Startseite » Pharma » Lexikon Pharmatechnologie »

Schmelzwärme

Lexikon Pharmatechnologie
Schmelzwärme

Auch: Schmelzenthalpie.

Formelzeichen: C, Einheit: kJ/kg.

Spezifische Stoffgröße, die den für die Umwandlung des festen, geordneten (z. B. kristallinen) Zustandes in den ungeordneten, flüssigen Zustand notwendigen Energiebedarf angibt. Dieser Energieaufwand erfolgt bei konstanter Schmelztemperatur T und dient u. a. dem entsprechenden Entropiezuwachs (Entropie). Nach Abschluss der Aggregatumwandlung steigt bei weiterer Energiezufuhr auch die Temperatur der Flüssigkeit.

Bei Polymerwerkstoffen ist dieser Vorgang etwas komplizierter, da schmelzfähige Thermoplaste amorph oder teilkristallin sein können.

Amorphe Polymere (z. B. PS) haben einen messtechnisch erkennbaren Glaspunkt (Umwandlung 2. Ordnung) und gehen bei weiterer Temperaturerhöhung langsam und stetig in einen schmelzeähnlichen, teigigen Zustand über. Diese Stoffe haben keine klassische Schmelzwärme als physikalische Eigenschaft, wohl aber eine sich mit Temperatur und Zustand verändernde spezifische Wärme, was sich aus dem molekularen Aufbau und den sekundären Haftkräften zwischen den Makromolekülketten thermodynamisch ableiten lässt.

Bei teilkristallinen Polymeren zeigen die amorphen Phasen das o. g. Verhalten. Die kristallinen Phasen (zu beachten ist auch der Dichteunterschied zwischen amorphen und kristallinen Bereichen: ρkristallin > ρamorph) zeigen eine signifikante Schmelzwärme, welche anhand kalorischer Verfahren (etwa Differentialkalorimeter) ermittelt werden kann. Die Strukturumwandlung (d. h. die Überwindung der Ordnungskräfte, z. B. Wasserstoffbrücken, Van-der-Waals-Kräfte etc.) von kristallin geordneten Makromolekülen durch Energiezufuhr in den ungeordneten schmelzviskosen Bewegungszustand der Makromoleküle erfolgt bei T = konstant und entspricht deshalb zumindest ansatzweise der physikalischen Definition der Schmelzwärme.

Die kalorische Ermittlung der Schmelzwärme dient u. a. auch zur Ermittlung des Kristallinitätsgrades eines teilkristallinen Polymerwerkstoffs:

mit T1–T2 = Schmelzbereich, α = kristalliner Anteil, s = Schmelzwärme der Kristalle, cwirkl. = spezifische Wärme des Stoffes, camorph = spezifische Wärme des amorphen Anteils des Stoffes, T = Temperatur beim Schmelzen.

© 2013 – ECV – Lexikon der Pharmatechnologie

Unsere Whitepaper-Empfehlung
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

cav-Produktreport

Für Sie zusammengestellt

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Top-Thema: Instandhaltung 4.0

Lösungen für Chemie, Pharma und Food

Pharma-Lexikon

Online Lexikon für Pharma-Technologie

phpro-Expertenmeinung

Pharma-Experten geben Auskunft

Prozesstechnik-Kalender

Alle Termine auf einen Blick


Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de