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Rundum-Etikettiermaschine für Corona-Impfstoffe

Bis zu 400 Vials pro Minute
Rundum-Etikettiermaschine für Corona-Impfstoffe

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Wie kennzeichnet man in kürzester Zeit viele Millionen Vials mit Corona-Impfstoff? Die Rundum-Etikettiermaschine 132M HC von Herma liefert Antworten, auf Wunsch sogar im nahezu kontinuierlichen Betrieb. Mehrere Pharmahersteller und Verpackungsdienstleister haben sie bereits geordert.

Geschwindigkeit ist Trumpf: Das hatte wohl selten zuvor eine derart große Bedeutung wie bei der weltweiten Verteilung der Impfstoffe gegen Covid-19. Die logistische Herausforderung ist gigantisch. Das betrifft auch den Kennzeichnungs- und Etikettierprozess. Nach den derzeit vorliegenden Informationen wird wahrscheinlich ein Großteil der Impfstoffe in Standard-Vials der Größe 10R abgefüllt. Ein Vial enthält also Impfdosen für mehrere Personen. Damit wird das Gesamthandling zumindest etwas einfacher.

Die Anforderungen an entsprechende Etikettiermaschinen sind aber auch so ambitioniert genug: Sie beginnen mit einer kurzfristigen Verfügbarkeit, da die bestehenden Etikettierkapazitäten bei Pharmaherstellern und Verpackungsdienstleistern bei weitem nicht ausreichen. Zwingend notwendig ist die Möglichkeit, mit Hochgeschwindigkeit im Dauerbetrieb etikettieren zu können. Zudem sind Lösungen gefragt, wie sich ein möglichst kontinuierlicher Produktionsbetrieb erzielen lässt. Das bedeutet unter anderem, Maschinenstillstände wegen Rollenwechseln oder Umrüstungen auf das absolut Notwendigste zu reduzieren. „Zum Teil gehört zum Anforderungsprofil aber auch, das Etikettieren selbst auf stark tiefgekühlten Oberflächen sicherzustellen. Denn einige Impfstoffe müssen bei Temperaturen bis zu -70 °C gelagert und transportiert werden“, erläutert Ulrich Fischer, Leiter Produktmanagement bei Herma Etikettiermaschinen.

Modulare Bauweise

Genau für diese und ähnlich anspruchsvolle Anforderungsprofile hatte Herma die Etikettiermaschine 132M HC schon vor gut einem Jahr weiterentwickelt. Die geplante Live-Präsentation auf der Interpack 2020 fiel dann ausgerechnet aufgrund der Corona-bedingten Messeabsage aus. Mit der Etikettiermaschine 132M HC ist Herma in der Lage, schnell eine Etikettierlösung für die Impfstoffe zu liefern. Entsprechende Maschinen wurden bereits von einer Reihe an Pharmaherstellern und Lohnabfüllern in Europa und den USA geordert; zudem laufen bereits erste Installationen bzw. Werksabnahmen bei Kunden vor Ort.

Aufgrund ihrer modularen Bauweise hat die Herma-Etikettiermaschine zwei große Vorteile: Sie basiert auf praxisbewährten, weil in großen Stückzahlen produzierten Funktionsgruppen. Derart standardisiert ist sie relativ schnell verfügbar. Gleichzeitig bleibt die Maschine dabei hochflexibel und bietet eine Vielzahl an individuellen Optionen, eine Art Maßanfertigung von der Stange also. Je nach Kundenwunsch können so beispielsweise gängige Druck- und Kontrollsysteme nahtlos integriert werden. Bei Thermotransferdruckern gehören hierzu Systeme von Videojet, Domino, Allen Coding oder Markem-Imaje. Auch die Integration von Domino-Laserdruckern ist möglich. Für
die Druckkontrolle können Systeme von Cognex, Laetus, Vision Automation, Mettler-Toledo, Systech und anderen integriert werden.

400 Produkte pro Minute

Die bewährte Modulbauweise trägt mit dazu bei, dass die Rundum-Etikettiermaschine 132M HC die geforderte Leistung bei höchster Funktionssicherheit und Prozesskontrolle kontinuierlich abrufen kann. Dank der automatischen Ausschleusung von Etiketten mit nicht lesbarem Druck oder Code werden nur gut geprüfte Etiketten auf die Produkte appliziert. Ebenfalls ausgeschleust werden Produkte ohne Etikett.

