Temperaturempfindliche Arzneimittel sicher versenden

Kluge Styroporverpackung macht’s möglich

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Die Ohlro Hartschaum GmbH aus Berlin beschäftigt sich intensiv mit dem Transport temperaturempfindlicher Güter, besonders auch von Pharmaprodukten. Um in diesem sensiblen Bereich höchste Produktsicherheit zu gewährleisten, entwickelte das das Ohlro-Team ein wirksames Konzept und wurde dafür kürzlich mit einem Verpackungspreis belohnt. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Jens Ohlbrecht, stellt das prämierte Produkt, die O-Box H250, im Interview vor.

Ohlro wurde mit dem Packthefuture Award 2018 ausgezeichnet. Was verbirgt sich dahinter?

Ohlbrecht: Der deutsch-französische Packthefuture Award ist eine gemeinsame Initiative von Elipso, dem französischen Verband für Kunststoffverpackungen und flexible Verpackungen, und der deutschen IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. Die Auszeichnung soll besonders innovative und nachhaltige Verpackungslösungen in ganz Europa bekanntmachen. Eine Fachjury aus NGOs, Journalisten, Wissenschaftlern, Designern und Verpackungsexperten kürt die Sieger.

Den Preis haben Sie für Ihre O-Box H250 erhalten. Was versteckt sich hinter dieser Bezeichnung?

Ohlbrecht: Bei unserer O-Box H250 handelt es sich in erster Linie um ein Verpackungskonzept. Der Prototyp besteht aus Airpop, besser bekannt unter Styropor oder EPS – einem Material, das besondere Temperaturbeständigkeit gewährleistet: Die Box hält eine konstante Temperatur im Inneren der Verpackung für mehrere Tage in einem bestimmten Spektrum, beispielsweise 2 bis 8 °C. Damit eignet sie sich hervorragend für den Transport, den Versand und die Lagerung temperaturempfindlicher Produkte.

Welche Idee stand hinter der Entwicklung der O-Box H250?

Ohlbrecht: Der Versand hochwertiger Güter wie Medikamente, chemische Produkte oder exklusive Lebensmittel ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden. In Gesprächen mit unseren Geschäftspartnern aus der Pharmalogistik stellten wir in der Vergangenheit immer wieder fest, dass hier ein echter Bedarf an innovativen Lösungen besteht – gerade auch für den Transport von Medikamenten und Impfstoffen in Gebiete mit eher schwacher Infrastruktur. Denn für medizinische Produkte müssen kontinuierlich genau definierte Temperaturprofile eingehalten werden, um absolute Produktsicherheit zu gewährleisten. Wir waren sicher, dass es möglich ist, Verpackungen aus dem ohnehin schon hervorragend isolierenden Material Styropor weiter zu verbessern, sodass sie temperaturgeführte Waren über längere Zeit optimal gegenüber Hitze und Kälte isolieren. Mit der O-Box H250 haben wir bewiesen, dass es funktioniert: Das durchdachte und von uns patentierte Kühlsystem ermöglicht einen mehrtägigen Transport temperaturempfindlicher Güter aller Art. Die Temperatur im Inneren der Box bleibt für bis zu 250 Stunden bzw. gut zehn Tage stabil – das war bisher auf diesem Weg nicht möglich.

Wie ist die O-Box H250 aufgebaut?

Ohlbrecht: Wie schon erwähnt besteht der Prototyp unserer O-Box H250 aus Airpop. Das Material an sich weist bereits diverse Eigenschaften auf, die es zu einem optimalen Verpackungsmittel machen. Es besitzt einen hohen Dämmwert gegenüber Hitze oder Kälte, fängt hervorragend Stöße oder Stürze ab und verpackt den Inhalt bruchsicher. Außerdem ist Styropor biologisch neutral. Die Besonderheit der O-Box H250 besteht in ihrer Konstruktion. Sie hat verhältnismäßig dicke Styroporwände. Alle Außenwände der Box inklusive Deckel und Boden verfügen über Hohlkammern, die mit Vakuumpaneelen bestückt sind. Vakuum ist ein sehr schlechter Wärmeleiter und dient als Hauptisolator in diesem Verpackungskonzept. Speziell konstruierte Latentwärmespeicher (PCM) sorgen für eine konstante Temperatur im Inneren über diese lange Zeitspanne und verhindern einen Temperaturaustausch mit der Umwelt.

