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La Mont entwickelt Dampfkessel mit rotierenden Heizflächen

90 Jahre Energietechnik aus Berlin
La Mont entwickelt Dampfkessel mit rotierenden Heizflächen

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La-Mont-Geschäftsführer Prof. Udo Hellwig mit ERK-Tubes Bild: La Mont
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Effizienzsteigernde Strukturrohre für industrielle Wärmetauscher, ein miniaturisierter Dampfrotationskessel oder eine GuD-Technologie für Bereiche unter 1000 kW el. mit hohem Wirkungsgrad: Das sind die Technologiehighlights des Berliner Unternehmens La Mont, das vor 90 Jahren mit einem bis heute auch in Unternehmen der Chemieindustrie genutzten Industriekesseltyp begann. Schon kurz nach ihrem Handelsregistereintrag beim Amtsgericht Berlin-Mitte im Sommer 1929 meldete die „La-Mont Gesellschaft“ ein erstes Patent für eine Dampfkesselanlage an. Ihre Vorteile: die besonders zuverlässige Verteilung des Prozesswassers im Kessel und die hohe Betriebssicherheit. Der erste Kessel ging Anfang 1930 am Chemiestandort Leuna, der zweite kurz darauf in den Vereinigten Stahlwerken Duisburg in Betrieb. Seither bewährten sich La-Mont-Systeme weltweit zehntausendfach in der industriellen Dampf- und Heißwassererzeugung, später auch in der energetischen Verwertung von Abfallstoffen, Biomassen, Kohle, Öl, Gas und in mobilen Anwendungen. Nicht nur die Handelsschifffahrt setzt bei Abgaskesseln bis heute auf die robuste und verlässliche Technik.

Strukturrohre steigern Wärmeübertragung

Nach wie vor liegt die Kernkompetenz von La Mont in energietechnischen Lösungen für die Industrie. Nach Jahrzehnten kesselbasierter Entwicklungsleistungen folgte 2003 ein weiterer Paukenschlag: In Kooperation mit der Technischen Hochschule Wildau, an der La-Mont-Geschäftsführer Prof. Udo Hellwig langjährig Verfahrenstechnik lehrte, hatte das Unternehmen gemeinsam mit der Schwesterfirma Eckrohrkessel GmbH sogenannte ERK-Tubes entwickelt – für vielfältige Nutzungszwecke auslegbare Strukturrohre, die optimierte Wärmeübertragungsprozesse etwa im Bereich der Rauchrohrkesselanlagen, der Automobil- und Lebensmittelindustrie sichern. Im Chemiebereich bewähren sich die Tubes besonders bei der thermischen Versorgung von Anlagen, kompakt auslegbaren Wärmetauschern und Reaktoren. Je nach Art der Strukturierung liegt ihre Effizienz um den Faktor zwei bis vier über jener klassischer Glattrohre. Damit gehen ein geringerer Materialbedarf und eine Anlagenschrumpfung um bis zu 70% einher. Zusätzliche Pluspunkte: die hohe Korrosionsfestigkeit sowie der deutlich geringere Wartungsaufwand dank stark reduzierter Fouling-Effekte. Allein für die letzten 10 Jahre sind über 1000 ERK-Tube-Referenzanwendungen verzeichnet.

Dampfkessel mit 90 % weniger Volumen

Sehr zeitnah will La Mont nun ein neues Highlight präsentieren: einen Rotationskessel zur industriellen Dampferzeugung, der bei gleicher Leistung nur noch ein Zehntel des Bauvolumens konventioneller Systeme benötigt. Möglich wurde die Schrumpfung dank des Ersatzes herkömmlicher, stillstehender Rohranordnungen durch rotierende. Infolge der Rotation der Heizflächen steigt der Wärmübergang stark an, ohne dass die Druckverluste auf der Rauchgasseite wesentlich zunehmen. Die Neuentwicklung ist ein Re-Engineering auf historischer Grundlage: „Diese Lösung wurde von La-Mont-Ingenieuren schon vor 80 Jahren konzipiert, aber wohl aus Geheimhaltungsgründen nie im Handelsbereich umgesetzt“, sagt Udo Hellwig. Sein Team habe gemeinsam mit Industriepartnern das Lösungsprinzip aus dem Firmenarchiv auf aktuelle Anforderungen übertragen und stehe nun kurz vor der Serienreife. Hauptanwendungsfelder des neuen Kessels seien Blockheizkraftwerke und vielfältige Abhitzenutzungen im gewerblichen Bereich.

Dr. Ralf Kriegel, Abteilungsleiter Hochtemperaturseparation und Katalyse am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Hermsdorf, hält den La-Mont-Ansatz für so sinnvoll wie aussichtsreich. Ginge doch mit der verbesserten Wärmeübertragung bei gleichzeitiger Volumenminderung eine deutliche Kostenreduzierung einher. Die preiswerte Energieumwandlung begünstige eine effiziente lokale Energieproduktion. „Bei üblichem Wirkungsgrad werden diese Systeme wesentlich günstiger – das kann die Akzeptanz industrieller Anwender etwa für BHKW auch in der Chemiebranche stark erhöhen“, sagt der Energietechnikspezialist. Er erwägt nun, das Wirkprinzip in geplante Forschungsarbeiten seines Instituts einzubinden und mit einer neuartigen Verdichtungstechnologie für Motoren und Gasturbinen zu koppeln. So könnten deren Wirkungsgrad um 15 bis 20 % gesteigert werden.

GuD-System für den kleinen Leistungsbereich

Mit Unterstützung durch Wissenschafts- und Industriepartner ist bei La Mont noch eine weitere Entwicklung, ein besonders kompaktes, effizientes GuD-System speziell für Haustechnik- und kleingewerbliche Anwendungen, weit fortgeschritten. Erstmals soll damit im kleinen Leistungsbereich unter 100 kW el. ein Wirkungsgrad von bis zu 60% erreicht werden. „Binnen Jahresfrist“ solle die auch für dezentrale Verbundnetze geeignete Lösung verfügbar sein, sagt Hellwig. Strategisches Ziel sei eine spätere Steigerung des Wirkungsgrades auf bis 90 % – unter anderem dank Nutzung für Energietechnik-Anwendungen völlig neuer, hochfester Materialien.

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