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Nachhaltiges Arbeiten im Labor

Wo kann man ansetzen und wie gelingt die Umsetzung?
Nachhaltiges Arbeiten im Labor

Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt Nachhaltigkeitsexpertin und Inhaberin,Niub Nachhaltigkeitsberatung Bild: Niub Nachhaltigkeitsberatung
Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt Nachhaltigkeitsexpertin und Inhaberin, Niub Nachhaltigkeitsberatung Bild: Niub Nachhaltigkeitsberatung

Das Thema Nachhaltigkeit kommt nun auch in Forschung und Labor an. Schlagzeilen wie „Labs should cut plastic waste too“ und die damit verbundenen Untersuchungen haben vor allem das Problem des Plastikmülls in den Fokus gerückt. Und das ist enorm: Knapp 2 % der weltweiten Plastikabfälle – in Zahlen 5,5 Mio. t – sind allein im Jahr 2014 in den Lifesciences-Laboren weltweit angefallen. Nicht nur der Verbrauch an Single-use-Materialien, sondern die Ressourcenverbräuche insgesamt sind hoch. Für die Aufbereitung eines Liters Laborwasser werden im Schnitt 3 bis 5 l an Trinkwasser benötigt, Laborgebäude benötigen drei bis fünf Mal mehr Energie und Wasser als normale Bürogebäude und -80-°C-Freezer oder Abzüge so viel Energie wie ein Einfamilienhaus.
Es ist also an der Zeit, sich dem Impact der eigenen Laborarbeit zuzuwenden und diesen unter die Lupe zu nehmen. Wie hoch sind die eigenen Wasser-, Energie-, Chemikalien- und Materialverbräuche? Durch eine Analyse können die größten Verbraucher identifiziert und mögliche Maßnahmen diskutiert werden. Am naheliegendsten ist es, Geräte mit einem hohen Ressourcenverbrauch durch effizientere zu ersetzen. Neue Nachhaltigkeitslabel geben dabei Orientierung:
Der Energy Star der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA zeichnet energiesparende Freezer und Kühlschränke aus.

Geräte, Chemikalien und Reagenzien nach ihren Umweltauswirkungen bewerten

Das ACT-Label der Non-Profit-Organisation My Green Lab bewertet Geräte, Chemikalien und Reagenzien nach ihren Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus. Dabei werden Punkte für die Performance in den Bereichen Produktion und Logistik, Ressourcenverbräuche in der Nutzungsphase sowie für die Art der Entsorgung vergeben und am Ende summiert. Je niedriger die Endsumme, desto geringer sind die gesamten Umweltauswirkungen.
Egnaton Cert, vergeben von Egnaton – Europäische Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien –, bewertet Großgeräte in den fünf Kategorien Ökologie, Ökonomie, Humanfaktoren, Prozessqualität und technische Qualität. Neben Ressourcenverbräuchen werden u. a. Lebenszykluskosten, ‧Arbeits-und Gesundheitsschutz, technische Qualität des Produkts und das Vorhandensein eines Umweltmanagementsystems ‧bewertet. Je nach Erfüllungsgrad kann ein Gerät das Niveau Bronze, Silber, Gold oder Platin erreichen.

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Nicht immer muss es jedoch gleich eine Neuanschaffung sein. Parallel sollte man den Blick auf Routinen und Prozesse im eigenen Labor lenken. Auch hier können kleine Änderungen einen großen Impact haben, wie folgendes Beispiel eindrücklich zeigt: In ‧einem klinischen Labor, das routinemäßig Aminosäureanalysen durchführt, waren die dafür benötigten Geräte immer angestellt. Bei der Untersuchung des Prozesses stellte sich heraus, dass die eigentliche Analysezeit 15 h betrug. Allein durch die Reduzierung der Laufzeiten auf 15 h konnten 19 % an Energie eingespart werden, durch eine genauere Analyse der tatsächlich notwendigen Laufzeiten der einzelnen Geräte weitere 11 % – d. h., der Energieverbrauch konnte ohne Qualitätseinbußen um 30 % gesenkt werden. Dieses Beispiel zeigt, wie Routine- und Prozessanalysen dabei helfen können, ökonomische wie ökologische Einsparpotenziale aufzudecken.

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