Was unterscheidet die O-Box H250 von herkömmlichen Styroporverpackungen?

Ohlbrecht: Die O-Box H250 ist nicht nur eine Styroporverpackung, dahinter steht ein Verpackungskonzept. Wir haben eine Grundlage geschaffen, auf der individuelle Lösungen für das jeweils zu verpackende Gut gefunden werden können. Das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten innerhalb des Konzepts ist das Besondere.

Wie ist die O-Box H250 ausgelegt?

Ohlbrecht: Der Prototyp ist eine viereckige Box mit einem Innenvolumen von ca. 30 l. Die Box besteht aus identischen Boden- bzw. Deckelteilen und einem Rahmen. Diese Konstruktion reduziert Kältebrücken auf ein Minimum. Die Verpackung ist sehr robust: Sie dämpft Stöße und Stürze während des Transports. Außerdem gewährleistet sie höchste Hygienestandards.

Welche Temperaturen können damit eingehalten werden?

Ohlbrecht: Unsere O-Box H250 hat bei Überprüfungen nach dem ISTA-Sommerprofil bewiesen, ein Temperaturspektrum von 2 bis 8 °C konstant über 250 Stunden zu halten. So weit die offizielle Angabe – bei unseren Temperaturtests mit dem Prototyp wurde dieses Temperaturspektrum sogar über 314 Stunden gehalten, mit einer leichten zeitweisen Temperaturunterschreitung von 0,2 °C innerhalb der ersten 24 Stunden.

Erzielt die O-Box H250 auch in anderen Formaten diese Leistung?

Ohlbrecht: Wir fertigen die O-Box H250 auf Wunsch auch in anderen Formaten. Hierzu bieten wir Interessenten eine intensive Beratung an. Denn der sichere Versand temperaturempfindlicher Waren ist von vielen Aspekten abhängig. So spielt die Materialdichte eine wichtige Rolle, ebenso die Größe des Produkts, die Eigentemperatur, das erforderliche Temperaturspektrum, das während des Versands gehalten werden soll, und einiges mehr. Um zu einem optimalen Konzept zu gelangen, sind ausführliche Temperaturtests inklusive Probeversand unerlässlich. Deshalb sollte man hier unbedingt auf Expertenwissen vertrauen. Wir veranschlagen für individuelle Entwicklungen in der Regel einen Zeitraum von etwa drei bis sechs Monaten und stehen für alle Fragen gern zur Verfügung.

Kunststoffverpackungen stehen derzeit in der Kritik. Wie sieht es mit der Umweltverträglichkeit von Styropor aus?

Ohlbrecht: Was die Nachhaltigkeit angeht, bietet Airpop eine Reihe von Vorteilen: Der geschäumte Kunststoff besteht zu 98 % aus Luft, der Rohstoffeinsatz für eine Styroporverpackung ist somit relativ gering. Auch der Energieverbrauch in der Herstellung ist niedrig. Airpop ist außerdem leicht und spart deshalb Gewicht. Weniger Kraftstoffverbrauch beim Transport auf der Straße bedeutet weniger CO2 in der Luft. Das Material ist FCKW-frei und unbedenklich für Natur und Mensch. Darüber hinaus werden Airpop-Verpackungsabfälle zumindest in Deutschland zu 98 % wiederverwertet. Und es gibt logistische Pluspunkte: Styroporverpackungen sind leicht und lassen sich ausgezeichnet stapeln.

Mit Blick in die Zukunft: Gibt es hier noch Spielraum für mehr?

Ohlbrecht: Mit der Entwicklung der O-Box H250 inklusive patentiertem Kühlsystem haben wir einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, die Sicherheit bei Transport, Versand und Lagerung temperaturempfindlicher Güter weiter zu verbessern. Wir sind überzeugt davon, dass sich dieses Konzept ausbauen lässt. Darum arbeiten wir intensiv an neuen Möglichkeiten, mit denen sich ein konstantes Temperaturspektrum innerhalb einer Transportverpackung über noch längere Zeit realisieren lässt – damit unsere Kunden ihre Produkte noch flexibler auf die Reise schicken können.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: phpro0219ohlro


Autor: Claudia Diedrichsen

Fachjournalistin


Das Interview führte für Sie: Claudia Diedrichsen

Fachjournalistin


„Mit der O-Box H250 haben wir einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Sicherheit bei Transport, Versand und Lagerung temperaturempfindlicher Güter weiter zu verbessern.“



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