 500 Gebinden pro Tag. Das ist ein Bereich, bei dem sich viele Unternehmen Lösungen selbst aus unterschiedlichen Komponenten konfigurieren, bauen und in Betrieb nehmen – unter Umständen auch ohne die erforderliche Risikobeurteilung und Dokumentation. Für die Anforderungen potenzieller Kunden können wir jetzt eine passende Gesamtlösung anbieten, die auch unser Pumpenprogramm einbindet. Hier sehen wir den großen Vorteil der Flux-Lösung, mit der wir uns von den bisher am Markt angebotenen Systemen differenzieren.

Sie sehen also die Pumpenintegration als wesentlichen Vorteil Ihres Systems?

Ahrens: Absolut. Auf der Achema hatten wir ja einen Prototyp des heutigen Abfüllsystems präsentiert, bei dem die Pumpe noch ständig in Betrieb war. Das führte zu einer dauerhaften Geräuschbelästigung. Daher haben wir die Steuerung des Pumpenmotors jetzt in unser System integriert. Vergleichbar mit einer Start-Stopp-Automatik beim Auto schaltet sich die Pumpe zum Abfüllvorgang ein und schaltet sich wieder aus, sobald der Abfüllvorgang beendet ist.

Aus welchen Komponenten besteht das Abfüllsystem?

Morning: Die Wägezelle und eine Fasspumpe von Flux stellen die zentralen Elemente der ganzen Anlage dar. Ein passwortgeschütztes, intelligentes Terminal übernimmt die Steuerung und koordiniert die restlichen Komponenten. Über das Abfüllventil – ein Tellersitzventil – wird die Dosiermenge gesteuert. Solange es nicht mit Druckluft beaufschlagt wird, bleibt es geschlossen. Das Öffnen des Ventils erfolgt in zwei Stufen. Zunächst erfolgt eine Grobdosierung, bei der das Ventil komplett geöffnet ist. Die anschließende Feindosierung ist am Ende des Abfüllvorgangs aktiv. Dadurch ist es möglich, sowohl die Abfüllgeschwindigkeit als auch die Abfüllgenauigkeit zu steuern. Eine eingebaute Drucküberwachung sorgt dafür, dass ein Maximaldruck von 6 bar nicht überschritten wird.

Hinzu kommt eine pneumatische Linearachse, um die unterschiedlichen, frei wählbaren Abfüllverfahren realisieren zu können. Handelt es sich um ein unproblematisches Medium, kann es mittels Überspiegelverfahren abgefüllt werden. Soll zusätzlich dazu noch die Spritzgefahr minimiert werden, kann man auf die Unterspundlochabfüllung wechseln. Wenn es sich um ein schäumendes und problematisches Medium handelt, empfiehlt sich eine Abfüllung unterhalb des Mediumsspiegels, eine sogenannte Unterspiegelabfüllung. Durch abrufbare Abfüllprogramme sind eine hohe Bediensicherheit und ein exaktes, eichgenaues Abfüllen gemäß Fertigpackungsverordnung möglich. Sind schwere Gebinde zu handeln, können Rollenbahnmodule eingesetzt werden.

Welche Anpassungen haben Sie seit der Achema 2018 vorgenommen?

Rabenseifner: Wir haben insbesondere das Gestell weiter optimiert und die Steuerungssoftware den Anforderungen angepasst. Zudem haben wir jetzt bei den Motoren, die über die Zuführung mit den Fasspumpen zusammenarbeiten, wie zuvor beschrieben, eine Art Start-Stopp-Betrieb realisiert und eine Drucküberwachung für den Einsatz von Verdrängerpumpen ergänzt. Dadurch konnten wir den ganzen Ablauf optimieren und die Prozesssicherheit erhöhen.

Waren das Anforderungen der Kunden, die im Nachgang zur Achema an Sie herangetragen wurden?

Rabenseifner: Die Achema hatte das Ziel, Input zu sammeln, den wir in diesem Bereich so noch nicht hatten. Flux entwickelt zwar seit Jahrzehnten kundenspezifische Lösungen, aber in der Regel immer sehr individuell. Bei dem Abfüllsystem Flux-Fill WT war es ganz klar unser Ziel, Kundenfeedback zu nutzen, um einen Baukasten zu definieren, mit dem wir nach unserer jetzigen Einschätzung möglichst viele Anforderungen abdecken können. Aber natürlich war der Prototyp für uns auch ein Testobjekt, das wir nach der Achema weiterentwickelt und getestet haben.

Wird es das Abfüllsystem auch in einer Ex-Variante geben?

Rabenseifner: Ja, aber erst zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Auch dies war eine wichtige Rückmeldung, die wir auf der Achema bekommen haben. Das hat mich in dem Umfang ehrlich gesagt ein wenig überrascht, aber das hat uns dann auf der anderen Seite dazu bewogen, die Ex-Ausführung gleich parallel mit zu entwickeln, da wir sonst eine Reihe von Anfragen nicht bedienen könnten. Die Ex-Variante wird zur Interpack im Mai kommenden Jahres verfügbar sein.

Würde man Ihr System jetzt als Halbautomaten bezeichnen?

Ahrens: Ja, es handelt sich um ein halbautomatisches Abfüllsystem. Am Ende des Abfüllprozesses muss der Bediener sein O.K. geben und die Abfüllung bestätigen. Erst dann kann er das Gebinde entnehmen und den Vorgang abspeichern. Aber alles dazwischen läuft automatisch ab. Das ist natürlich eine enorme Arbeitserleichterung. Der Bediener stellt sein Gebinde unter das Ventil, drückt auf den Startknopf und kann parallel weitere Aufgaben erledigen.

Wo sehen Sie ein weiteres Entwicklungspotenzial bei dem Abfüllsystem?

Rabenseifner: Ein zukünftiges Entwicklungspotenzial sehen wir insbesondere im Bereich der weiteren Modularisierung des Systems und Anreicherung mit sinnvollem Zubehör. Auch eine einfachere Variante für betriebsinterne Abfüllaufgaben unserer Kunden kann ich mir gut vorstellen. Dabei spielen dann die Vorschriften der Fertigpackungsverordnung keine Rolle, was sich auf die zulässigen Messtoleranzen der eingesetzten Komponenten auswirken würde. Dies kann Ausführungen beinhalten, die auf unsere bewährten Durchfluss-Messsysteme zurückgreifen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: phpro0419flux

Halle 3, Stand 521


DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE GÜNTER ECKHARDT

Chefredakteur



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