Big Data optimiert Arzneimittelproduktion. Vorausschauende Wartung bei Hermes Arzneimittel - prozesstechnik online

Vorausschauende Wartung bei Hermes Arzneimittel

Big Data optimiert Arzneimittelproduktion

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Die fortlaufende Prozessverifizierung („Ongoing Process Verification“, OPV) verlangt von den Herstellern die Dokumentation wichtiger Produktattribute und Prozessparameter. Bislang erfüllte der Arzneimittelhersteller Hermes diese Anforderungen durch Einsatz von Excel-Tabellen und einer Punkt-zu-Punkt-Integration von Softwaresystemen. In der Praxis hat sich dies als unflexibel und arbeitsaufwendig erwiesen. Jetzt nutzt das Unternehmen eine integrierte Komplettlösung.

Das im Jahr 1907 gegründete Familienunternehmen Hermes Arzneimittel fertigt und liefert hochwertige Erzeugnisse zur Selbstmedikation. Über zwei Unternehmensbereiche – Hermes OTC und Hermes Pharma – werden über 13 000 Kunden in mehr als 60 Ländern bedient. Die wichtigsten Marken des Herstellers sind doc, Biolectra, Anti Brumm und Cevitt. Im Rahmen eines Modernisierungsprojektes integrierte Hermes die unterschiedlichen IT- und Produktionssysteme. Dies erfolgte mit einer Integrationslösung von Talend. In Zusammenarbeit mit dem Implementierungspartner Quinscape integrierte Hermes sechs IT-Systeme, die in der Fertigung zusätzliche Prozessdaten erheben – in unterschiedlichen Formaten, über unterschiedliche Schnittstellen und mit jeweils eigenen Projektnummern. Mit der neuen Lösung hat Hermes bei seinen Integrations- und Datenerfassungsprozessen eine Abfolge komplexer Prozesse weiter automatisiert, die bislang nicht nur wenig wartungsfreundlich waren, sondern auch viel Handarbeit in der Programmierung erforderten.

So kann die IT des Arzneimittelherstellers heute deutlich schneller auf Anfragen reagieren und die gewünschten Daten und Reports bereitstellen. Darüber hinaus erlaubte die Lösung den Aufbau eines sogenannten Data Lakes. In diese zentrale Datensammlung fließen die Daten unterschiedlicher IT-Systeme ein, sodass Hermes einen wesentlich detaillierteren Einblick in seinen Fertigungsbetrieb erhält. Die gewonnenen Informationen dienen dem Unternehmen als Basis für Predictive Maintenance, Vendor-Managed Inventory (VMI) und gezieltes Marketing.

Vorteile einer Komplettplattform

Um die gesetzlichen OPV-Anforderungen zu erfüllen, suchte Hermes nach einer Big-Data-Plattform, die mitwächst und zukunftssicher ist. In Zusammenarbeit mit Quinscape hat der Arzneimittelhersteller sich für Talend als Integrationslösung entschieden. Außerdem kooperiert das Unternehmen bei der LAN- und WAN-Administration mit der Deutschen Telekom, die Hermes eine cloudbasierte Lösung für die Open-
Source-Big-Data-Plattform Hadoop anbietet. Ein immer rasanter werdender Wandel in der Industrie ist absehbar und Hermes hatte den Eindruck, dass die Open-Source-Community und eine vereinheitlichte Datenplattform für die kommenden Anforderungen am besten funktionieren würden.

Es war die Kombination aus der Erfahrung von Quinscape und den vorkonfigurierten Integrationslösungen von Talend, die es Hermes ermöglichten, seine IT- und Produktionssysteme um 50 % schneller zu integrieren als zuvor. Hermes schätzt auch die Plattformunabhängigkeit der Integrationslösung, da diese beispielsweise im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud ausgeführt werden kann. Hinzu kommt die Möglichkeit zur nativen Codegenerierung, um eigene Anforderungen schnell umzusetzen. Diese Faktoren ergaben bei geringerem Aufwand einen signifikanten Leistungsschub für das Datenmanagement. Zudem vereinfacht die Integrationslösung wiederkehrende Abläufe in der Administration, der Wartung und beim Support.

Big Data nutzen

In Kooperation mit Quinscape implementierte Hermes mit der Real-Time-Big-Data-Lösung einen Data Lake auf Basis von Technologien des Anbieters Cloudera. So gelang es Hermes, deutlich größere Datenmengen als bisher zu erfassen. Das Unternehmen verfügt nun über eine lückenlose Sicht auf den gesamten Herstellungsablauf für jede einzelne Arzneimittelcharge. Hermes analysiert diesen umfassenden Datenbestand über seine Big-Data-Lösung und kann so Muster in den Daten erkennen.

Mit einer Big-Data-Lösung speichert das Unternehmen alle Daten, die es erfassen kann. Hermes ist nun in der Lage, eine Vielzahl von Daten etwa im Zusammenhang mit einer Fertigungsstörung erfassen – z. B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einer Produktionshalle, um auf diese Weise künftige Störungen verstehen, vorhersagen und möglichenfalls abwenden zu können.

Innerhalb des Unternehmens fordern Abteilungen immer wieder neue Leistungen bei in der IT-Abteilung an, etwa Daten zu Materialien oder Prozessen. Diese Informationen sollen natürlich zeitnah und nicht in drei oder vier Monaten vorliegen, bis die IT genügend Daten gesammelt hat, um diese Anfragen bearbeiten zu können. Da mit dem Data Lake alle Daten bereits vorliegen, lassen sich entsprechend die Anfragen deutlich schneller beantworten und sogar zusätzliche Leistungen anbieten. Beispielsweise ist Hermes in der Lage, demografische Informationen mit Angaben aus Befragungen, Daten aus den sozialen Medien und Produktionsdaten zusammenzuführen. Die Ergebnisse sind für zielgerichtetes Marketing von großem Wert.

Optimierung der Produktion

Die Anwendung des VMI-Prinzips gestattet Hermes-Kunden zukünftig eine Optimierung ihres Bestands sowie eine Prognose der benötigten Arzneimittelmengen auf Grundlage von Ereignissen, die in aller Welt stattfinden – etwa Wetterdaten oder frühen Anzeichen bevorstehender Epidemien. Hermes ist durch die Einführung einer Big-Data-Strategie und die Erfassung von deutlich mehr Daten als gesetzlich vorgeschrieben in der Lage, branchenführende Funktionen zu implementieren und der Konkurrenz so stets einen Schritt voraus zu sein. Mithilfe von Sensordaten, die bei Fertigungsprozessen gewonnen werden, erhält Hermes einen besseren Einblick in seinen Produktionsbetrieb und kann hochwertige Arzneimittel für seine Kunden herstellen.

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Suchwort: phpro0518talend


Autor: Frank Hemmers

CIO,

Hermes Arzneimittel


Autor: Otto Neuer

Vice President Sales
EMEA Central,

Talend

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