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Forschende Pharmaunternehmen treiben Tumorforschung voran

Fortschritte trotz der Coronakrise
Forschende Pharmaunternehmen treiben Tumorforschung voran

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Zusatz BU Zusatz BU Zusatz BU Zusatz BU bild: vfa
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Vom 29. bis 31. Mai stellten Forschungsgruppen und Pharmaunternehmen neueste Fortschritte bei Krebstherapien vor: beim weltgrößten Krebskongress „Asco20 Virtual“. Dazu sagt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa): „Trotz zahlreicher neuer Projekte speziell gegen Covid-19 steht der medizinische Fortschritt außerhalb der Infektiologie nicht still. Forschende Pharmaunternehmen tun alles, um laufende Studien zur Erprobung neuer Medikamente fortzuführen und neue aufzulegen. Das gilt gerade auch für Krebsmedikamente, zu denen Pharmaunternehmen in Deutschland die meisten Studien durchführen. Wir rechnen deshalb für die kommenden Jahre mit weiteren guten Fortschritten für Krebspatientinnen und -patienten.“

Therapien gegen 44 Tumorarten

Die im vfa organisierten forschenden Pharma- und Biotechunternehmen arbeiten derzeit an mehr als 200 fortgeschrittenen Projekten für bessere Krebstherapien – an Projekten, die schon bis 2023 zu einem neuen Medikament oder einer neuen Therapie führen können. So sollen 44 verschiedene Krebsarten in unterschiedlichen Krankheitsstadien besser behandelbar werden. Das geht aus einer Erhebung des vfa bei seinen Mitgliedsunternehmen vom Oktober 2019 hervor.

Die Projekte zielen darauf ab, die Vermehrung von Krebszellen bei Betroffenen möglichst dauerhaft unter Kontrolle zu halten und – wo möglich – Patienten sogar zu heilen. Wie immer in der Arzneimittelentwicklung werden nicht alle erfolgreich sein, doch aufgrund der unterschiedlichen Ansätze dürften auch bei Krebsarten, bei denen einige Projekte scheitern, andere Erfolg haben.

Die meisten dieser Projekte (35) richten sich gegen den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, gefolgt von Brustkrebs (22), Prostatakrebs (15), dem Blutkrebs AML und dem Knochenmarkkrebs Multiples Myelom (jeweils 12).

Auch an Therapien gegen seltene Krebsarten wie Synovialsarkom (tritt in Armen oder Beinen auf) oder Morbus Waldenström (befällt Lymphknoten) wird gearbeitet. Dazu Han Steutel: „Nicht nur die Patienten mit häufigen Krebsarten hoffen auf Fortschritt. Deshalb erproben unsere Unternehmen ihre Medikamente jeweils gegen bis zu zwölf Krebsarten gleichzeitig, und dabei ausdrücklich auch mit Patienten, die an seltenen Krebsarten leiden.“

Rund 15 % der Projekte (31) betreffen Krebsarten, die ausschließlich oder vor allem Frauen betreffen; 7 % (15) adressieren Krebsarten von Männern.

Wie die Medikamente wirken

Die Medikamente in Erprobung werden teils biopharmazeutisch, teils chemisch-synthetisch hergestellt. Sie bekämpfen Tumore auf unterschiedliche Weise, wie aus der vfa-Erhebung hervorgeht:

  • Bei 66 Projekten (32 %) aktivieren verschiedene Antikörper bestimmte Immunzellen des Patienten (die T-Zellen) gegen die Krebszellen.
  • In acht Projekten werden Patienten, die an seltenen Leukämien oder Lymphomen leiden, gentherapeutisch mit veränderten T-Zellen behandelt (in sogenannten CAR-T-Zell-Therapien und TCR-T-Zell-Therapien).
  • In 46 Projekten (22 %) wird die Vermehrungssteuerung der Tumorzellen an unterschiedlichen Schaltelementen (den Kinasen) blockiert – zielgerichtet nach einer Genanalyse des Tumors.
  • In neun Projekten werden die Tumorzellen mit Antikörpern angegriffen, die Giftstoffe mitbringen, aber gesunde Zellen weitgehend verschonen.
  • In 14 Projekten gehen Krebszellen zugrunde, weil ihre DNA-Reparatur medikamentös unterbunden wird.

Weitere Projekte erproben noch andere Konzepte zur Tumorbekämpfung. Neue Chemotherapeutika (die neben Tumorzellen unvermeidlich auch viele gesunde Zellen schädigen) werden hingegen nicht mehr entwickelt; sie sind nur noch bei einigen der neuen Therapien als zusätzliche Maßnahme erforderlich.

Industrielle Covid-19-Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz

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