Mit einer Rundum-Etikettierung von bis
zu 400 Produkten pro Minute dringt die 132M HC dabei in neue Dimensionen vor. „Der integrierte Etikettierer Herma 500 könnte die Leistung problemlos noch um 25 % steigern“, betont Fischer. „Der limitierende Faktor sind jedoch die Drucksysteme, die zum Beispiel das Verfalldatum und die Chargennummer aufbringen müssen.“ Entsprechende Daten vorab offline einzudrucken wäre grundsätzlich möglich. „Die meisten unserer Kunden scheuen den hierzu erforderlichen hohen logistischen Aufwand und bleiben bei den immer noch äußerst schnellen 400 Takten pro Minute im Inline-Betrieb, um eine maximale Flexibilität sicherzustellen“, erklärt Fischer.

Im Hinblick auf die Gesamtverfügbarkeit der Maschine ist die mögliche Geschwindigkeit allerdings nicht alleine maßgebend. „Eine typische Etikettenrolle mit 5000 Etiketten ist bei 400 Takten in etwas mehr als zehn Minuten leer“, so Fischer. Zwar ist der Herma 500, das Herzstück der Etikettiermaschine, ausgelegt für sehr schnelle Rollenwechsel. Aber bei einem Drei-Schicht-Betrieb summieren sich die Stillstände natürlich dennoch, zumal neben der Etikettenrolle auch immer das aufgewickelte leere Trägerband entsorgt werden muss.

Rollenwechsel ohne Stillstand

Doch mit zwei optionalen Modulen, dem Easy Splicer und dem Easy Cutter, ist die 132M HC in der Lage, nahezu kontinuierlich zu produzieren. Um das Tauschen der Etikettenrolle zu beschleunigen, kommt der Easy Splicer zum Einsatz. In dem speziellen Modul sind dafür zwei Etikettenrollen senkrecht übereinander angeordnet. Das jeweils aktive Etikettenband wird über einen Anklebetisch geführt und bei Bandende dort fixiert. Weil der Easy Splicer mit einem Etikettenpuffer ausgestattet ist, läuft die Etikettiermaschine trotz Bandende weiter. Ein geübter Bediener kann den Anklebevorgang dann so ausführen, dass das neue Etikettenband an das fixierte Band angeklebt wird, bevor der Puffer leergefahren ist. Sollte das einmal nicht gelingen, stoppt die Maschine einfach automatisch.

Mit dem Easy Cutter dagegen ist es möglich, das leere Trägerband abzusaugen und klein zu häckseln. Die Schnipsel werden automatisch gesammelt und können dann recycelt werden. Das manuelle Entnehmen des aufgewickelten leeren Trägerbands entfällt damit komplett. „Mit Easy Splicer und Easy Cutter lassen sich die rollenwechselbedingten Stillstände der 132M HC auf ein Minimum reduzieren“, betont Fischer. Herma arbeitet derzeit auch an Lösungen, bei denen der Anklebevorgang selbst automatisiert wird.

Vom Tray direkt auf den Drehteller

Die Gesamtanlageneffektivität zu erhöhen ist auch das Ziel des neu überarbeiteten Drehtellers, mit dem sich die 132M HC am Einlauf und Auslauf ausrüsten lässt. Wird die Rundum-Etikettiermaschine 132M HC nicht direkt in eine Produktionslinie bestehend aus Abfüll- und Verpackungsanlage integriert, können in Trays zwischengelagerte Impfstoff-Vials über eine Trayaufnahme dem Drehteller am Einlauf und später der Maschine zugeführt werden. Das ist zum Beispiel bei den Impfstoffen wichtig, die trayweise einem Gefrierschrank entnommen und unmittelbar nach dem Etikettieren wieder dort eingelagert werden müssen. Mit einem Produktschwert werden die Vials dann aus dem Tray auf den Drehteller geschoben. Damit lässt sich das Risiko, dass Produkte umfallen und den weiteren Ablauf stören können, reduzieren. Vom Drehteller am Auslauf können die Vials bei Bedarf entsprechend mit dem Produktschwert entnommen und in Trays geschoben werden, um sie dann wieder einfach der Kühlkette zuführen zu können.

Herma GmbH, Filderstadt


Autorin: Tamara Schempp

Fachredakteurin

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